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Weto: Schattenspieler

Weto springen auf den Erfolgszug auf
Wertung: 9.5/10
Genre: Rock
Spielzeit: 48:20
Release: 26.08.2011
Label: F.A.M.E. Artist Recordings

2000 wurde die Band Weto vorerst auf die Seite gelegt. Der Durchbruch wollte einfach nicht gelingen und dann gab es da auch noch Schandmaul. Die Band von Weto-Sänger Thomas Lindner, die einfach viel Zeit gefressen hat. Nun ist die Band, die vor Schandmaul da war, wieder da und zeiget schon 2006 eine düstere Seite. Ende August dieses Jahres ist es Zeit für ein nächstes Zeichen und das möchte „Schattenspieler“ zeigen: Zeit für düstere Gitarren, klare Stimmen und Keyboards. Zwölf Songs hat „Schattenspieler“ mitgebracht und wird diese ab dem 26. August im CD-Regal präsentieren, wobei „In Das Licht“ doppelt ist, da es extra noch als Radio Edit aufgenommen wurde.

Es geht auch direkt gitarrenlastig los. Mit dem Song „Eiszeit“ beginnt das Album, was aber keineswegs kalte Schauer den Rücken herunter laufen lässt. Treibende Melodien führen den Hörer in ein Album ein, was weniger düster und weniger hart als noch deren Vorgänger ist. Die Frage, ob hier Schandmaul herausgehört werden kann, ist nicht so einfach zu beantworten. Klar ist auf jeden Fall, dass Thomas Lindners Stimme einen hohen Wiedererkennungswert hat und somit sofort die Verbindung da ist. Aber was fehlt, ist der klassische Schandmaul-Sound. Nein das, was hier dem Hörer vorliegt, ist kein Abklatsch, vielmehr zieht Weto die Vorteile dessen, das die Erfahrungen da sind, und macht das Beste daraus. Beim nächsten Track allerdings wird der erfahrene Schandmaul-Hörer den Song schon beim Namen erkennen. Hier wird tatsächlich „Feuertanz“ gecovert. Albern? Überflüssig? Will man hierüber die CDs verkaufen? Beim Hören lassen sich alle drei Fragen mit einem klaren „Nein“ beantworten. Zuerst meint man, dass gerade der Text gleich geblieben ist, die Melodien aber ordentlich renoviert wurden. Weniger exotisch, weniger orientalisch als die Eigentümer des Songs und dadurch ist etwas Eigenes entstanden. Dieser Song gehört eigens Weto.

Weniger orientalisch ist auch der Song, der vom Titelnamen eher auf einer Schandmaul-CD vermutet werden würde. Nun sei aber Schluss mit den Vergleichen der noch bekannteren Band, denn das hat Weto nicht verdient. Das was sie hier liefern, ist ein gutes Stück Musik und das beweist eben auch „Orient Und Okzident“. Klare Linien, glasklarer Gesang und durchdachte Lyrics zeigen, dass die Band nach oben strebt und vor allem, dass sie es auf diese Art sicher schaffen.

Kein Song ist wie der andere und doch gibt es einen klaren roten Faden, der sich durch die zwölf Songs frisst. Ein jeder ist mit einem gewissen Ohrwurmpotential ausgestattet. Das Werk zeigt zudem auf, dass die Musiker die Erfahrung einbringen und komplett aufeinander eingespielt sind. All das macht „Schattenspieler“ zu einer absolut runden Sache.

Zwei Songs sollen hier noch herausgenommen werden: Zum einen „Krank“, der ein absolut tanzbarer Song ist und den Hörer direkt auffordert, sich zu bewegen. Die ruhigeren Passagen und das Gitarrensolo lassen dieses Stück hervorstechen und nach schnellen drei Minuten ist es vorbei. Es ist Zeit für den Titelsong des Albums: „Schattenspieler“. Der Song ist einer der ruhigsten auf dem gesamten Album und der Track, der lange nach Verklingen des letzten Tons zum Nachdenken anregt. Es geht um die Suche nach dem Sinn des Lebens und der Depression, die daraus resultieren kann, wenn man das Licht und die Freunde rechts und links nicht mehr sieht, vor lauter Frust. Dieser Song ist wirklich das, was man sich von einem Titelsong wünscht. Er hallt nach, die Lyrics bleiben im Gedächtnis und die Melodie geht einem nicht mehr aus dem Kopf.

Weto ist hier wirklich ein sehr gutes Album gelungen, welches hoffentlich nicht lange in den Regalen liegen bleibt und den Radiostationen sei an dieser Stelle geraten, „In Das Licht“ zu spielen. Hier sollten definitiv nicht nur Schandmaul-Fans zu greifen.

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