Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Web: Deviance

Doom-Groove-Thrash für Coroner- und Mekong Delta-Fans
Wertung: 8.5/10
Genre: Doom Metal, Groove Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 51:16
Release: 19.03.2011
Label: Eigenproduktion

Die Portugiesen Web kennen wohl nur absolute Insider der Szene, vor allem, wenn sie ihr Äuglein verschärft auf die iberische Halbinsel geworfen haben. Ohne den Fingerzeig von Contradictions Olli wäre auch The-Pit.de völlig blind an dieser Band vorbeigeschrammt, dabei bestehen Web nun doch schon seit 1986. In den Neunzigern veröffentlichten sie zwei Demos, ihr Debut „Wold Wide Web“ erschien 2005. Mit „Deviance“ liegt nun die zweite Full-Length-Scheibe vor.

Web wurden als Thrash-Band angepriesen, doch schnell kristallisierte sich heraus, dass diese stilistische Einordnung nur bedingt greift. Während der Opener „Life Aggression“ in bester Mekong Delta/ Coroner-Manier aus den Boxen scheppert – progressiv treiben Gitarren und Drums an, werden von heiserem Gesang begleitet, und ein fett stranges Solo rundet diesen Thrasher ab – so endet der Track völlig überraschend mit tribalartiger Schlagzeugarbeit und akustischer Gitarre.

Mit dem darauf folgenden Song gehen Web eine komplett andere Richtung und finden sich auf dem staubigen Weg des Dooms wieder – Frontmann Victor kommt mit halbem Sprechgesang daher und singt lediglich im Refrain – ein Song mit hohem Suchtfaktor, fett groovend und der (!) Anspieltipp der CD. Dass kurz darauf schon Song drei aus den Boxen tönt, merkt man lediglich daran, dass auf dem Display des Players die Anzeige weiterspringt. „Mortal Soul“ geht in pures Doublebass-Gewitter über, die Gitarren flitzen wie wirr, bevor das Tempo dann doch wieder abgebremst in einem Solo voller Sehnsucht aufgeht.

Damit sind eigentlich schon alle Trademarks von Web aufgezeigt. Die Band variiert, wie es ihr gefällt und hält immer den Handlungsfaden in festen Händen. Kaum tapern die Füße zur Doublebass mit, da schüttelt sich der Schädel wie von selbst zum eher groovigen Part, und auch alle Gitarristen können sich genüsslich an der Luftgitarre austoben, denn immer wieder bauen die Portugiesen richtig starke und jederzeit gefühlsechte Soli ein.

Beginnen „As We Crawl“ und „House Of Salvation“ beide noch mit der akustischen Klampfe, so endet der zweite, lange als Halbballade daherplätschernde Song in einem fetten Doublebass-Unwetter, während bei erstem nur spärlich dieses Spielwiese eingebracht wird.

Die Single „Awake“ ist ganz sicherlich das Lied mit den meisten Coroner-Einflüssen, allerdings können sich Web locker von den Eidgenossen-Vorbildern lösen. Auch hier treffen immer wieder die heftig aufs Gaspedal drückende Bass-Drums auf groovige Grundrhythmen.

Richtig schwere Kost bieten Web dann noch als Rausschmeißer an, denn fast dreieinhalb Minuten dominiert die akustische Gitarre, bevor dann „The Journey“ doch noch zu einem fetten Doomer und mit Rhapsody Of Fire-Gitarren angereichert wird – ganz starkes Stück.

Die Portugiesen Web kombinieren, wie es ihnen gefällt. Da wird heftig nach vorn geprescht oder wahlweise die Doomkeule herausgeholt, da beruhigen akustischen Parts, die wiederum von flirrenden Soli abgelöst werden. „Deviance“ gehört zu den Scheiben, die sicherlich alle Coroner- und mit leichten Abstrichen auch Mekong Delta-Fans glücklich machen wird. Für faire elf Euro plus Porto und Verpackung bekommt man über 50 Minuten feine Musikkost unter info@webthrashmetal.com.

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen