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Watercolour Ghosts: Watercolour Ghosts (EP)

Beim nächsten Mal darf's gerne mehr als eine EP sein
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 27:38
Release: 27.11.2015
Label: Eigenproduktion

Nach drei Jahren sind die Australier von Watercolour Ghosts nun soweit, der Öffentlichkeit mit ihrer selbstbetitelten EP den ersten Output zu präsentieren. Sechs Titel, mit einer Gesamtspielzeit von knapp 28 Minuten, geben dabei einen ersten Eindruck von dem, was das australische Quartett zu leisten im Stande ist.

Erste Veröffentlichung hin oder her, auf „Watercolour Ghosts“ finden sich keine Anzeichen eines amateurhaften Beginns. Die EP ist gut produziert, man hört die verschiedenen Instrumentalisten problemlos heraus und die Arrangements selbst sind auch allesamt rund ausgefallen. Die drei Jahre Arbeit haben sich also gelohnt, denn im Gegensatz zu so manch anderer Band, wirkt die erste Veröffentlichung von Watercolour Ghosts von Grund auf durchdacht – was im Hinblick auf die progressive Ausrichtung des Quartetts auch wünschenswert ist.

Stilistisch bewegen sich die fünf Aussies nämlich vornehmlich in Progressive- beziehungsweise Post-Rock-Gefilden, wobei sich bisweilen auch das eine oder andere etwas härtere Riff in den Mix schleicht. Der Fokus liegt aber zumeist auf der dichten Atmosphäre, die die Australier in ihren Songs erzeugen und dynamisch gekonnt zu variieren wissen. Im Grunde sind sie damit gar nicht so weit von ihren Landsleuten von Voyager oder eher noch Arcane entfernt.

Der Opener „Like Animals“ wird hauptsächlich von Drummer Ben Mazzarol und Sänger James Griffiths dominiert. Während ersterer einen verdammt starken Job an seinem Kit macht, lustig seine Patterns variiert und dem Song damit einen leicht progressiven Touch verleiht, stellt letztgenannter mit seiner erhaben über der Musik schwebenden Stimme den strukturierenden Gegenpol dazu da.

Im Anschluss wird es bei „Breathe“ dann nicht nur dynamisch abwechslungsreicher, sondern auch noch einmal eine ganze Schippe progressiver (Drummer Ben macht hier wieder einen überragenden Job, wird aber auch tatkräftig von der restlichen Band unterstützt), während „Collapse“ im Anschluss geschickt den Sound der beiden Vorgänger kombiniert.

„Despondent“ ist dann die erste Nummer der Australier, bei der statt Drummer Ben die Saitenfraktion im Vordergrund steht. Im Vers macht sich das auch außerordentlich gut, einzig der Refrain fällt ein wenig ab. Das mag aber auch daran liegen, dass der Song generell etwas weniger zugänglich ist als die restlichen Nummern. „Solipsism“ tendiert in eine ähnliche Richtung, wirkt dank eines weniger effektlastigen Gesanges aber etwas direkter als sein Vorgänger.

Insgesamt ist die selbstbetitelte Scheibe der fünf Australier ein mehr als gelungenes Debüt, das das Potential der Band unter Beweis stellt und Lust auf mehr macht. Ein etwas größeres Alleinstellungsmerkmal wäre vielleicht noch wünschenswert, um sich von der australischen Szene abzusetzen, die Grundlagen dafür sind aber definitiv schon einmal vorhanden und vergleichbarer Sound hin oder her, alleine die Schlagzeugparts der ersten drei Nummern sind ein paar Durchläufe wert.

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