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While Heaven Wept: Fear Of Infinity

Überzeugt erst nach mehr als einem Durchlauf
Wertung: 7.5/10
Genre: Epic Metal
Spielzeit: 37:11
Release: 22.04.2011
Label: Nuclear Blast

Lange krebsten While Heaven Wept im Underground herum, und erst mit dem dritten Studioalbum in 18 Jahren (!) konnten sie Fans und Presse von ihren Qualitäten überzeugen. Knapp anderthalb Jahre nach dem Durchbruch „Vast Oceans Lachrymose“ schicken die aus Virginia stammenden Progressive-Epic-Metaller nun beim Branchenriesen Nuclear Blast ihren nunmehr vierten Output ins Rennen um die Gunst der Käufer. Schnell waren sie mit dem Release, wenn man die bisherige Bandgeschichte in Betracht zieht, und so mancher Fan der ersten Stunde schreit da schnell„Ausverkauf“ – doch weit gefehlt, denn die Tracks stammen noch alle aus der Schreibphase des Vorgängers.

Recht ungewöhnlich ist ferner die Tatsache, dass die Platte mit knapp über 37 Minuten gerade einmal auf Schallplattenlänge kommt. Andererseits: Album Numero drei hatte ja auch nur etwas mehr als 42 Minuten; da kann die Erbsenzählerei nicht viel anstellen.

Wie so häufig bei epischen Metalscheiben müssen mehrere Durchläufe her, damit die Songs ihren Reiz entfalten können – „Fear Of Infinity“ stellt da keine Ausnahme dar. Mit „Hour Of Reprisal“ wummert es zum Start ungewöhnlich heftig aus den Boxen; das Riffing erinnert mehr als einmal an Dimmu Borgir und andere Schwarzwurzelvertreter. Über allem thront dann die doomige und klare Stimme vom Frontmann Rain Irving. Der Auftakt überrascht also schon einmal und weckt die Neugier auf das restliche Material. Auch „Destroyer Of Solace“ kommt richtig knackig powermetallisch daher, doch zum ersten Mal müssen While Heaven Wept einige Schwächen offenbaren: Rain wirkt nicht immer ganz taufrisch in höheren Stimmlagen und gerade die viel zu uninspirierten Vocalharmonien verwässern doch ein wenig den guten bisherigen Eindruck. Lediglich die Girarrenarbeit hebt den Song wieder zurück in den Durchschnitt.

Mit den beiden Openern haben While Heaven Wept ihren Geschwindigkeitsrausch dann genügend ausgelebt, denn danach wird die Scheibe eindeutig ruhiger und mit „Unplenitude“ folgt sogar die fast erwartete Herzschmerz-Ballade. Sanfte Klavieranschläge vereinen sich mit ruhiger gezupfter Gitarre und Rain legt mir warmer Stimme einen Mantel seiner Gefühlswelt darüber.

Auch die darauf folgende Ballade „To Grieve Forever“ lebt von der warmen Stimme Rains, doch im Gegensatz zu „Unplenitude“ spielen die Stromgitarren eine tragendere Rolle – doch immer wieder erinnert gerade dieser Track an die alten Helloween zu „Chameleon“-Zeiten.

Den Vogel schießen While Heaven Wept mit ganz anderen Songs ab: „Saturn And Sacrifice“ scheppert so richtig fett doomig durch die Gassen und kommt wie ein Bastard aus Tiamat und Candlemass daher. Das abschließende „Finality“ bietet nicht nur mehr als elf Minuten feinste Musik, sondern ist einmal mehr die perfekte Hommage an einen der größten Bandeinflüsse: Fates Warning.

Wer While Heaven Wept und Ausverkauf zusammenwirft, hat definitiv null Ahnung. Wer dagegen in „Fear of Infinity“ die Erfüllung aller epischen Metalträume sieht, ist entweder beinharter Supporter der Band oder durch den Labelnamen geblendet. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen: While Heaven Wept bleiben weiterhin Underground, doch in der gehobenen Klasse. Wer sich regelmäßig Platten von Fates Warning, Candlemass in Tateinheit mit diversen gemäßigten Black-Metal-Bands auf den Teller legt und Helloween nicht verachtet, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Alle anderen haben While Heaven Wept eh nicht auf dem Radar.

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