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World Wide Electronics Vol.1

Elektronische Fundstücke
Wertung: 8.5/10
Genre: Industrial / Electronic
Spielzeit: 76:16
Release: 15.04.2011
Label: Out Of Line

“World Wide Electronics“ ist die erste Zusammenstellung von Künstlern aus der ganzen Welt im Bereich Industrial/ Electronic aus dem Internet, die bis dato kaum bzw. keine Aufmerksamkeit erlangen konnten.
Es rotieren zwar schon einige Compilations in diesem Bereich, z.B.“EBM-The Compilation“,“Electrostorm“, „Extreme Lustlieder“ oder “E.B.M. Club Classics“, jedoch sind hier die allbekannten Urbands des EBM vertreten.

Der Kopf dieser Projektarbeit ist Johan van Roy von Suicide Commando. Auf 17 Tracks verteilt bekommt man neue Eindrücke, frische Sounds und Bandvorschläge, die dann bald auch mit ihren Alben das heimische CD-Regal zieren könnten.
Nicht genug, dass er ein zeitgemäßes und zukunftsorientiertes Händchen für die elektronische Musik bewiesen hat, sondern der Mastermind himself legt Hand an und verfeinert drei Tracks mit seinen Sounds und Remixqualitäten.

Hier ein paar Schmankerls der Scheibe, dessen Cover ein wenig an „Amnesty International“ erinnert. Sollte der Vergleich wirklich so gemeint sein, dann ist die für Menschenrechte kämpfende Organisation ein guter, wenn auch zu bedeutungsstarker Aufhänger.

Harsch und gut fängt es mit der französischen Band Asphyxia “I Know You Hate Me“ an. Dass Asphyxia Atemdepression bzw. Atemstillstand bedeuten soll, ist bei diesem Track überhaupt nicht zu spüren. Nur die Vocoderstimme von Romain Florentz könnte damit eventuell gemeint sein. Eine Ode an den Hass - wunderbar.

Betamorphose ist eine deutsche Band, die 2009 gegründet wurde. Mit Hellelectro verzauberten sie bereits mit der Band Nurzery Rhymes, jedoch mit einem anderen Frontmann.
Der Song „In The Name Of God“ erzählt von Kriegen, die im Namen Gottes geschehen, und deren grausamen Folgen. Aggressiv und mit einigen deutschen Sprachschnipseln ist das ein Stomper, der mit Songs der Urväter im Bereich EBM durchaus mithalten kann.

Beim Song „Missbraucht“ von Stahlnebel Vs Black Selket (Featuring Suicide Commando) erkennt man sofort die Handschrift von Johan van Roy.
Hier bearbeitet er das noch recht aktuelle Thema Missbrauch in katholischen Einrichtungen, die nun durch die Verjährung keine Strafe fürchten müssen. Episch gut, ohrwurmverdächtig und moralisch anstößig.

Der letzte Song der Scheibe kommt von Breathe und heißt „Mit Deiner Haut“. Dies ist der einzig ausschließlich deutschsprachige Song und allein deshalb gebührt ihm schon Aufmerksamkeit. Die Band ist quasi der Nachfolger von Placebo Effect mit Mastermind Axel Machens. Ruhig, fast träumerisch endet die CD so ganz untypisch, aber schön.

Fazit: Zwar sind auch einige in der Szene bereits bekannte Bands wie C-Lekktor oder bereits erfahrene Musiker wie Axel Machens auf dieser Scheibe vertreten, doch der Platz für ganz neue Spirits bleibt dennoch.
Einige schlechte Songs, die von schlechten Bands gecovert sein könnten (Ginger Snap5 “Ginger Girl“ erinnert an Backstreet Boys mit "Get Down (You're The One For Me)") sind auch aufzufinden.

Dennoch ist die Idee, die hinter dieser Produktion steckt, wirklich lobenswert. In Zeiten von kostenlosen Downloads, illegalem Brennen und GEMA-Aufständen wird das digitale Zeitalter hier positiv genutzt. Und das auch noch zu einem sehr vertretbaren Preis im einstelligen Bereich, der für den Erwerb dieses Albums angesetzt ist.

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