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Redemption: The Origins Of Ruin

Bitte mehr davon!
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 57:17
Release: 30.03.2007
Label: InsideOut Music GmbH

Fast scheint es, als hätten die Trendscouts vom Label InsideOut den amerikanischen Kontinent leer „gekauft“ und alle Bands an Land gezogen, die mühelos Top – Alben vorlegen können. Nachdem der Neuzugang „Thought Chamber“ mit seinem Debüt die Messlatte in Sachen Progressive Metal erst einmal sehr hoch gelegt hat, macht sich mit „The Origins Of Ruin“ ein weiteres Werk dieses Genres auf, die weite Welt zu erobern.

Redemption sind das Baby von Gitarrist und Keyboarder Nicolas van Dyk, der die Band im Jahre 2002 ins Leben rief. Fates Warning – Frontmann Ray Alder ist seit Beginn als Frontmann dabei. Hochkarätig geht es ebenfalls an der zweiten Gitarre mit Bernie Versailles (Agent Steel) zu. Um einen tighten Rhythmus kümmern sich Sean Andrews (Bass) und der Prymary – Drummer Chris Quirarte. „The Origins Of Ruin“ ist Album Nummer drei.

Van Dyk sagt selbst über die Musik seiner Band: „Ich würde unsere Musik als Kombination unterschiedlicher Elemente bezeichnen. Vom Progmetal haben wir die verschiedenen Zähl- zeiten der Songs, komplexe Riffs und die ungewöhnliche Länge der Nummern. Aus dem Powermetal stammen hohe Dynamik und Tempo sowie der dort häufiger als im Progmetal eingesetzte Doublebass. Hinzu kommen Elemente aus dem Melodic Metal, also starke Harmonien und packende Refrains.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Die neun Songs bewegen sich zwischen Spielzeiten von 2:47 und 9:30 Minuten. Um Spannung und Abwechslungsreichtum zu garantieren, legt der Fünfer in jedem Lied den Schwerpunkt auf ein anderes der fünf Elemente (Melodie, Power, Progres- sivität, Metal und nicht zu vergessen Gefühl).

So startet „The Suffocating Silence“ als lupenreine Prog – Metal – Nummer, wobei die Betonung eindeutig auf Metal liegt. Über klassischem Riffing, einer tollen Rhythmusarbeit und perfekt eingefügten Piano-/Keyboardklängen thront Ray Alders kraftvolle Stimme. Der gelungene Start in eine fast einstündige Reise durch den musikalischen Kosmos von Herrn van Dyk beginnt. Das nachfolgende „Bleed Me Dry“ ist der eindeutige Beweis für die Power – Metal – Einflüsse der Band. Erneut überragende Gitarrenarbeit und der häufige Einsatz der Double- bass – Drums. Das auf Position drei rangierende „The Death Of Faith And Reason“ schlägt in die gleiche Kerbe.

Im Mittelteil dürfen sich die Herren Gitarreros mal so richtig austoben. Einfach grossartig die Mixtur aus verschiedenen ineinander übergehenden Soli. Das auf dem, im Falle einer Medaillenvergabe undankbar auf dem vierten Platz liegende „Member“ beginnt verhalten mit viel Keyboardeinsatz, langsam und zurückhaltend treten dann nacheinander Schlagzeug, Bass und Gitarre dazu. Aus dem Zusammenspiel erwächst ein wahres Progressivmonster, das alle Ecken dieses Genres ausleuchtet. Es tritt den Beweis an, dass sich Rock und Metal durchaus in eine funktionierende Form giessen lassen. Das mit knapp 3 Minuten kürzeste Opus dieser CD „The Origin Of Ruin“ ist so schön traurig. Von sanften Pianoklängen getragen, steckt es voller Melancholie, Schwermut aber auch einem Quäntchen Hoffnung. Ray Alder kann die Ausdruckskraft seiner Stimme hervorragend zum Einsatz bringen. Zu Tode betrübt, den Blick gen Himmel gewandt bleibt der Hörer zurück.

„Man Of Glass“ schickt einen Engel zu uns herab. Dieser berührt uns, stimmt seine Melodie an und wir schweben vor Glück über dem Boden. Eine grandiose Melodie, ergänzt durch Pathos und Bombast pur, trägt das Lied. Für einen kurzen Moment waren wir dem Schmerz entronnen. Mit „Blind My Eyes“ holt er uns wieder ein. Ruhig, getragen, voller dahin wehender Traurigkeit drängt er sich ins Gehör. Ich verneige mich an dieser Stelle vor den Sangeskünsten von Herrn Alder. Danke für diesen Genuss! Im Mittelteil werden beide Gitarren vereint zu einem Zusammenspiel aus Rhythmus und Soli, bis ein heftiges Break den Aufbruch zu den Ufern der Progressive einläutet. „Used To Be“ bringt zu Beginn für einen kurzen Augenblick die unbändige Power der Band zurück, um anschliessend auf ruhigen Pfaden zu wandeln, die durch gelegntliche Ausbrüche an Heftigkeit durchbrochen werden.

Zum Abschluss gibt es das neuneinhalbminütige „Fall On You“. Wieder ein verhaltener Anfang: Ray Alder in Zwiesprache mit einer elektrisch- akustischen Gitarre. Wundervoll! Nach knapp zwei Minuten ist allerdings Feierabend. Es wird zum Grande Finale geläutet, soll heissen: Alle Grundpfeiler der redemption’schen Musik werden nochmals vorgeführt. Vor allem der Progressivität und diversen Kabinettstückchen auf allen Instrumenten wird abermals freier Lauf gelassen. Die CD endet mit den Worten „... and peace will fall on you.“.

Eine ausgesprochen kurzweilige, hoch interessante und anspruchvolle Stunde Musik ist vorbei. Also Repeat – Taste gedrückt und erneut dieser faszinierenden CD gelauscht.

Ich will nicht unterschlagen, dass es inhaltlich/textlich um die Schwächen geht, die das menschliche Dasein ausmachen. Ausgehend von dem von mir Verstandenen (ein Booklet mit Texten hatte ich leider nicht) wird hier in starkem Maße über Angst, Intoleranz, Liebe aber auch Hoffnung reflektiert.

Abschliessend sei angemerkt, dass der allseits bekannte und beliebte Tommy Newton von „Victory“ der Band tatkräftig in Sachen Equipment und Engineering unter die berühmten Arme gegriffen hat. Ausgezahlt hat sich das in Produktion und Sound.

Fazit: Tolle Band, tolle Songs, tolle CD. Bitte mehr davon!

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