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Witchgrave: Witchgrave

… als wären sie schon seit mindestens 20 Jahren im Geschäft
Wertung: 7/10
Genre: Rock/ Heavy Metal
Spielzeit: 31:40
Release: 15.02.2013
Label: High Roller Records

Schwedenmanie, die drölf Millionste – irgendwie scheint der Strom an talentierten Bands aus dem Monarchenland nicht abreißen zu wollen. Dabei ist hier mit Witchgrave keine komplett neue Band am Start; seit fünf Jahren machen sie bereits gemeinsam Musik und veröffentlichten 2010 ihre „The Devils Night“-EP. Anscheinend reicht aber für die Bandmitglieder das Austoben in anderen Bands nicht aus, weswegen sie mit Witchgrave ein weiteres Betätigungsfeld einleiteten. Sänger und Tieftöner Joakim steht dabei in Diensten von Inverted Cross oder auch Eviscerated. Zu letzteren gehören auch Schlagzeuger Sven und Gitarrist Gabriel, die beide außerdem zusätzlich bei Antichrist aktiv sind. Gitarrist Tobbe betätigt sich über Witchgrave hinaus auch bei Jigsore und Slingblade – soviel zur inzestuösen Szene auch in Schweden.

Bei allen anderen Bandquerverweisen und -beteiligungen aber gehen Witchgrave einen ganz anderen Weg und liefern für Fans der eher Okkult-orientierten Achtziger Mucke neuen Stoff in Form des Debüts „Witchgrave“ – wobei die Scheibe spiellängentechnisch zwischen einer EP und einer Full-Length-Scheibe liegt. Dunkel-mystische, so manches mal eher dämonische Texte treffen auf Musik, wie sie auch Venom, Motörhead oder frühe Angelwitch schon transportiert haben – ja, „Witchgrave“ hört sich an, als habe sich schon lange der knisternde Staub in den Plattenrillen verlustigt.

Wie eng das rockige Feld bestellt ist, zeigt sich an „The Virgin Must Die“, denn hier treffen Cronos-artige Vocals auf rockige Rhythmen, wobei sich das Ganze dann auch schnell wie eine Coverversion von Vanderbuyst anhört. Überhaupt treffen sich die beiden Bands – nicht gesanglich und auch textlich – immer wieder im engen Siebziger/ Achtziger-Rockkorsett, wobei Witchgrave mit deutlich räudigerem Gesang aufwarten. Eine Ausnahme stellt da „The Apparition“ dar, denn hier liefern sie gesangstechnisch eine Mischung aus Venom und King Diamond/ Mercyful Fate ab, wobei der Song selbst eher ein stampfender Rocker im Stile früher Judas Priest mit typischen Vanderbuyst-Riffen denn eine Metalhymne ist.

Hier wird schon deutlich: Witchgrave wildern sich quer durch den rockigen Okkultgarten. Maideneske Soli wie in „The Apparition“ oder „Motorcycle Killer” konkurrieren mit der venomschen Punkrotzigkeit wie beispielsweise in „Seduced By The Dark“. Richtig deutlich lassen sie ihre damönische Vorliebe schon mit den ersten Worten in „The Last Supper“ zum Vorschein kommen: „I am Lucifer.“ Der Song selbst ist dabei ein mit reichlich Doublebass angereicherter Up-Tempo-Song mit massig rockigem Motörhead-Feeling und Siebziger-Riffarbeit.

Witchgrave bedienen mit ihrem selbstbetitelten Debüt die aktuell modern gewordene Okkultschiene und verbreiten dazu eine Stimmung, als wären sie schon seit mindestens 20 Jahren im Geschäft. Schwierig ist da ein Fazit, denn eigentlich befindet sich auf „Witchgrave“ kein wirklicher Ausfall, doch in Zeiten von ungebrochen unzähligen Releases müssen sich Label und Band schon die Frage gefallen lassen, wieso sie denn noch ein weiteres Seitenprojekt veröffentlichen. Sei es drum, KIT- und HOA-Fans werden ihren Spaß haben, denn das dürfte dann auch die eigentliche Klientel sein.

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