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Watch Out Stampede: SVTVNIC

Leider weiterhin keine Risikobereitschaft
Wertung: 7/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 35:38
Release: 24.03.2017
Label: Noizgate Records

Die Herrschaften von Watch Out Stampede sind beileibe keine Unbekannten mehr und sollten vor allem von Post-Hardcore-Fans erkannt und gekannt werden: Mit „Reacher“ und „Tides“ haben die Jungs seit ihrer Gründung 2011 bereits zwei Alben veröffentlicht, die von der Presse und dem sich stetig ausbreitenden Fanblock positiv aufgenommen wurden, entsprechend grassierte zumindest im weltweiten Web schon vor Veröffentlichung der dritten Platte „SVTVNIC“ im Frühjahr diesen Jahres der WOS-Hype.

Make it or break it lautet ja naturgemäß die Devise zu Album Nummer drei; entweder man hat seinen Stil gefunden und gefestigt oder man kann mit runtergelassener Hose und blankem Arsch die Manege verlassen. „SVTVNIC“ mag nun zum Schreiben ein bisschen gewöhnungsbedürftig sein, musikalisch bietet sich aber ein Bild, das man von dem Fünfer so ziemlich erwartet hat: Post-Hardcore mit Modern-Metal-Anleihen, eine gut gelungene Mischung aus Andreas‘ ziemlich geilen Shouts und Dennis‘ Klargesang, eingestreute Breakdowns – man erinnert sich ein bisschen zurück an die Rezension von Kollege Nicolas, der zu „Reacher“ das Fazit, dass zwar der Sound voller Energie überzeugen könne, Experimente oder gar Risikofreudigkeit aber mit der Lupe zu suchen wären.

Recht hatte der Gute und wirklich was geändert scheint sich seitdem im Hause Stampede auch nicht zu haben, denn die ersten Hördurchgänge legen auch für „SVTVNIC“ ein ähnliches Schlusswort nah. Einige Highlights sind recht schnell auszumachen – dazu gleich mehr, die meisten der zehn Songs gehen aber „nur“ als gute Post-Hardcore-Songs durch, an denen man sich zumindest nicht stören muss. „Feather“ beispielweise präsentiert sich im Intro fast als klassischer Hardcore-Song mit heftig galoppierendem Schlagzeug, Brüllwürfel Andreas steigt kämpferisch ein, der Refrain gerät dann mit seinem Klargesang recht vorhersehbar, aber zumindest gut umgesetzt, zumal Dennis eine sehr angenehme Stimmfarbe hat. Richtig brutal kommt dann „H.A.T.E.“  als erster Anspieltipp durch die Boxen, vor allem der Refrain knüppelt so richtig schön schnörkellos aus den Boxen, trotz melodisch flirrender Gitarren im Hintergrund.

„The Last Walk“ ist dann leider wie so ein typischer Core-Song, der zwar solide aufgebaut ist, aber von so ziemlich jeder anderen deutschen Kapelle hätte stammen können. Genau darin liegt das Problem: Ich könnte aus zehn Songs von zehn verschiedenen Genrebands mit ziemlicher Sicherheit keine Watch Out Stampede heraushören, wenn es sich nicht gerade um die auffälligsten Tracks der Platte handeln würde. Klar, nach mehreren Durchläufen hat man die Stücke einigermaßen verinnerlicht, in zwei oder drei Monaten dürfte das Langzeitgedächtnis den Großteil der Songs aber wieder ausgelagert haben.

Hier ein Fazit zu ziehen, fällt natürlich schwer, zumal man auch die Spielfreude und Energie der Truppe via Platte mitbekommt – live sicherlich eine Bombenband, im heimischen Verschlag muss die Band sich mit sieben Zählern begnügen.

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