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[soon]: End Isolation

Hut ab, meine Herren!
Wertung: 8/10
Genre: Dark- and Modern Rock
Spielzeit: 41:2
Release: 14.04.2006
Label: twilight

Da haben wir sie also wieder, die gute alte Hamburger Schule: Dass dort lebende Quartett [soon] hat sich sage und schreibe fünf Jahre Zeit genommen, um an dem „perfekten Sound“ für ihr Debütalbum “End Isolation“ zu arbeiten...

Sicherlich ist der Begriff „perfekt“ eine oftmals recht überstrapazierte und dehnbare Aussage, die leider eher selten Berechtigung erfährt. Doch stimmt es durchaus schon mal positiv, dass die vier jungen Herren aus der schönen Hansestadt in den letzten vier Jahren als erfolgreiche Support-Acts von Bands wie Beatsteaks, H-Blockx, Samael und Therapy? tätig waren. Sprich, man hatte also wahrlich genügend Zeit und Gelegenheiten, sich auf ein stimmungsvolles Erstlingswerk vorzubereiten.

Somit haben wir also nun das finale Ergebnis “End Isolation“ vor uns... Das Album ist kurz gesagt ein herzhafter Leckerbissen für Freude experimenteller Rock- und Gitarrenmusik. Entsprechend schwer fällt eine Kategorisierung von [soon]. “End Isolation“ bietet stilvollen Dark- und ambivalenten Alternative Rock, durchzogen von einer zarten Melange aus Pop- und Elektroelementen. Die Gitarrenriffs sind kräftig und modern, niemals schwerfällig oder gar überladen. Der Gesang von Bandleader Eric immer harmonisch und doch mit einem satten Volumen ausgestattet.

Die insgesamt zehn Songs umfassende Tracklist erweist sich als durchgehend emotional und atmosphärisch. Insbesondere die zarte und filigran ertönende Ballade “Timid Child“ sorgt für wohlige Gänsehauteinlagen. Ganz anders die fast schon Metal-lastigen Passagen beim bombastischen Eröffnungssong “All I Wanted“. Melancholisch-düster und doch verspielt präsentieren sich indes die Kleinode “Another Try“, “Buried“ und “Desperate“. Hier setzte man nämlich zusätzlich auf interessante Synthesizerbögen, die ein gewisses (sowie äußerst gelungenes) Depeche Mode - Flair nicht verhehlen können (oder wollen?).

Das Besondere an [soon]´s Debütwerk “End Isolation“ ist definitiv der Tatbestand, dass sich der vorhandene Facettenreichtum Zeit und Ruhe zum wohligen Gedeihen lässt. Soll heissen, dass man vor dem erstmaligen Hören von “End Isolation“ keine Angst vor einer allzu grossen „Reizüberflutung“ haben muss. Die dargebotene Musik wirkt auf ihren gut 40 Minuten Spielzeit wie aus einem Guss. Aber dennoch birgt - wie bereits erwähnt - jeder einzelne Song für sich seine kleinen Geheimnisse und Besonderheiten.

Sei es nun in den eingängigen Refrains, den variablen Bassläufen oder den gezielt eingestreuten Klang- und Verfremdungseffekten: “End Isolation“ fordert seine gerechtfertigte Zeit von seinen aufmerksamen Zuhörern. Dieser wird dabei aber immer sanft an die Hand genommen und wohlbehütet in ein neues, qualitativ hochwertiges Musikuniversum begleitet. Oder anders gesagt: [soon] klingen wie „alte Hasen“ auf ihrem Höhepunkt. Doch dabei sind sie noch jung und gänzlich unverbraucht...

Mein Fazit: Definitiv eine Band, von der man in naher Zukunft noch viel Gutes zu hören bekommen wird. Hut ab, meine Herren!

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