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Wittgenstein: … Und es wird dunkel

Durchschnittsvorstellung mit Potenzial
Wertung: 6,5/10
Genre: Dark-Punk
Spielzeit: 14:47
Release: 10.04.2015
Label: 7us

Wittgenstein aus Berlin benannten sich nach dem Philosophen Ludwig Wittgenstein und besitzen nach eigenen Angaben eine Vorliebe für Friedrich Nietzsche und den Frühromantiker Novalis. Wenn dann noch ihre EP den Namen „… Und es wird dunkel“ trägt, könnte man durchaus auf schwere oder besonders dunkle Kunst setzen. 

So wirklich will sich diese Annahme während der knapp fünfzehn Minuten allerdings nicht bestätigen. Selbst die von ihnen eingeworfene Einordnung als Horror-Punk kann man nicht wirklich nachvollziehen. Dafür wirken die Texte zu ernst, sicher etwas schwer und düster gehalten, aber bis zum Horror ist es doch noch ein Stück hin. Allerdings muss man Wittgenstein im Bereich Lyrics eine wirklich gute Leistung attestieren. Die vier Titel sind allesamt durchdacht, auch wenn die Abmischung stellenweise nicht hundertprozentig funktioniert. Da ihre Songs im Grunde genommen hauptsächlich von den Texten leben, ist der Gesang hin und wieder nicht in der gewünschten Qualität hörbar. Gutes Beispiel dafür ist gleich das Eröffnungsstück „Man sagt vom Tod“, bei dem zwar der markante Sprechgesang schon im Vordergrund steht, aber nicht klar genug zum Vorschein tritt.

Musikalisch bewegen sich die Stücke meistens in einfach gehaltenen Strukturen. Sicher legt man hierdurch bedingt auch wieder mehr Augenmerk auf die textlichen Inhalte, aber etwas mehr Finesse hätte den Songs schon gut zu Ohr gestanden. Zwar sind die Tracks ausnahmslos als sehr eingängig zu betrachten, aber auf die Dauer zu ähnlich und monoton wirkend. Positive Ausnahme sind hier „Was für ein Tag“, bei dem die Gitarrenarbeit differenzierter gearbeitet wurde und der letzte Titel „Licht“, der zum besten Stück der EP avanciert. Gerade bei „Licht“ hat man das Gefühl, dass man durchaus noch ein paar Minuten mehr vertragen könnte.

Insgesamt stellen Wittgenstein mit „… Und es wird dunkel“ vier Titel vor, die man eher als durchschnittlich betrachten würde. Wobei diese Einschätzung zu großen Teilen auf den musikalischen Fähigkeiten der Berliner basiert. Sicher braucht man nicht unbedingt bombastische Soundwände, die am Ende die Texte nur erschlagen würden, aber eine durchgereiftere Klanguntermalung könnte man sich allemal vorstellen. Damit präsentieren die Berliner eine interessante EP, die aber noch nicht völlig ausgereift wirkt. Wittgenstein haben mittlerweile einen Keyboarder mit an Bord und man darf nun wirklich gespannt sein, ob sie mit ihm noch mehr von ihrem Potenzial ausschöpfen können. 

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