Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Witchery: In His Infernal Majesty's Service

Gelungene Wiederhörensfreude
Wertung: 8,5/10
Genre: Blackend Thrash Metal
Spielzeit: 37:52
Release: 25.11.2016
Label: Century Media

Schluss mit lustig, Schluss mit Pause, Witchery melden sich zurück, neufrisches Blut an Bord und mit „In His Infernal Majesty's Service“ ein Album im Gepäck, welches die angeschwärzte Thrashwelt ganz schön bunt aussehen lässt. Und auch wenn sich da mit Angus Norder eine neue Stimme hinter das Mikro klemmt und der Drummerposten mit Chris Barkensjö neu ausgefüllt ist, wird der bisherige Kurs beibehalten. Ersterer ersetzt ja Emperor Magus Caligula (ex-Hypocrisy, ex-Dark Funeral und viele mehr), der über fünf Jahre hinweg den Liveposten inne hatte und aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dabei ist, letzterer übernimmt Amt und Hocker von Martin Axenrot (Bloodbath, Opeth).

Neues Personal finden, neue Songs schreiben; insgesamt hat alles sechs Jahre gedauert, bis das sechste Studioalbum endlich Wirklichkeit wurde, zum Glück aber haben es die Schweden geschafft, hier nicht nur den Kopf einzuschalten und in maßloser Studiozeit alles kaputt zu produzieren, vielmehr haben sie wirklich das rotzig rohe Album eingetütet, welches Patrik Jensen so vollmundig ankündigte.

Doch nicht nur die Produktion knallt an allen Ecken und Enden, sondern auch bei den Songs haben Witchery darauf geachtet, bloß nicht nur zu eintönig drauflos zu knüppeln, vielmehr sind es die immer wieder überraschenden Ideen, die Spaß machen und eben auch zünden. Haben sie da in „Netherworld Emperor“ tatsächlich ein paar subtil trötende Bläser eingebaut, die im Hintergrund eine ungekünstelte Dramatik aufbauen? Auf den ersten Blick mag der Song simpel gestrickt sein, doch von Runde zu Runde mehr entwickelt er sich zu einem richtig blackthrasigen Highlight. In „Escape From Dunwich Valley“ überraschen sie dagegen mit dem Einsatz einer Orgel und mischen dem Midtempo-Song, der zum Klampfensolo hin sogar doomig ausreitet, so noch eine okkulte Note unter.

Aber auch für alle Knüppelbarden ist gesorgt. So wird gerade zur CD-Halbzeit aus allen Rohren gepfeffert, „The Burning Of Salem“ gehört zu den brutalen Abrissbirnen, da werden einem die Ohren trotz kurzem Midtempo-Part mit Sample gleich mit glühenden Saiten schmalzlos geschmolzen. Beim gleich anschließenden „Gilded Fang“ wird dann direkt mal wieder mit deutlicher höherer blackmetallischer Atmosphäre gespielt, einfach nur kurz und schmerzlos, mit dem erneut kurz ruhigen Part für einen frischen Atemzug, bevor die Hölle wiederholt losbricht. Da schließt sich auch der Opener „Lavey-athan“ als schwarz-metallischer Überfall in bester Thrash-Schreddermaschinerie an.

Witchery zeigen sich aber durchaus auch von rockigerer Seite. So gehört „Empty Tombs“ zu den Songs mit sattem Schmackes abgestimmten Rockriffs, „In Warm Blood“ durchdringt im Midtempo jede Groove-Festung und „Zoroast“ überrascht mit ungewöhnlich punkigem Start, wechselt dann aber über in einen Doublebass-Groover und vereint Black Metal und thrashige Riffs mit punkigem Feeling. Und während „Nosferatu“ mit slayereskem Riffing und herrlich herausgekotzten Vocals überzeugen kann, so macht sich in dem mit sphärischen Kurzausflügen aufgepeppten „Oath Breaker“ gar ein Hauch von Ministry-Odem breit.

Da fällt das Fazit doch ausnahmsweise mal richtig leicht. Witchery melden sich nach sechs Jahren VÖ-Pause eindrucksvoll zurück, das lässt sich nicht bestreiten. Überraschend sind nicht die in vielen kleinen Details dann doch abwechslungsreichen Tracks, vielmehr dürften die verwunderten Augenbrauen deswegen nach oben huschen, dass vor allem Frontmann Angus, den Insider unter dem Pseudonym Angst von Nekrokraft her kennen könnten, mit derart peitschenden Vocals einschlägt wie eine Bombe. Da bleibt ja nur noch zu hoffen, dass Witchery auch eine ordentliche  Clubtour hinlegen und sich nicht nur auf diversen Festivals verdingen.

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen