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Whoretopsy: They Did Unspeakable Things

Gegen Ende wird erst losgelegt
Wertung: 5.5/10
Genre: Slam, Brutal Death Metal, Grindcore
Spielzeit: 29:13
Release: 13.03.2012
Label: Torture Music Records

Freitagmorgen, halb zehn in Deutschland – statt Knoppers gibt’s Metal und zwar von der härtesten Sorte. Passend zu den Temperaten von knapp 30 Grad und dem Gewitter von apokalyptischen Ausmaßen, das einem die Nacht zuvor den Schlaf geraubt hat, lässt man sich jetzt die ermüdeten Zellen von den Australiern Whoretopsy durchspülen. Sowohl der Bandname als auch der Albumtitel der neuesten und überhaupt ersten Platte der Truppe lässt ahnen, in welche Richtung man hier geprügelt wird: Slam, Grind, Brutal Death – das ist doch genau das Richtige für einen freien Tag.

Bereits im März erschien „They Did Unspeakable Things“ auf dem deutschen Plattenlabel Torture Music Records – wieso es die Platte erst jetzt zu uns geschafft hat, ist rätselhaft, aber in dem Fall eigentlich egal. Allein für das Cover lohnt es sich schon mal, die CD rauszukramen: nacktes Fleisch, Blut, Gedärme, Zerstörung; was will man mehr?!

Natürlich bringt einem ein Blut getränktes Cover keine gute Punktebewertung ein, also kümmern wir uns mal so ganz nebenbei um die Musik der vier Australier, die sich übrigens live um einen Drummer verstärken, damit Gitarrist und Drumprogrammierer AJ sich um die Saitenhexerei kümmern kann. Damit haben wir auch schon das erste Problem, nämlich die steril und statisch klingenden Drums auf „They Did Unspeakable Things“. Entgegen den Erwartungen berufen sich Whoretopsy aber nicht ausschließlich auf „Bree Bree“-Schweinegemetzel und wahnwitzige Blastbeats, sondern schrauben das Tempo auch schon mal in bester Florida-Groove-Death-Manier eine Spur runter, wie beispielsweise bei dem mit Schlafmusik eingeleiteten „DPI“, das zwar schon mit ordentlich Gegrunze aufwartet, zwischendurch aber auch mal Gitarren der alten Schule und „einfache“ Growls mitmischen lässt.

„Necrobordello“ – stilecht mit surrenden Fliegen im Intro – könnte man dann fast als eine ganz krasse Form von Black Metal einstufen, zumindest wenn man das übliche, enorm tiefe Gegrunze mal hinter sich gelassen hat und Sänger Storma fiese Screams hören lässt. Nicht übel, was der Mann da bietet, da kann sich so mancher Grindcore- oder Death-Metal-Schreihals noch eine ordentliche Scheibe abschneiden.

Insgesamt mangelt es der Truppe aber an Abwechslung. Klar limitieren sich die Australier hier mit dem angegebenen Genre sehr, aber ein bisschen mehr Würze hätte die Platte schon vertragen können, obwohl man den Jungs zugute halten muss, dass zumindest die Vocals und eingestreuten Tempowechsel eigentlich ganz gut zur allgemeinen Belustigung beitragen. „Potty Mouth“ mit den anfangs sehr verzerrten Schreien beispielsweise ist auch so ein Track, der sicherlich etwas länger im Gedächtnis bleiben wird, obwohl den Rest der insgesamt zwei Minuten und 22 Sekunden eher spröde dahingebolzt wird. Zum Ende der Scheibe hin beweisen Whoretopsy bei „Human Error“ noch mal ein ausgesprochen gutes Händchen für Streichersamples (!) und spannungsgeladene Gitarren – allein wegen dem Instrumentalintermezzo ist der Song definitiv der allerstärkste der Platte, gar nicht zu reden von dem genialen Schrei, den Storma nach knapp drei Minuten Spielzeit loslässt. Wahnsinn, davon hätten die Herren gerne etwas mehr präsentieren dürfen!

 Schade, dass die Australier erst gegen Ende ihre wahren Talente herauskramen, den entgegen vieler anderer Grindbands können die Jungs wirklich was. Punktemäßig schaffen sie es somit gerade so über die Halbzeit – nächstes Mal etwas mehr „Human Error“-Feeling, dann klappt’s auch mit den Punkten!

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