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Xicon: Theogony

Ein wenig altbacken
Wertung: 7/10
Genre: Modern Thrash Metal
Spielzeit: 51:8
Release: 29.06.2007
Label: Thundering Records

Die Schweizer Jungs von Xicon mischen seit neun Jahren in der Musikszene mit, damals aber noch unter dem Namen The Nightshade. Doch diese Band sollte die Zeit nicht lange überstehen, und so schnappte man sich einen neuen Mann für die Schießbude und so ist „Theogony“ das erste Ergebnis dieser neuen Band.

Dabei ist es ein äußerst schwieriges Unterfangen, die Mucke der Schweizer in eine Schublade zu stecken. Am ehesten passt aber meiner Meinung nach die Bezeichnung des Modern Thrash Metal, der seinen Hang zu Xicon´s Landsleuten Samael in wohldosierten Dosen elektronischer Klänge preisgibt. Ein weiteres Charakteristikum von Xicon´s Musik ist der recht tiefe, aber überaus ansprechende und angenehme klare Gesang von Dave.

„Protoplaston“ schwört den Hörer zunächst mit gar sphärischen, ein wenig elektronisch anmutenden Klängen auf das Album ein, bevor die Gitarrenabteilung der Band, bestehend aus Fabio und Vince mit ihrer guten Arbeit beginnt und dann auch Dave´s angenehm tiefe Stimme einsetzt. Man vernimmt des Weiteren auch weibliche orientalische Klänge. Ein in hämmernde Thrashbeats, die bestens in Szene gesetzt werden durch die Rhythmusfraktion von Al am Bass und Tom an den Drums, eingebettetes Gitarrensolo weiß absolut zu begeistern.

Beim folgenden „All Flesh And Smoke“ offenbart sich ein Punkt, mit dem man nur sehr schwerlich warm zu werden vermag. Dies sind diese Shout-Chorals im Refrain. Vermittelt ein 80-er Jahre-Flair und ist absolut Fehl am Platze in der ansonsten recht modern anmutenden Mucke der Schweizer. Angenehm ist wiederum der Synthesizer-Teppich, der von Tom perfekt im Hintergrund integriert ist. Die Riffs lassen den Hörer dann aber auch wieder schön die Rübe schütteln.

„Spit“ weiß da von den ersten Tönen an schon etwas besser zu gefallen. Schön hartes Riffing, der Gesang gefällt und auf einen Shout-Chorus wird schöner weise verzichtet. Im Refrain erklingt hier Dave´s Stimme dagegen ein wenig elektronisch verzerrt. Dieses Stück lädt schon eher zum durchgängigen Rübe-Schütteln ein.

In „Ego“ verfallen die Jungs leider wieder in die Unart mit diesen Shouts … warum denn nur habt Ihr das getan? Der Gesang klingt hier aggressiver als sonst auf diesem Album und wird unterstützt von hartem Riffing. Auch die Melodieführung ansonsten passt herrlich zu diesem Midtempo-Stampfer, den man ohne den oben angegebenen Punkt erheblich höher bewerten könnte.

Recht elektronisch startet „Exit The Line“, bevor wieder alle Instrumente einsetzen. Hier erinnern Dave´s Vocals ein wenig an Clawfinger. Die Keyboards bilden dezent im Hintergrund wieder eine perfekte Untermalung des Songs. Der Song hat einige Wendungen auf Lager und auch ein richtig schönes Gitarrensolo ist mit von der Partie, welches mich wieder schwärmen lässt.

Fast von Samael könnten die ersten Klänge von „Share The Bane“ stammen, welches sich als flottes Stück entpuppt, das ganz gut vorantreibt. Und muss ich hier erwähnen, dass das kurz aufblitzende Gitarrensolo wieder richtig toll ist? Schon eingangs von „The Eye“ kommt man wieder in den Genuss dieser harten Gitarren von Xicon. Doch außer dem eingängigen Rhythmus bleibt von diesem Stück leider nicht allzu viel hängen.

Sehr markant ist auch das Riffing von „Chemical“, das sich forsch seinen Weg bahnt Richtung Gehörgänge. Allerdings scheinen die Vocals hier irgendwie kraftlos rüber zu kommen. Schade, denn dieser Song hätte sonst ein richtiger Knaller werden können, denn die Instrumentierung stimmt hier einmal mehr.

„Pandora“ beginnt fast verträumt, ich fühle mich in Tiamat zu seligen „Clouds“-Zeiten zurückversetzt. Dieses Stück beheimatet ein verdammt melancholisches Feeling … daher und auch, weil Xicon hier alles richtig gemacht haben, ist dies für mich der beste Song dieses Debüts. Meiner Meinung nach sollten die Jungs genau in dieser Richtung weiterarbeiten, denn genau das steht ihnen verdammt gut. Gefällt sehr!

„Wastelands“ besticht durch unbarmherziges Riffing und das gefällt. Doch dann sind die Jungs hart an der Grenze, sich in den Songstrukturen zu verzetteln. Handwerklich ist das Gebotene, wie ausnahmslos überall auf diesem Debüt, sehr gut und zeugt von wirklichem Können an den Instrumenten, nur zieht dieser Song bis auf die Vocals im Refrain fast unbemerkt an dem Hörer vorbei. Als letzten Song auf dieser, mir vorliegenden CD fungiert ein Remix des zuvor schon angeführten „All Flesh And Smoke“. Hier wurden verstärkt sphärische Klänge zum Einsatz gebracht.

Die Produktion ist gelungen, hier können keine negativen Kritikpunkte festgemacht werden. Man sollte sich aber mal Gedanken machen, sich von altbackenen Ideen frei zu machen. Die Spielzeit mit über 50 Minuten ist absolut zu begrüßen.

Fazit: Gitarren-dominierte Songs mit hartem Riffing und gehörig Feeling bilden eigentlich ein gutes Grundgerüst, doch solch Elemente wie diese Shouts in anderen Stücken trüben die Euphorie über dieses Debüt ein wenig. Wenn die Jungs ein wenig mehr ihre Richtung gefunden haben, wissen wir mehr. Ich werde mit Spannung verfolgen, was die Jungs draus machen.

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