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[soon]: Without A Trace

Grundsolide Musik für Herz, Bauch und Verstand
Wertung: 9/10
Genre: Alternative (Dark) Gothic Rock
Spielzeit: 40:55
Release: 24.09.2007
Label: twilight

Ein Jahr nach ihrem umjubelten Debüt “End Isolation“ beglücken uns die vier Hamburger von [SOON] erneut mit einem wirklich starken Studioalbum.“Without A Trace“ - so der Name des 41-minütigen Gesamtwerkes - beschreitet musikalisch hier zwar teilweise neue Wege, bleibt sich in seinem feinsinnigen und melancholischen Charme allerdings weiterhin treu.

Auch nach dem Achtungserfolg von “End Isolation“ stehen insbesondere die Melodien mit hohem Wiedererkennungswert und klaren Gesangslinien im Vordergrund von “Without A Trace“. Dennoch haben sich Eric, Lenny, 7even und Markus nicht voreilig auf ihren Lorbeeren ausgeruht und sind kompositorisch sogar ein Stückchen mehr in die Alternative Rock - Ecke abgedriftet. So überrascht beispielsweise gleich der Opener “Grown Apart“ mit seinem kraftvollen Drumming der hervorragend impulsiven Art. Und trotz der melodisch-harten Gitarren und Eric´s warmen Gesangslinien haftet “Grown Apart“ ein gekonnt dunkel-romantischer Flair an.

Ähnlich eindringlich und rhythmisch gestalten sich Midtempo-Exponate wie “High Time“ oder “Scope for Freedom“, die gewisse Parallelen zu Paradise Lost nicht verhehlen können (aber dennoch trotzdem einen Tick „alternativer“ klingen). “Gone“ ist seiner gefühlsintensiven Spirale aus vegetativer Verzweiflung und herzzerreißender Aufopferung sicherlich eines der ganz großen Highlights des Albums. Des weiteren spricht für “Gone“, dass er auf Grund seiner wechselintensiven Arrangements einige Zeit zur vollkommen Entfaltung benötigt und nicht alles sofort von sich preisgibt. Man sollte sich wirklich mit dem Song aktiv auseinandersetzen und ihn spüren... Und genau dieser Akt ist [SOON] hier wirklich vorbildlich gelungen!

Vermehrt auf dynamische Härte im dunklen Modern Rock/Metal - Gewand setzen dann Tracks der Kategorie “A Step Forward“ und “My Ideas“. Aber dennoch bleibt Eric seinem gefühlvollem Gesang treu, während die instrumentale Couleur davon unbeirrt seinen Weg nach vorne sucht. Eine ähnliche Schnittmenge aus stimmiger Dunkelheit a´la Katatonia und der eleganten Stärke des zeitgeistlichen Alternative Rock bietet indes der Titeltrack “Without A Trace“ selbst an, nur um dann bei “Nearly Fantasized“ - dem meiner Meinung nach schönsten Songs des Albums - komplett in minimalistischen Gefilden akustischer Darbietungskunst zu überzeugen... Eine Ballade, die wunderbar bodenständig ist und sich wirklich nur auf das Nötigste beschränkt. Eben ein Liedgut für das laut schlagende Herz, das dort noch lange nachklingen wird.

“Estrangement“ spielt dann noch mal geschickt seine Facetten aus eingängiger Ohrwurmstruktur und verspielten Details aus (gemeint sind hier beispielsweise die träumerischen Keyboardpassagen im Hintergrund), um dann leider auch schon in den Abschlußtrack (genauer gesagt dem Bonustitel) “All I Wanted“ abzutauchen. Bekannt ist “All I Wanted“ zwar schon vom Erstlingswerk “End Isolation“, gebährt sich hier allerdings noch mal eine Spur Gitarren-lastiger als auf dem Original von 2006.

Fazit: Es gebührt wirklich Hochachtung, wie die vier Hanseaten auch bei ihrem zweiten Output das gesamte Niveau problemlos hochhalten konnten bzw. es sogar noch verfeinern, variieren und steigern konnten! “Without A Trace“ funktioniert durchgehend als eine Einheit und lässt keine selbstgefälligen Ausfälle zu. Denn Anspruch wird hier genau so wie Eigenständigkeit und atmosphärische Dichte ganz groß geschrieben.

Eben allumfassend gesagt präsentieren [SOON] grundsolide Musik für Herz, Bauch und Verstand. Egal, zu welchen anhaltenden Jahreszeiten und individuellen Gefühlsmomenten = “Without A Trace“ berührt genau da, wo es soll!

Einfach klasse, meine Herren!

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