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Zanthropya Ex: Notlösung Kopfschuss

Musik hui, Texte pfui!
Wertung: 4/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 36:30
Release: 28.10.2011
Label: SAOL/H'Art/Zebralution

Manchmal gibt es Veröffentlichungen, denen möchte man gerne eine Chance geben, doch spätestens beim zweiten Durchlauf ist man gezwungen aufzugeben. So sieht es auch mit dem Debütalbum der Trossinger Band Zanthropya EX aus. Die Truppe hat sich anno 2007 zusammengefunden aus den Brüdern Schinder Papst und Jenzo sowie M. Salazar und im Laufe der Zeit zwei weitere Mitglieder mit ebenso skurrilen Namen gefunden. Vier Jahre später steht ihre erste LP in den Startlöchern, getauft auf den überaus einfallsreichen Namen "Notlösung Kopfschuss".

Die Band wirbt zwar mit Thrash Metal, doch das was den Hörer hier erwartet, ist viel eher Death Metal, der sich in Richtung Grindcore bewegt. Der wird auch prinzipiell gut rübergebracht mit genretypischen Riffs und hartem Geknüppel, zwar nicht sehr innovativ, aber für ein Debüt doch recht hörenswert, diese Wirkung wird aber leider zunichte gemacht mit den beinahe stupiden Gesangseinlagen von Schinder Papst. Um das nicht falsch zu verstehen, die Vocals sind genauso durchschnittlich wie die Musik, aber was hier lyrisch aufgetischt wird macht einem wahrlich den Garaus.

Der Albumtitel ist Programm: Selbstzerstörerische, apokalyptische und menschenfeindliche Gesinnungen stehen hier an der Tagesordnung. "Misantrophische Garde", der Titel des Openers, sagt schon alles. Wer keinen regelrechten Hass auf die gesamte Menschheit hegt oder sich dem Suizid verschrieben hat, wird sich mit den Lyrics nicht anfreunden können. Die Themen sind generell natürlich nicht gerade sensationell oder ungewohnt für die Szene, werden aber teils viel zu barsch und halbherzig umgesetzt. Hier werden die Texte so unkreativ und klischeebehaftet wie einfallslos und uninspiriert niedergeschrieben, dass einem gelegentlich die Worte fehlen und nur ein ernüchterndes Kopfschütteln übrig bleibt. 

Abgesehen davon kommt man kurzerhand zu der Frage, wie die Band zu solch biederen Weltanschauungen gekommen ist. Die Menschheit wird gehasst, verflucht und zum Tode verurteilt, der Hörer zum Suizid aufgefordert und ermuntert, sich selbst zu malträtieren. Es wirkt gelegentlich so, als wolle hier bloß Aufmerksamkeit erregt werden durch kontroverse und provokante Lyrics. Je mehr obszöne Wörter eingeworfen werden, desto besser werden die Texten, scheint der Gedanke dahinter gewesen zu sein. Vielleicht hätte man sein Glück auch einfach in englischen Lyrics versuchen sollen, jedenfalls klingt das Ganze so keineswegs überzeugend, sondern einfach nur stumpf und peinlich. Die brachialen und scheinbar Metrum-unabhängigen Growls können diese Fehlleistung nicht lindern, im Gegenteil.

Nichtsdestotrotz darf das Debüt von Zanthropya EX aber nicht nur schlechtgeredet werden, die Gitarren und Drums machen sich ja teilweise ganz gut auf der Platte und auch der Sound ist alles in allem ganz in Ordnung, lediglich noch nicht ganz ausgereift. Druckvoll, aber dafür auch sehr basslastig und ein wenig roh. Musikalisch bietet "Notlösung Kopfschuss" also Death-Metal-Einheitsbrei, der sich auf einem gesunden Mittelmaß bewegt, jedoch ist die lyrische Darbietung so unterirdisch, dass es der Scheibe schwerfallen wird, sich bei nicht von perfidem Menschenhass geprägten Hörern durchzusetzen.

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