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Yargos: Magical Karma

Durchwachsenes Vermächtnis
Wertung: 7.5/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 79:53
Release: 04.05.2012
Label: M2 Music

„Magical Karma“ ist ein Album, das sich sicher viele Prog-Metal-Fans nur schweren Herzens zu Gemüt führen werden können. Zwar ist das Album der zweite Release von Yargos, einer Band, die sich schon mit ihrer ersten Platte zu einem Geheimtipp im Progressive-Bereich entwickelt hat, gleichzeitig ist das Album allerdings auch das musikalische Vermächtnis des großartigen Andrew „Mac“ McDermott. Der ehemalige Frontmann von Threshold mit der überragenden Stimme verstarb leider im August des letzten Jahres viel zu früh an Nierenversagen.

Das hier nun vorliegende Album „Magical Karma“ war die letzte Produktion, der McDermott seine Stimme lieh. Nach dem Tod des Sängers stand dabei lange der Release der Platte in Frage, schlussendlich jedoch entschied sich Yargos-Mastermind Wieland Hofmeister dazu, das Album fertigzustellen und mit neuem Label im Rücken der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Musikalisch geht es dabei sehr progressiv zu, dafür spricht schon allein die Spielzeit von knapp 80 Minuten, die mit gerade mal zwölf Songs erreicht wird. Mit Progressive Metal hat das Album dabei allerdings kaum etwas zu tun, viel eher wildern Hofmeister und seine Mitstreiter hemmungslos im Art Rock der späten siebziger und frühen achtziger Jahre. Vor allem der massive Einsatz von Keyboards und Synthesizern lässt den Hörer dabei nicht selten an die frühen Genesis denken, bevor diese sich Ende der Achtziger der Popmusik zuwendeten.

In der Umsetzung entpuppt sich das Album dann jedoch als eine recht zwiespältige Angelegenheit, das macht schon „Alien Nation“, der erste Song des Albums, klar. Auf der einen Seite steht die Instrumentalfraktion, die extrem ambitioniert agiert, dabei allerdings fast schon die Songs mit experimentellen Sounds überlädt. Auf der anderen Seite steht die überragende Gesangsleistung von McDermott, der schon hier die gesamte Bandbreite seiner Stimme präsentiert und so den Song trotz aller Experimente zusammenhält.

Im gleichen Stil geht es dann über die gesamte Spielzeit weiter. Mal kreieren Yargos dabei monumentale Longtracks, mal geht es mehr balladesk zu, wie zum Beispiel im getragenen „Pay The Price (Why?)“. Die Songs haben aber leider alle eines gemeinsam, sie wirken teilweise völlig überladen mit diversen Soundsamples und Keyboards. Das macht vor allem den ersten Hördurchlauf zu einer wirklich anstrengenden Angelegenheit.

Jedoch sollte man die Platte an dieser Stelle nicht bereits entnervt beiseite legen. Gönnt man „Magical Karma“ nämlich mehrere Hördurchgänge, so erschließen sich langsam die experimentellen Ansätze des Albums und aus den anfänglich schwer zugänglichen Songs schälen sich langsam einige wirklich starke Momente heraus. Unter anderem weiß nach mehrmaligem Hören die bereits angesprochene Ballade „Pay The Price (Why?)“ oder auch das druckvolle „Master's Game“ zu überzeugen. Trotzdem bleibt die Platte durchwachsen, denn nicht auf allen Songs fügen sich die Synthesizer und Soundflächen so gut in das Gesamtbild ein. An vielen Stellen brechen die experimentellen Ideen eher den Fluss der einzelnen Tracks und schmälern den Hörspaß doch deutlich.

Ein weiterer kritischer Punkt an „Magical Karma“ ist der doch reichlich gewöhnungsbedürftige Sound. Während die Keyboards und Vocals das Klangbild dominieren, rücken viele der anderen Instrumente weit in den Hintergrund. Vor allem die Gitarren und das Schlagzeug klingen kraftlos und wirken teilweise im Gesamtsound deplatziert.

So bleibt am Ende „Magical Karma“ doch ein wenig hinter den hohen Erwartungen zurück, die das Debüt von Yargos geschürt hatte. Für Fans von Andrew McDermott ist das Album trotzdem zu empfehlen. Nicht nur ist es die letzte existierende Aufnahme dieses genialen Musikers, seine großartige Gesangsleitung schafft es auch, viele der eher experimentellen Momente des Albums zusammenzuhalten. Bleibt zu hoffen, dass es Yargos auf weiteren Releases schaffen, die durchaus teilweise interessanten Ansätze mit einem stärkeren Songwriting zu kombinieren, trotz des Todes von McDermott soll es nämlich mit der Band weitergehen. Die Frage wird nur sein, ob Yargos in der Lage sind die riesige Lücke, die der Tod des Sängers hinterlassen hat, angemessen zu schließen.

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