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[P.U.T.]: Like Animals

Zäh und auf weite Strecken unspannend
Wertung: 4/10
Genre: Sludge, Noise, Industrial Metal
Spielzeit: 60:34
Release: 13.11.2015
Label: Cimmerian Shade Recordings

Die Belgier [P.U.T.] haben mittlerweile schon gut 18 Jahre als Duo auf dem Buckel und suhlen sich seit Gründungstagen in einer Mischung aus Sludge, Noise und Industrial Metal – anstrengend anzuhören, aber auch interessant, was die beiden Herren da so aufs Tapet bringen. Zuerst in Erscheinung getreten sind die Beiden bei The-Pit.de erst durch die Split-CD mit den französischen Grindcorelern Grünt-Grünt, wobei die Belgier bei diesem Stelldichein ganz klar die Hosen anbehalten konnten.

Mit „Like Animals“ ist bereits im November ein Re-Issue erschienen, ursprünglich erschien die Platte erst 2012, ist also rein zeitlich noch keineswegs als Klassiker zu deklarieren, bei dem es unbedingt einer Wiederveröffentlichung bedarf. Und auch sonst ist die immerhin eine ganze Stunde dauernde Platte eher enttäuschend im Vergleich zu dem Beitrag, den Lionel und Nicolas Beyet zu der oben genannten Split beisteuerten. Klar hört man die brüderliche Liebe zu Chaotentruppen wie Killing Joke deutlich bei den noisigeren Anteilen heraus, allerdings ist „Like Animals“ wesentlich schwerer verdaulich als die Alben der Briten.

Durchtränkt von Soundschnipseln wie zwitschernden Vögeln, erkälteten Elefanten („There’s A Mammoth In This Room“) oder schreienden Frauen („IT“) walzen sich die beiden Brüder mit Unterstützung eines weiteren Familienmitgliedes („It Ain’t Gonna Be Fun“) durch die acht regulären und drei Bonustracks, hinterlassen staubtrockene Erde und eingeschlafene Füße und die ziemliche Sicherheit, dass „Like Animals“ nicht allzu häufig im heimischen Soundsystem rotieren wird.

Dabei ist gerade „There’s A Mammoth In This Room“ nicht nur der Track mit dem kuriosesten Titel, sondern auch eines der interessantesten Stücke der Platte, obwohl es mit seinem schwerfälligen Gekrächze zu Beginn noch nicht den Anschein hat. Sobald [P.U.T.] aber ein wenig von der Monotonie abweichen, entwickelt sich ein noisiger Industrialtrack, der sicherlich live gut geeignet ist, um sich einen ordentlichen Muskelkater zu holen. „It Ain’t Gonna Be Fun“ hat dann zumindest den Hauch einer Tanzbarkeit, während „Broke A Line“ so ziemlich in die Belanglosigkeit abdriftet.

Wenn die reguläre Tracklist einen nicht von den Socken haut, schaut man sich eben mal die Bonustracks an. Diese stammen von der „IT“-EP, die ebenfalls im Jahr 2012 veröffentlicht wurde. „Rapture Of The Deep – In The Lake-Remake“ stammt von einer Person namens Azuki und wird mit ruhigen Bongotönen und Frauengesang eingeleitet – völlig anders als der Rest der Platte und sicherlich auch deshalb ein paar Durchläufe wert. Mäßig interessant gestaltet sich dann noch der sphärisch dahinschleichende „Zoo Dub Mix“, der in seiner Zähigkeit nur vom Original übertroffen wird.

Schade, haben die Belgier doch auf der Split eine so gute Figur gemacht – vielleicht war das aber auch die allgemein bekannte Kurzstrecken-Euphorie, die recht rasch abflaut, wenn man eine bestimmte Band erst mal auf Albumlänge zu hören bekommt. Allerdings: Dieses Jahr wollen die beiden Herren ein sechstes Studioalbum aufnehmen und so ein bisschen gespannt ist man ja schon, was sich auf der Tracklist finden mag. Nichtsdestotrotz wirkt die vorliegende „Neuauflage“ eher einschläfernd und kann somit nicht mehr als vier traurige Pünktchen einfahren.

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