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Led-Zeppelin-Special

Die ultimative Verkörperung von Sex, Drugs & Rock'n'Roll

Szene aus "The Song Remains The Same"

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XI. Extreme Arbeitsbedingungen

Natürlich konnte nun keine Tour stattfinden und man entschloss sich, den alten Konzertfilm wieder auszugraben und außerdem so bald wie möglich ein neues Album aufzunehmen. Jimmy Page und Robert Plant zogen sich daher im September 1975 nach Mailbu zurück, um dort in einem Strandhaus neues Material zu schreiben und im Oktober stießen dann John Paul Jones und John Bonham dazu, sodass man mit den Proben zu den neuen Stücken beginnen konnte. Kaum hatte Bonzo amerikanischen Boden betreten, führte er sich sofort wieder wie ein Wilder auf. In Led Zeppelins Stammkneipe schlug er angeblich einer Promotionsassistentin, nachdem er zehn Black Russians geext hatte, ins Gesicht, obwohl diese ihn nur angelächelt hatte, und einmal legte er sich mit einem Türsteher an, der sich allerdings als Karatemeister entpuppte und ihm eine saftige Tracht Prügel verpasste.

Es war wie immer in Amerika, wenn er von seiner Familie getrennt war: Bonham verhielt sich wie der letzte Asoziale, während er in England ein völlig zivilisiertes Leben führte.

Im November begab sich die Band nach München, um im dortigen Musicland Studio das neue Album aufzunehmen; die USA musste sie verlassen, sonst hätte sie auch dort Steuern zahlen müssen.

Man stand unter enormem Zeitdruck, da die Rolling Stones bereits als nächste Band gebucht waren und musste daher in nicht einmal drei Wochen das Album im Kasten haben. Robert Plant sang seine Gesangsspuren komplett im Sitzen ein, da sein Knöchel noch immer lädiert war und Jimmy Page arbeitete geschlagene 18 Stunden am Tag.

Dennoch schafften Led Zeppelin es nicht ganz, den Zeitplan einzuhalten – es fehlten noch die Gitarrenoverdubs – und Jimmy bat Mick Jagger telefonisch um zwei weitere Tage, die der Stones-Fronter ihm auch gewährte. Die vielen Overdubs bei dem fantastischen Epos „Achilles Last Stand“ spielte Page in nur einer Nacht ein und das zugedrogt klingende Gitarrensolo bei „Hots On For Nowhere“ kann als repräsentativ für seinen hohen Konsum an wach haltenden Aufputschmitteln angesehen werden.

Als die Stones in München ankamen, konnte sie kaum glauben, dass ihre Kollegen es tatsächlich geschafft hatten, das Album innerhalb von 18 Tagen aufzunehmen und abzumischen.

Das Endresultat „Presence“ erschien am 31. März 1976 und die Schicksalsschläge und Strapazen der letzten Zeit sind ihm deutlich anzuhören. Die Texte sind persönlicher und die Platte klingt wesentlich nachdenklicher, enthält keinerlei Keyboards und ist mit Sicherheit schwerer zugänglich, wenngleich nicht weniger beeindruckend, als seine Vorgänger – wahrscheinlich gerade wegen der extremen Arbeitsbedingungen.

Neben dem erwähnten Zehnminüter „Achilles Last Stand“ sind mit dem Blues „Nobody’s Fault But Mine“, der unter anderem ein großartiges Mundharmonika-Solo von Robert Plant enthält und dem melancholischen „Tea For One“ mit seinem endlosen Gitarrensolo von Page weitere bekannte, unsterbliche Zeppelin-Klassiker auf „Presence“ zu hören und da er gerade für dieses Album alle Energieressourcen, die er hatte, aufwenden musste, bezeichnet Page es gemeinhin als sein Lieblingsalbum.

Im selben Jahr, am 18. Oktober, erschien dann auch endlich der Konzertfilm „The Song Remains The Same“ (dazu wurde parallel das gleichnamige Doppel-Live-Album herausgebracht), der wegen der selbstdarstellerischen Fantasysequenzen in der Presse völlig verrissen wurde und den wie zuvor schon erwähnt, auch die Band eigentlich nicht sonderlich toll fand. Lieber hätte man die ursprünglich geplante Tour 1976 mitgefilmt, aber wegen des Unfalls war daraus ja nichts geworden. Also sagte man sich, wenn das Filmmaterial schon vorhanden ist, nehmen wir lieber einen Durchschnittsstreifen als gar keinen. 
 

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