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X-Vision: So Close, So Far

So weit, so gut, so ersetzbar
Wertung: 3/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 45:44
Release: 21.11.2008
Label: Glasstone Records

Die Metal(core)-Kombo X-Vision kommen aus dem Land, das aktuell Fußball-Fitze-Weltmeister ist: Frankreich. Aber die Mannen rund um den Eifelturm können nicht nur halbwegs gut hinter das runde Leder treten, sondern greifen auch gern zu den Instrumenten – X-Vision tun dies bereits seit 1998, als Frankreich das letzte mal Weltmeister war.

Das neue aggressive Album „So Close, So Far“ – übrigens auch ein schönes Motto was Frankreich und die Fußballsiege angeht - beginnt mit einigen ruhigen Gitarren-Klängen, die bald von wütenden Riffs abgelöst werden, während in den Strophen hämmernde Riffs folgen und im Refrain wird ohne Pause durchgeshreddert bis die Saiten durch sind. Der Sänger, welcher inzwischen übrigens schon nicht mehr mit an Bord ist, schreit sich zwar nach Leibeskräften die Wut aus dem Bauch, aber den Hörer lässt das Gefühl nicht los, man hätte das alles nicht schon Mal irgendwo, von irgendwem anders gehört.

Generell ein Problem der Band – die Gitarristen mögen zwar Highspeed-Shreddern können und der Drummer kann sicher Rhythmuswechsel mit Blast-Passagen kombinieren, aber das Songwriting lässt keinen Raum für Überraschungen oder einzigartige Parts. Zwar hat man das Gefühl alles schon zu kennen, aber dennoch fällt eine Einordnung der CD schwer – für Death Metal sind die Riffs zu Core-lastig, für Deathcore fehlen die markanten Breakdowns und die extrem tiefen Growls, von Pig Squealing ganz zu schweigen. Metalcore würde noch am ehesten passen, aber in den heutigen Zeiten wird Metalcore zu schnell mit klaren Hooklines in Verbindung gebracht, die sicherlich auch ein Element dieses Genres sind, aber noch lange kein Muss sind. X-Vision verzichten jedenfalls konsequent darauf.

Einen speziellen Song hervorzuheben macht kaum Sinn, alles klingt austauschbar und ziemlich ähnlich, auch die gut eingebauten Pausen im Riffing von „Deadly Adornment“ reißen da nichts mehr. „Blow On Ashes“ beginnt drumtechnisch sehr schlicht, variiert in einigen Passagen zwar recht nett, bleibt aber auf weiten Strecken weiterhin eher prunklos. Wenigstens dürfte der Songs dank des Tempos live gut abgehen, sofern der Sänger die Breaks des Songs nutzt um das Publikum entsprechend anzuheizen. „The Sky Was True“ weist einige Nu Metal-Einflüsse auf, die sich vor allem auf die recht häufig auf dem Album verstreuten Sprechpassagen des Frontmannes gründen. „And Now?“ der einzige Track des Albums, der sich merklich unterscheidet – nicht Mal zwei Minuten Länge werden mit den wenigen, dezent im Hintergrund gehaltenen Akustik-Gitarren-Klängen und dem bedrückt sprechenden Organ des Sängers erreicht, das lediglich in der ersten Hälfte dieses Zwischenspiels zu hören ist.

Auf technischer Ebene ist das Album akzeptabel, wer also auf kompromissloses Geknüppel ohne Wenn und Aber oder sonstige Neuigkeiten steht und sich an den vom Songwriting her betrachtet leistungsstärkeren Bands satt gehört hat, könnte die Scheibe versuchen, ansonsten findet man hier wohl kaum etwas von Interesse.

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