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Wolfcrusher: Virgin Tapestry

Gute Ansätze, aber nur ein bis zwei wirkliche Dampfwalzen
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal, Southern Rock
Spielzeit: 35:59
Release: 08.08.2011
Label: Copro Productions/Casket Music

Wolfcrusher sind eine der Bands, die durch reine Muskelkraft eine Fanbase um sich scharen konnten. Ende 2010 fand der erste Gig der Briten statt und schon ab diesem Zeitpunkt wurde lautstark und auch auf sämtlichen Internetforen nach dem ersten Album verlangt. Dass die Herren sich nicht lange bitten lassen würden, war klar, aber gut Ding will bekanntlich auch Weile haben, also dauerte es immerhin noch bis zum Sommer 2011, bis das Debüt "Virgin Tapestry" seinen Weg auf den Markt und in die Sammlungen der Fans fand.

Was auf den sieben Songs geboten wird, groovt stellenweise ganz ordentlich, handelt es sich hier doch um eine, wenn richtig ausgeführt, fast immer zündende Mischung aus Death Metal und Southern Rock - ausgestattet mit zwei Sängern und zwei Gitarristen (außerdem natürlich Bass und Drums) kann die Truppe sich Line-Up-technisch auf jeden Fall sehen lassen. Gitarrist Dan hilft hierbei Sänger Gary bei den Vocals aus, die mal richtig deftig und mal mit fast zu Grunge tendierendem Klargesang daherkommen. Der Mischung aus todesmetallischen Riffs und dem lässigen Süd-Groove muss man natürlich offen gegenüber stehen, sonst hat man hier wenig Freude, und ein bisschen Zeit zum Reinhören braucht man auch, vor allem in Bezug auf den Klargesang, der zwar nicht übel ist, aber teilweise leider ein wenig zu sehr in den Hintergrund gemischt wurde, wie beispielsweise beim ansonsten sehr stimmigen Death-Groover "Skeletonizer".

Der Opener „Reborn“ kommt zwar in recht klassischer, wenn auch groovender Death-Metal-Manier daher, der langgezogene klare Gesang im Refrain klingt aber doch etwas schief und ist tatsächlich gar nicht aussagekräftig, wenn man sich mal den Rest der ansonsten recht guten Platte anhört. "Lost At Sea" passt dann schon eher ins Grundprinzip von Wolfcrusher - dynamischer Gitarrenstoff, unterlegt von heiserem Gekeife und eingestreuten, erdigen Riffs; so was gefällt, so was macht vor allem auch auf Platte Laune. Trotzdem ist der Track bei Weitem nicht der Beste auf "Virgin Tapestry": "Insuperabilis" beispielsweise dröhnt es gleich zu Beginn kraftvoll aus den Boxen (wenn auch hier irgendwie der Gesang wieder ein bisschen zu leise geraten ist), und auch wenn man das etwas eigenwillige Gekeife nicht mag, kann man sich zumindest an sehr feinen Southern-Rock-Gitarren und viel Snare-Einsatz erfreuen. Die tiefen Growls geben dem Ganzen noch eine groovigere Note, mit der der Song sich direkt einen Platz auf der Anspieltipp-Liste gesichert hat. 

Dabei setzen die Briten mit dem finalen "Moving Moutains" noch einmal einen drauf, zumindest was den Härtegrad angeht - allerdings fällt direkt eines auf: Je härter die Songs, desto monotoner fallen sie aus. Wolfcrusher können also nur wirklich etwas, wenn ein bisschen Southern-Rock-Relaxtheut mit einfließen kann. Trotzdem: "Virgin Tapestry" ist ein Tipp für alle, die auf die groovende Kombination stehen. Ein Manko ist hier allerdings der insgesamt leicht dumpfe Sound, bei dem wie erwähnt der Gesang eine Spur zu leise geraten ist. Ansonsten gilt aber: Reinhören schadet nicht, erst recht nicht, wenn man auch einmal über den Tellerrand hinausschauen und eigenwilligere Kombination von unterschiedlichen Rock- und Metalstilen beschnuppern will. Bis Wolfcrusher allerdings ein Niveau erreichen, mit dem sie Hallen füllen können, dürften noch ein bis zwei Full-Length-Alben nötig sein, um zu sehen, was die Band auf langer Strecke kann oder ob Reißer wie „Insuperabilis“ einfach nur ein typischer Fall von Anfängerglück sind.

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