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Owl: You Are The Moon I Am The Night

Eine finstere Stunde in der Natur
Wertung: 8,5/10
Genre: Doom / Death Metal
Spielzeit: 60:32
Release: 06.06.2013
Label: Zeitgeister Music

Würde man es dabei belassen, in einem Statement zu äußern, dass eigentlich jedes Projekt unter Beteiligung von Christian Kolf eine Erkundungsreise wert ist, würden höchstwahrscheinlich nur die wenigsten Kenner widersprechen. Und dennoch ist Owl unterm Strich anders als die zumeist recht naturbelassenen Betätigungsfelder des umtriebigen Multitalents. Ähnlich wie beim gleichnamigen Debüt regieren auf der zweiten Scheibe harschere Klänge, die nicht selten in tödliche Doom-Gefilde abdriften, sich nunmehr aber wieder stärker an Kolfs übrigem Werk orientieren. Das soll heißen: Auch auf "You Are The Moon, I Am The Night" führt es den Protagonisten stimmungsmäßig in seine liebste Landschaft, nämlich den Wald - nur eben mit dem Unterschied, dass die Atmosphäre wesentlich düsterer und beklemmender ist als auf den Platten von Woburn House und den grandiosen Valborg.

Welche Richtung der aktuelle Release vorgibt, wird bereits im 18-minütigen Album-Opener und Titelsong klargestellt: Deftige, stellenweise fast schon martialische Riffs finden sich in einem unterkühlten Doom-Setting wieder, lassen sich zwischenzeitlich von sphärischen, teils epischen Synthies fesseln, eröffnen aber immer wieder das Gitarrenfeuer, welches aber niemals zu offensiv in den Todesblei-Bereich gedrängt wird. Das nachfolgende "Clouds Of The Morning Spring" haut in eine ähnliche Kerbe, ist jedoch kompakter umgesetzt und hier und dort auch noch mit einigen filigranen Intermezzi bestückt. Und auch hier gilt: Atemberaubende Atmosphäre, völlig finstere Ausstrahlung und dennoch ein klarer Hang zur Natur, der vor allem in der teils melancholischen Melodieführung zum Tragen kommt.

Im Anschluss wird es dann immer epischer; die Death-Metal-Anteile werden reduziert, die instrumentalen Parts erweitert und das Stimmungsbild immer mehr den übrigen Projektarbeiten des Masterminds angegliedert. Dennoch bleibt etwas Bedrohliches übrig, das sich sowohl im fantastischen "Memories Of Dead Dreams" als auch im finalen, ebenfalls überlangen "Leviating Into Elysium" wiederspiegelt und Owl endgültig zu einer der interessantesten, vielseitigsten und musikalisch spannendsten Jetztzeit-Bands des düsteren Sektors macht. "You Are The Moon, I Am The Night" ist das perfekte Album für all diejenigen, für die der Herbst 12 Monate des Jahres einnimmt. Und genau diejenigen sollten gut suchen, denn es existieren nur 111 Exemplare dieses Albums.

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