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Weena Morloch: Grüß Gott, wir sind die Morlochs

Kurzweilige Industrial Cover bekannter Songs des 20. Jahrhunderts
Wertung: 7,5/10
Genre: Industrial Metal
Spielzeit: 40:48
Release: 02.10.2015
Label: Trisol Music Group (Soulfood)

Weena Morloch, Seitenprojekt von Alexander Kaschte, dem Mastermind und Schöpfer von unter anderem Samsas Traum, stand schon des Öfteren stark unter Kritik und hat leider erst durch unglückliche und tragische Ereignisse an Bekanntheit gewonnen. Bekannt sind sie vor allem für das anfänglichst grobe Konzept, wie Songs bei ihnen entstehen und geschrieben werden und seit dem letzten Album „Amok“ (2010) auch für die sehr offenen und kritischen Texte, geworden. Doch anders war man das ja noch nie von Alexander Kaschte gewohnt.

Doch wie schaut das Ganze auf dem neusten Output aus? Mit „Grüß Gott, wir sind die Morlochs“ schlägt Kaschte mit Weena Morloch einen zunächst eher untypisch erscheinenden Weg ein. Dies lässt sich sogar schon  anhand des typisch bayrisch anmutenden Covers erahnen, welches sich deutlich von den bisherigen Covern abhebt. Auch unterscheidet sich diese CD deutlich von bisherigen Veröffentlichungen. Denn dieser Longplayer ist nichts anderes, als eine Neuauflage bekannter Songs, wie „Eye of the Tiger“, „Moskau“ oder auch „Holy Diver“ in frischem Industrial Gewand, also quasi ein Cover Album. Doch nach einigen Rotationen des Silberlings im CD Player stellt sich heraus, dass dieser Industrial Stil, welcher vor allem seit genanntem letztem Album vorherrscht, Weena Morloch durchaus gut steht und zu überzeugen weiß.

Das Album startet mit „Tränen lügen nicht“, einem Klassiker aus dem Jahre 1974, welcher im Original von Michael Holm stammt, jedoch von Kaschte auf seine ganz eigene Art umgeschrieben wurde. So ist der Song nicht nur schneller, sondern vom Gesang her auf durchaus harscher und wirkt in Verbindung mit den Synthies und den Gitarren sehr rau und dreckig. Dies weiß durchaus zu überzeugen.

Weiter geht es mit „Eye of the tiger“ (Original von Survivor) und „Moskau“ (Original von Dschinghis Khan), welche beide schon im Original großartig waren und auch in neuen Gewand Spaß machen und zum Mitsingen einladen. Hier interpretiert Kaschte, wie bei allen Songs auf der Platte, seinen ganz eigenen Stil hinein und verleiht dem Song von der Wirkung her einen anderen Charakter als dem Original, nicht zuletzt durch die Umarbeitung in Industrial Richtung mittels E-Gitarren und Synthesizern. Dies weiß jedoch sehr gut zu überzeugen.

Ein weiteres Highlight auf dem Album ist „Des Teufels Don Kosaken“, welchem Kaschte seinen ganz eigenen trashigen und schon fast ironischen Charakter verliehen hat. Wenn der Song auf einer Party nicht gut ankommt, dann läuft etwas ganz gehörig falsch…

Das Album endet mit dem Volkslied „Schwarzbraun ist die Haselnuss“, welches in der neuinterpretierten Version schon fast als Death Metal durchgehen könnte. Hier merkt man auch noch einmal deutlich, dass man sich selbst bei den Aufnahmen auch nicht ganz ernst genommen hat. Spaß machsts trotzdem.

Der gute Herr Kaschte liefert letztendlich mit seinem neusten Longplayer unter Weena Morloch ein kurzweiliges Coveralbum bekannter Hits in neuen und dunklem Industrial Gewand ab, welches vor allem für seine treuen Fans, die von Samsas Traum und eben Weena Morloch besonders interessant sein sollte und die ein oder andere düstere Party um einige Hits erweitern dürfte.

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