Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

We Are Wolf: Oklahoma

Von wegen eintönig!
Wertung: 9/10
Genre: Deathcore, Metal
Spielzeit: 35:44
Release: 11.12.2015
Label: Noizgate Records

Vor gut fünf Jahren erreichte uns mit „Aeons“ das Debüt der Köln/Bonner Fraktion We Are Wolf, die sich schon damals, zwei Jahre nach Bandgründung, im Deathcore-Genre eingenistet hatten. Die Arrangements wirkten damals auf Dauer noch etwas eintönig, dafür konnte Sängermonster René mit seiner Stimmgewalt massenweise Pluspunkte sammeln.

Mit „Oklahoma“ kommt jetzt die zweite Scheibe der Fünf auf den Markt (wenn man die „Masquerader“-EP mal außen vor lässt), geändert hat sich in der Bandkonstellation glücklicherweise nicht viel, im Sound allerdings lassen sich erfreuliche Reifungsprozesse erkennen: Gleichzeitig weniger eintönig, dafür eingängiger kommen die zehn Songs daher, an Melodien wird nicht gespart, trotzdem kann man die Truppe noch ganz gut unter dem Banner „Deathcore“ unterbringen, auch wenn die Scheuklappen in Richtung Metal und auch Rock hier offen gehalten werden.

Frei von der Leber weg und im dreckigen Hardcore-Gewand rotzen We Are Wolf den Opener „Awake“ heraus, der schnell an Fahrt aufnimmt und im Verlauf ein paar Melodiespielereien auf der Gitarre spendiert bekommt. Man befürchtet schon einen Kitschrefrain, René reißt das Segel aber noch mal rum und als dann letztlich doch Gitarrist Lorenz mit Klargesang einsteigt, passt es einfach wie Arsch auf Eimer und ist genau richtig dosiert.

„Voice Of The Undead“ ist dann der nächste Appetithappen, der mit einem vom Schlagzeug unterfütterten Intro aufdreht, die Kölner bewegen sich eher in der Melo-Death-Richtung, die auf dem Album aber wesentlich zurückgeschraubt wurde und nur noch stellenweise durchkommt. Ganz großes Kino ist dann der fiese, fast schon ein bisschen sterile Refrain – hier zeigen We Are Wolf endlich in vollem Umfang, was sie wirklich können, und halten sich nicht mit oftmals halbgaren Spielereien auf wie noch zu „Aeons“-Zeiten.

Eine richtige Überraschung dann das wunderschön (wenn auch nur kurz) instrumental eingeleitete „Bearer Of The Curse“, bei dem sich René so richtig schön auskotzen kann – da herrscht Geschrei und Geschredder an allen Ecken und Enden, zwischendurch kann man sich fast zu einem 2-Step-Tänzchen hinreißen lassen, aber sicherlich kommen hier live auch alle HeadbangerInnen auf ihre Kosten. Richtig experimentell mutet der Song mit seinen, teils in den Hintergrund gelegten Gitarrenspielereien an, auch der Doppelgesang macht ordentlich was her.

Einfach heftig, was der Fronter hier für eine Leistung abliefert, da wird bei „Pearl Of Beauty“ einfach gnadenlos zwischen Hardcore-Gebell und Metal-Gekeife gewechselt, während Schlagzeuger Jan sich die Handgelenke faserig trommelt. Wahnsinn. Mit dem finalen „Frequency“ schließt sich dann der Kreis, anfänglich könnte man beinah meinen, hier teste eine Post-Hardcore-Indie-Band ihre Instrumente, sobald die Vocals ins Spiel kommen, ist aber Schicht im Schacht, senkrecht und stocksteif sitzt man schockiert vor den Boxen, debil sabbernd und in ängstlicher Erwartung, wann die Boxen denn nun endgültig den Geist aufgeben.

„Oklahoma“ steht hier übrigens nicht für den US-Bundesstaat, sondern stellt ein Safe-Word dar. Kann man gut brauchen bei der Scheibe.

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen