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Watertank: Sleepwalk

Hardcore-Klangflächen mit ausbleibender Tiefenwirkung
Wertung: 6,5/10
Genre: Modern Hardcore/ Heavy Rock/ Independent
Spielzeit: 42:53
Release: 27.04.2013
Label: Butterwitch

Die Referenzen, mit denen sich Watertank gerne messen wollen, könnten spannender nicht sein: Baroness und Tool seien da genannt, Isis und Neurosis in den abgemilderten Phasen des Songwritings, aber auch heimische Gefährten wie Kylesa, mit denen die Truppe aus Nantes bereits die Bühne teilen durfte. Doch was genau steckt hinter diesen fünf Franzosen, die sich mit "Sleepwalk" aufschwingen, ihren Helden Tribut zu zollen, indem sie einige der elementarsten Inhalte ihres Sounds für das eigene Werk beanspruchen? Tja, diese Frage zu beantworten, ist definitiv nicht leicht!


Zumindest auf das aktuelle Album bezogen hinterlassen Watertank noch eine ganze Reihe Fragezeichen, die auch bei genauerer Betrachtung und kontinuierlicher Fallanalyse nicht in Luft aufgelöst werden. Irgendwo in der großen Wildnis aus Sludge-Gitarren, psychedelischen Elementen á la Monster Magnet und modernem Hardcore sucht dieses Quintett nach einem eigenständigen Klangerlebnis, findet dieses auch, gestaltet es bisweilen aber zu sperrig und kopflastig. Zwar erwartet man bei der außergewöhnlichen Herangehensweise erst einmal nichts Griffiges, geschweige denn Hooklines, jedoch wünscht man sich innerhalb des an sich recht kompakten Songwritings ein paar Anker, die den Ideenrausch dieser Franzosen wieder spielerisch erden.

"Sleepwalk" ist beileibe kein abgehobenes, allzu abgefahrenes Album. Doch die Zahl der unterschiedlichen Einflüsse, die schließlich in einem üppig gefütterten Indie-Rock-Monster münden, will erst einmal verdaut werden, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Platte mit ihren zahlreichen Kontrasten wohl auch nur als Ganzes funktioniert. Easy Listening ist jedenfalls ein Kind von einem anderen Stern, verglichen mit dem, was auf "Sleepwalking" geschieht.

Doch dieses Sperrige, meinetwegen auch Progressive sollte eigentlich auch ein paar erfrischende Nuancen mit sich bringen: Unberechenbarkeit, Überraschungseffekte, pure Verblüffung. Aber ausgerechnet diese Erwartungen werden nicht erfüllt, weil Watertank ihr Material hin und wieder zu träge gestalten und der Fluss der immerhin 13 Stücke oftmals ins Stocken gerät. An anderer Stelle würde man sicherlich den fehlenden Mut zum Risiko beklagen, hier jedoch ist es in erster Linie die eher geringe Zahl tatsächlich packender Riffs und Arrangements.

Trotzdem verbietet es sich irgendwie, "Sleepwalk" zu scharf zu kritisieren, denn alleine vom kreativen Standpunkt her haben Watertank hier definitiv ein richtig starkes Teil herausgehauen. Was aber ganz klar fehlt sind die Momente, die Highlights, das, was nachher auch zählbar ist. Und genau hier sei der direkte Vergleich zu den oben aufgeführten Größen erwähnt, die in der Summe einfach (bis dato) mehr zu bieten haben als dieser Frankreich-Fünfer!

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