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Welkin: The Origin

Welkin klingen unheimlich frisch und energiegeladen
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 35:43
Release: 31.03.2007
Label: Shiver Records

Die Bezeichnung “Sonic Death Metal”, die einige Male auf dem Promoblatt zu “The_Origin”, dem neuen Album der Belgier von Welkin, zu lesen ist, war mir bis dato völlig unbekannt. Umso gespannter war ich, als ich “The_Origin” in meinem CD - Player die ersten Rotationen schenkte. Und enttäuscht wurde ich nicht. Zwar ist der von Welkin präsentierte schwere und traditionell technische US - Death Metal, versetzt mit einigen Elementen aus Grind und Deathcore, nicht unbedingt völliges musikalisches Neuland und auch nicht vollkommen weltverändernd, doch wirkt die Band äusserst interessant und frisch zugleich.

“The_Origin” ist ein Album, das sowohl eine gehörige Portion Brutalität besitzt, aber auch einen amtlichen Groove nicht vermissen lässt. Besonders charakteristisch ist der pumpende, sehr moderne Bass, der mich manchmal gar an die Nu Metaller von Korn erinnert. Aber liebe Death Metal - Gemeinde, keine Angst, mit Nu Metal hat “The_Origin” nun mal gar nichts zu tun. Die übrigen Welkin - Soundbausteine haben allerdings ebenfalls ganz besondere Eigenschaften. Der Gesang ist ziemlich tief, aber auch eindringlich. Besonders gut gefällt mir die “Intonierung”, denn hier wird nicht auf möglichst hohe Geschwindigkeit gezielt, sondern auf einen speziellen Klang, der den Vocals auch einen recht hohen Wiedererkennungswert beschert. Ähnliches gilt für die Drums, die zwar nur selten im ICE - Tempo daherknattern, dafür aber umso songdienlicher sind. Die Gitarren erinnern teilweise sehr an US - Death Metal Bands wie Cannibal Corpse oder Malevolent Creation, denn sie zeigen ständig neue Facetten und Technikdemonstrationen, die es in sich haben.

Wenn man überhaupt etwas an dem Sound von “The_Origin” kritisieren möchte, dann, dass die Instrumente etwas differenzierter klingen könnten, aber so hat das Ganze echten “Walzen - Charakter”.

Die ersten Takte von “Loki” erinnern mich leicht an Metallicas “St. Anger”, doch schon wenig später entwickelt sich der Song zu einem echten Groovemonster, welches aber ebenso wütend und brachial den Hörer auf die Knie zwingt. Ein wirklich guter Song, an dem ich absolut nichts auszusetzen habe und der einfach Spass macht. Bei “Chapters“ zeigen sich Welkin dann von ihrer amerikanischeren Seite und pendeln irgendwo zwischen Death Metal und Grindcore. „Chapters“ hat zwar einen tollen Mittelteil, aber gegen Ende hin hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht. Wobei eine simple Kürzung des Songs wohl den selben Effekt gehabt hätte. Dennoch geht dieser Song wieder völlig in Ordnung und kocht vor Wut.

Im Mid - Tempo startet „Downfall“ und dieses wird so schnell nicht verlassen. Ziemlich coole Gitarren treffen hier auf den starken Gesang von Frontmann Demis Holvoet, der an einigen Stellen sehr heftig ins Mikro brüllt. Sehr gelungen ist ebenfalls der Songsaufbau, der dazu führt, dass „Downfall“ kurz vor Schluss endgültig ausbricht, nachdem man diesen Ausbruch bereits mehrfach andeutete. Das folgende „The Weary“ erinnert streckenweise an das bereits gehörte „Chapters“ und hat ein paar echt halsbrecherische Passagen zu bieten.

Bei „Cynical Breath“ ist es vor allem diese dominante Schwere, die dem Hörer im Gedächtnis bleibt und für die erneut der tiefe Bass zuständig ist. Ein kleines Grindfest fackeln Welkin dann im flotten „Heartstorm“ ab, das klar zu den besten Songs des Album gehört.

Und wieder ist es der Bass, vor dem man so gerne niederknien möchte. Denn allein die ersten Sekunden von „Wretched“, welches das letzte Albumdrittel einläutet, sind verdammt stark. Der Rest des Songs ist auch nicht zu verachten und ich würde sagen, dass „Wretched“ ein sehr typischer Welkin - Song ist. „Rites“ und „The Throne“ (mit witzigen Affenschreien am Ende!) runden „The_Origin“ daraufhin ab und sind wirklich gut, auch wenn ich denke, dass dieses Album mit besseren Songs auf eine hoffentlich breite Hörerschaft wartet.

Zwei kleinere Kritikpunkte sind für mich die etwas geringe Spielzeit von knapp 36 Minuten und die Tatsache, dass ich mir gegen Ende des Albums ein wenig mehr Abwechslung gewünscht hätte.

Fazit: Dennoch ist „The_Origin“ ein wirklich gutes Album und ich hoffe, dass wir von dieser Band noch so einiges hören werden in Zukunft. Welkin klingen unheimlich frisch und energiegeladen, weshalb Genrefreunde sich unbedingt mit diesem Album auseinandersetzen sollten.

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