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Zyklon: Disintegrate

nicht mehr als gehobener Durchschnitt
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 45:19
Release: 15.05.2006
Label: Candlelight Records

„It´s a long way to the top”…sagt der Engländer. Und für eine Band kann es nur dann ein aufsteigender Weg sein, wenn dieser mit guten Alben gepflastert ist. Zyklon sind mit den ersten beiden Releases "World Ov Worms" und „Aeon“ schon beachtliche Meter nach oben gekommen. Dass sich bei der 1998 gegründeten Kapelle ehemalige Mitglieder von Emperor tummeln, ist für euch sicherlich so neu wie die Zeitung von gestern. Und auch, dass sich Zyklon in der jüngeren Vergangenheit mit Bands wie Morbid Angel und Deicide einen Tourbus geteilt haben.

Das sei hier nur deshalb der Vollständigkeit halber erwähnt, weil doch gerade eine Band wie Deicide im Zyklon-Sound Spuren hinterlassen hat. Denn was auch immer an Black Metal-Elementen im Zyklon-Sound vorhanden war, ist mittlerweile vollkommen verschwunden.

Es regiert der fette Death Metal. Zum einen von den Songs und zum anderen vom Sound her. Was schon beim Vorgänger soundtechnisch funktioniert hat, haben sich die Mannen also bewahrt. Aufgenommen im Akkerhaugen Lydstudio und gemixt von Frederik Nordström im Studio Studio Fredman präsentiert sich „Disintegrate“ als oberamtliches Bollwerk.

Doch was nutzt alle Soundtüftelei, wenn das Songwriting dem nicht gerecht wird? Wo ich noch bei „Aeon“ den Hut gezogen habe, verzieh´ ich bei „Disintegrate“ dann und wann die Miene. Aber nicht, weil hier wirkliche Totalausfälle zu verzeichnen sind, das auf keinen Fall. Vielmehr überrascht es mich, wie sich mancher Song mit Ach und Krach über die Ziellinie rettet und vorher bereits an dem Fakt der Belanglosigkeit nagt.

So geht es mir jedenfalls bei „Vile Ritual“, „Underdog“, „Wrenched“ und auch „Vulture“. Sicherlich steht das technische Können von Zyklon außer Frage. Auch bei den genannten Tracks kann sich das der geneigte Hörer im mehr als beachtlichen Maße von der Platte saugen. Aber alles in allem eben halt nur Standard-Todesblei mit Blastbeats, Thrash-Anleihen, jede Menge Doublebass und Stakkato-Riffing. Das pfeilschnelle Solo auf „Wrenched“ ist da nur ein kurzer Augenblick, der aufhorchen lässt.

Dass es aber auch anders geht, beweisen Zyklon mit Gebilden à la „In Hindsight“ (schöner Songaufbau, typische disharmonische Gitarrenlicks), „Subversive Faith“ (Sound-Sequenzen von den Keys sorgen für Gänsehaut) oder „A Cold Grave“, welches gerade am Schluss richtig stark wird. Leider kann der Rest des Songs nicht dagegen anstinken.

Dem aufmerksamen Mitzähler ist sicherlich aufgefallen, dass da ja noch drei Songs fehlen müssen, habe ich doch bisher nur sieben Songs meinen Einschätzungen zugeordnet. Was ist mit denen? Ganz klar, die ragen aus der Masse raus wie ein Leuchtturm aus der Insel.

Allen voran „Skinned And Endangered”. Zäh und bedrohlich schiebt sich dieser Über-Song gen Lauschmuschel und lässt dich ängstlich erstarren. Hier und da fühlt man sich an Ministry erinnert, so kalt fühlt sich dieser Brocken an. Ganz groß. Genau wie der Titelsong „Disintegrate“, welcher sich herrlich stumpf nach vorne schiebt. Nennt das old school oder wie auch immer. Ich nenn das heavy ohne Ende. Besonders im Kontrast mit den Blastattacken zum Ende wirkt der Lavasound noch zäher und schiebender.

Was mich an „Ways Of The World” so fasziniert, ist die Tatsache, dass der Track mit seinem rockigen Touch so gar nicht zum Rest des Materials passen will. Klar gibt es zum Anfang das bekannte Gemetzel. Doch danach rockt es richtig unbeschwert nach vorne los. Sollte gerade live sehr gut funktionieren.

Was bleibt, ist ein gespaltener Eindruck. Boden verloren haben Zyklon keineswegs denke ich. Gerade Fans von „Aeon“ werden „Disintegrate“ dankend aufnehmen. Und auch alle anderen Death Metal-Maniacs sollten definitiv mal ein Ohr riskieren. Ich für meinen Teil bin zwar von drei geilen Songs hellauf begeistert, unterstelle dem Rest der Platte aber eine gewisse Monotonie. Mehr als gehobener Durchschnitt bleibt da nicht.

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