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We Came As Romans: Tracing Back Roots

Teils experimenteller, oft poppiger
Wertung: 7,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 40:39
Release: 26.07.2013
Label: Nuclear Blast

Die Detroiter Band We Came As Romans ist mittlerweile eine feste Größe im modernen Metal – inzwischen beim Labelriesen Nuclear Blast beheimatet, haben die letzten beiden Alben „To Plant A Seed“ und „Understanding What We’ve Grown To Be“ mehr als deutlich gezeigt, dass die Herren auf konstant hohem Niveau agieren können.

Einziges Manko der Jungs war aber immer schon die recht flotte Abnutzung der Alben. Tracks wie „Mis//Understanding“ oder „An Ever-Growing Wonder“ nisteten sich zwar in den Anspieltipplisten ein, auf lange Dauer gesehen wurden die Tracks aber eher gleichförmig, als dass es noch spannende Details zu entdecken gegeben hätte.

Auf der neuen Scheibe „Tracing Back Roots“ wird jetzt ein Novum präsentiert: Schreihals David Stephens gibt sich nämlich erstmals dem klaren Gesang hin und meine Fresse – der Mann kann einiges! Bislang war ausschließlich Keyboarder Kyle Pavone für den Klargesang zuständig und seien wir mal ehrlich: Manchmal hat sich der gute Mann mindestens eine halbe Oktave zu hoch ausgetobt. David allerdings macht seinen Job mehr als gut und man möchte dem Jungen ins Gesicht schlagen dafür, dass er sich bislang so bedeckt gehalten hat.

Ein nahezu perfektes Beispiel hierfür ist „I Survive“, das zwar insgesamt etwas poppig daherkommt, bei dem die neuerlangten Sangeskünste des Fronters aber gut unter die Lupe genommen werden können. Klar, leicht resigniert, aber mit einem schönen warmen Unterton präsentiert der Ami seine Stimme abseits von heftigsten Shoutings, bevor der Refrain dann mit Hintergrundscreams daherkommt. Wo wir gerade von Shoutings sprechen: Schon der Opener und Titeltrack zeigt an, dass sich hier ein bisschen was geändert hat, kommt er doch ungewohnt chaotisch und mit vielen Tempowechseln daher, die das Stück noch eine Spur heftiger wirken lassen.

Apropos „Pop“: Insgesamt zeigen sich WCAR eine Spur chartkompatibler als auf den vorherigen Alben. Viele der Elektroeinsprengsel unterstützen diesen Eindruck noch und im Großen und Ganzen weiß man nicht so recht, was man davon halten soll. „A Moment“ ist so ein Fall – auch nach mehrmaligem Anhören kann man sich damit nicht so recht anfreunden, kommt hier doch a) wieder verstärkt Kyles Gesang, der ohnehin stark geschmacksabhängig ist und b) ist der Song auf eine klebrig-süße Weise ruhig. Auf der anderen Seite stehen aber Hammersongs wie das deftige „Present, Future, And Past“ – hier dürften alle Breakdown-Fetischisten auf ihre Kosten kommen und noch dazu hat der Song derartig Wut im Arsch, wie man es bei WCAR schon länger nicht mehr erlebt hat.

Mit „Through The Darkest Dark And The Brightest Bright“ bieten die Jungs zum Finale hin einen Track mit wenig intelligentem Titel an, der aber musikalisch absolut typisch für die Band und daher schon fast wieder uninteressant ist.

So recht entscheiden kann man sich bei „Tracing Back Roots“ nichts. Einerseits haben die Amis wieder mal ein paar Experimente eingebaut, die ihnen gut zu Gesicht stehen und allein der Einsatz des Shouters beim cleanen Gesang ist wirklich Gold wert. Andererseits finden sich hier aber ein Haufen poppige Elemente, die die Band eher Richtung Charts tendieren lässt, was sicher einigen sauer aufstoßen dürfte und auch nicht immer gut zum restlichen Sound der Truppe passt.

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