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Wreck Of The Hesperus: Light Rotting Out

Schmutz und Grauen
Wertung: 6.5/10
Genre: Funeral Doom Metal
Spielzeit: 41:29
Release: 15.07.2011
Label: Aesthetic Death

Manchmal erkennt man schon an der Verpackung einer CD, was einen musikalisch erwartet – betrachtet man das schlichte, bis auf einige braune Schlammspuren komplett in Schwarz gehaltene A5-Digipak und die unheilvollen Illustrationen auf den innen zu findenden Booklet-Karten, wird schnell klar, dass das Debüt-Album der Iren Wreck Of The Hesperus kein Sonntagsspaziergang wird. Da erstaunt es nicht weiter, dass „Light Rotting Out“ seinem Titel mehr als gerecht wird und finstersten Funeral Doom bietet, der selbst für Genre-Verhältnisse abgründig klingt.

In den drei quälend langsamen, überlangen Songs bleibt für die Sonne oder gar Hoffnung keinerlei Raum; in diesen lichtlosen Tiefen regieren nur Tod und Verwesung. Viel geschieht dabei in den Musik gewordenen Monstrositäten nicht, denn obwohl sich die Stücke bis über zwanzig Minuten erstrecken, gibt man sich bewusst spartanisch und baut mit monotonen, erdrückenden Riffs eine unbelebte, schmutzverkrustete Stimmung auf, die wohl nicht nur die Band selbst als ihr Markenzeichen ansehen wird. Während das auf die meisten Musikkonsumenten alles andere als anziehend wirken wird, haben die Iren natürlich ihre Leid-affine Zielgruppe, die in diesem Fall auch relativ gut bedient wird, denn Wreck Of The Hesperus verstehen ihr finsteres Handwerk.

Ohne Umschweife lässt die Truppe nach einem Intro mit bedrohlichem Hundeknurren in „Kill Monument“ Doom in seiner rohsten Form sprechen, der in unnatürlicher Langsamkeit auf den erstarrten Hörer zukriecht, während die nicht minder bodenlosen Texte von gurgelnden Schreien vorgetragen werden. Abgesehen von kleinen Verschnaufpausen und dezenten Tempowechseln ändert sich an diesem Schema nicht viel, was ob der rabenschwarzen Atmosphäre aber auch gar nicht unbedingt nötig ist. Problematisch wird es allerdings, wenn im nachfolgenden Song nur minimale Variation dazu geboten wird – obwohl selbstverständlich Riffing und Melodieführung differieren, wird die bereits verwendete Struktur in nahezu identischer Form beibehalten und lediglich um ein paar Disharmonien und zugegebenermaßen wirkungsvoll eingesetzte Stimmen ergänzt, die im Hintergrund singend und flüsternd schwer fassbares Grauen auslösen.

Mit „Holy Rheum“ findet der unheilige Reigen schließlich ein ausschweifendes Ende, das in über zwanzig Minuten noch einmal mehr Raum für Variation bietet und diesen bis zu einem gewissen Grad auch ausnutzt. Zwar stapft der Song ebenfalls in Zeitlupe durch die gleichförmige Ödnis, wird aber durch einige überraschend gelungene Dark-Ambient-Einschübe aufgelockert, die mit tiefen Trommelschlägen, blechernen Lauten und verzerrten Stimmen eine sinnvolle Ergänzung zu den scheppernden Doom-Rhythmen darstellen. Auch das oft disharmonische Gitarrenspiel gibt dem Song in diesem Fall eine eigene Note, die nach einem regelrechten Schockeffekt in Form eines durchdringenden Schreis und den losbrechenden Instrumenten, der auf eine ruhige Passage folgt, aufrechterhalten wird, denn mit dem plötzlich einsetzenden Klargesang, der von gequälten Screams begleitet wird, hätte wohl kaum jemand gerechnet.

Eine komplett eindeutige Angelegenheit ist „Light Rotting Out“ somit nicht, denn obwohl die Rechnung, ein möglichst schmutziges und abweisendes Ambiente aufzubauen, weitgehend aufgeht, ist das Album trotz allem Verständnis für derlei Stilmittel streckenweise schlichtweg unaufregend und lässt das Grauen schon bald zur Gewohnheit werden. Genre-Freunde liegen mit Wreck Of The Hesperus dennoch nicht falsch und können sich – sofern sie über den angesprochenen Makel hinwegsehen können – auf drei in sich stimmige Stücke schleppenden, abscheulichen Dooms einstellen.

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