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ZZ Top: Live In Germany 1980

Authentisch, aber zu wenig
keine Wertung
Genre: Rock/Blues
Spielzeit: 56:57
Release: 20.04.2012
Label: Eagle Records

Freud und Leid liegen manchmal einfach zu nahe beieinander, wie hier in diesem Fall mit der alten und neuen ZZ Top-CD „Live in Germany 1980“. Zum einen freut man sich tierisch auf die alten Songs, denn wo auch immer „good old Blues“ gespielt wird und wurde, die Texas-Recken, die schon damals durch üppige Gesichtsbehaarung in aller Munde waren, haben es einfach raus. Na gut, in den Jahren nach 1980 wurde es doch so häufig arg poppig, doch ihre Blueswurzeln haben sie trotz aller Effektgeräte nie wirklich verloren. Im Gegensatz aber zur freudigen Aussicht auf diese Scheibe beschleicht ein mieses „Warum nur?“ das Gemüt, ist doch das vorliegende Live-Material schon im Oktober 2009 auf der Doppel-DVD „Double Down Live“ gelandet, nur damals gab es ganze sechs Stücke mehr zu bewundern – und schreiben wir es doch ruhig auf: Die CD hätte da durchaus noch bei einer Spielzeit von knapp 57 Minuten Spielraum gehabt – warum wird der Rest also den Fans vorenthalten? Es ist ja nicht so, dass Tracks wie „I’m Bad, I’m Nationwide“ oder das geniale „Just Got Paid“ Ausschussware wären – wer da den Rotstift angesetzt hat, der sollte sich für die nächsten zehn Jahre tiefsten Garagen-Rumpel-Black-Metal reinziehen müssen.

So ist das mit dem Zwiespalt, denn eigentlich gibt es ansonsten nur wenig an der CD zu meckern – gut, das Booklet hätte ein bisschen fetter ausfallen und mit einigen Bildern mehr angereichert werden können, allerdings kommt der schwarz-weiße Charme recht authentisch rüber. Und auch musikalisch lässt sich natürlich nicht wirklich trefflich streiten, auch wenn das Hauptaugenmerk der damaligen Show in der Essener Grugahalle (die heute übrigens noch immer so heißt und nicht nach Telefon-, Strom- oder Gasanbietern unbenannt wurde) auf die frisch veröffentlichte „Degüello“-Scheibe gelegt wurde. So darf das mit einem kurzen „It’s blues-time“ angekündigte „A Fool For Your Stockings“ genauso wenig fehlen wie das Frühwerk „Jesus Just Left Chicago“, da tummeln sich die deutlich forscheren „Heard On The X“ und „Tush“ – die Liste könnten man jetzt locker auf alle Songs auf der CD ausweiten, und irgendwie haben sie doch alle schon ihre „Du darfst“-Berechtigung in der Blues-Rock-Zeitschleife erlangt.

Der Sound der CD wirkt nicht modern überproduziert, charmant, wie die Backing-Vocals lediglich im Hintergrund platziert sind, nur wie die Stimmung in der Grugahalle damals wirklich war, muss man sich ein wenig zusammenreimen – kein Vergleich mit den durch geschickte Regelschieber präsenteren platzierten Jubelarien heutiger Produktionen. Pausen zwischen den Tracks gibt es genauso wenig wie Ansagen, im Prinzip liegt eine eigentliche „Best-Of“-Veröffentlichung vor, was ja auch schon in der Besprechung der DVD herausgearbeitet wurde.

Zurück zur Einleitung und diesem „Freud und Leid“-Thema. Es erschließt sich nicht wirklich der Sinn dieser Veröffentlichung, zumal doch die Plattenindustrie mehr denn je über sinkende Absatzzahlen jammert (auch wenn die aktuellen Business-Zahlen rosiger aussehen, jammern eh zum Geschäft gehört, niemand wirklich weiß, wie viel Kohle wirklich umgesetzt wird und bei wem die Knete denn so landet… traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast). Wer schon bei der DVD zugegriffen hat, der ist schon bestens bedient – selbstverfreilich auch heute noch die bessere Wahl.

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