Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Orden Ogan: Vale (Re-Release)

Die Neuauflage des vergriffenen Albums
Wertung: 9/10
Genre: Epic Power Metal
Spielzeit: 64:17
Release: 12.11.2010
Label: AFM Records

Das dritte Album „Easton Hope“ war ein Erfolg und mir 9,5 Punkte wert. Das Vorgängerwerk von Orden Ogan mit dem Titel „Vale“ ist aber schon länger vergriffen und nur noch auf Plattenbörsen aufzutreiben. Glücklicherweise wird dieser Zustand nun mit dem Re-Release von „Vale“ behoben, denn auch das zweite Album zeigte schon das außergewöhnliche Potential der Band. Wie es sich für einen amtlichen Re-Release gehört, haben AFM Records der Neuauflage eine tontechnische Überarbeitung sowie vier Bonustracks spendiert, auf die ich später noch genauer eingehen werde.

Das Material, welches das Quintett schon auf ihrem zweiten Longplayer hatte, steht dem seines erfolgreichen Nachfolgers nämlich in Nichts nach. Schon „damals“ (2008) spielten Orden Ogan einen epischen Power Metal, dessen Stärke in der extrem gelungenen Mischung aus Eingängigkeit, Epik und progressivem Anspruch begründet liegt. Im Vergleich zu „Easton Hope“ klingt „Vale“ stellenweise aber ein wenig härter, man höre nur den Opener „To New Shores Of Sadness“. Ein Blind Guardian-Riff der alten Schule, kombiniert mit dem Bombast der neueren Alben – diese Kombination, die die Krefelder erst auf dem starken „At The Edge Of Time“ perfektioniert haben, haben Orden Ogan schon zwei Jahre zuvor hinbekommen. Überhaupt sind Blind Guardian natürlich ein großer Einfluss auf den Sound der Band, aber wie ich es bereits in meinem anderen Review erwähnte, sind sie eigenständig genug, um keine Kopie wie Savage Circus zu sein.

Leider habe ich die Originalversion von „Vale“ nie gehört, aber es ist schon beeindruckend, wie gut die Produktion gelungen ist. Jeder Song ist bombastisch und versprüht ein gewisses Soundtrack-Flair, die Metal-Wurzeln sind aber stets zu erkennen. Natürlich muss man diese Art von Metal auch mögen, aber Orden Ogan stehen weit über anderen Bands, die mit ausladenden Keyboards über ihre Schwächen hinwegtäuschen wollen. „Winds Of Vale“ ist nur ein Beispiel dafür, wie leicht man einen Ohrwurm mit tollen Arrangements schreiben kann. Der Vergleich mit Savatage ist wirklich nicht zu hoch gegriffen, auch wenn ein Jon Oliva mit seiner einzigartigen Stimme nicht zu überbieten ist. Das soll aber nicht heißen, dass Seeb ein schlechter Sänger ist. Ganz im Gegenteil, seine klare Stimme harmoniert bestens mit den Songs.

„Easton Hope“ hatte einige Hits zu bieten, wie sieht es also mit „Vale“ aus? Nun, zu Beginn kristallisieren sich streng genommen keine Lieder heraus, das Album wirkt mehr wie eine Einheit, in der jedes Teil wichtig ist. Was im Endeffekt besser ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Im Prinzip kann man aber sagen, dass alles was den Nachfolger auszeichnet, auch auf „Vale“ vorhanden ist. Schnellere Songs wie das erwähnte „To New Shores Of Sadness“ oder „Reality Lost“, eingängige (Halb-)Balladen wie das wunderbare „... And If You Do Right“ und sogar modernere Einflüsse wie bei „The Lord Of The Flies“ sind allesamt vorhanden. Nur eben noch nicht ganz so ausgereift, wie es auf „Easton Hope“ der Fall war.

Das Bonusmaterial auf „Vale“ kann sich durchaus sehen lassen und könnte den ein oder anderen Besitzer der Originalversion veranlassen, noch mal zuzuschlagen. Wie gesagt kann ich leider zum überarbeiteten Sound nichts sagen und der Videoclip von „The Lord Of The Flies“ ist in meiner Version nicht vorhanden, aber die vier zusätzlichen Lieder haben alle ihren Reiz. Die gesangslose Demoversion von „Wind Of Vale“ ist weniger bombastisch als auf dem Album und mit „The Yearning Remains“ darf man sich auf eine neun Minuten lange Folk Ballade freuen. Außerdem enthält dieser Re-Release zwei Songs von „Easton Hope“ in neuen Versionen. „Welcome Liberty“ ist in einer Orchester-Version enthalten und lässt vermuten, wie das Blind Guardian-Orchesterprojekt klingen könnte, wenn es denn irgendwann mal fertig wird. Außerdem hat sich die Band ihren wohl bekanntesten Song „We Are Pirates!“ vorgenommen und ihn in eine unterhaltsame Folk-Version umgewandelt, die zum Schunkeln einlädt.

Fazit: Auch wenn mir „Easton Hope“ noch ein wenig besser gefällt, erteile ich auch für „Vale“ den Kaufbefehl. Seinerzeit erhielt das Album bei uns neun Punkte, ich halte es genauso wie mein damaliger Kollege. Diesen Re-Release darf man nicht im Regal stehen lassen. Außerdem entschuldige ich mich hiermit noch für einen kleinen Fehler im „Easton Hope“-Review. Aufgrund einiger falscher Informationen ging ich davon aus, dass die Band zwei Sänger hat. Sänger Seeb hat mir aber per Mail versichert, dass er ganz alleine singt. Nichts für ungut, deine Stimme ist halt gut genug für zwei.

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen