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One Man Army And The Undead Quartet: 21st Century Killing Machine

Eines der Highlights des noch jungen Jahres
Wertung: 9.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 59:54
Release: 06.01.2006
Label: Nuclear Blast

Der König ist tot, lang lebe der König. So oder so ähnlich hieß es schon mehrfach in der Geschichte. Und das lässt sich natürlich auch auf das Musikgeschäft übertragen. Eine geniale Band geht, die andere kommt. Und was für eine. Bei OMAATUQ handelt es sich um den lange angekündigten Alleingang des Herrn Lindstrand, ehemaliger Sänger der unvergesslichen The Crown.

Schon länger geisterte das Demo der Band durch die Szene und durch die Gazetten. Fans von The Crown wussten also, was sie nicht bekommen. Und das ist ein Plagiat der zu Grabe getragenen Band. Im Gegensatz zu den treibenden, mit Blastbeats durchzogenen Songs von The Crown, setzt die One Man Army auf Songs die selten über das Midtempo hinausgehen. Dieser Umstand macht die Songs aber nicht weniger heavy. Ganz im Gegenteil. Hier wird zum Haare schütteln und Matten kreisen aufgefordert. Und das auf spielerisch sehr hohem Niveau.

Weit gefehlt, wer hier mit einem Album Marke „Egotrip“ rechnet. Wie in mehreren Interviews klargestellt, handelt es sich bei OMAATUQ um eine vollwertige Band. Es ist wohl daher eher dem Zeitplan geschuldet, dass Herr Lindstrand beim Debüt als Hauptsongwriter agiert. Nicht auszudenken, welche musikalischen Glanztaten uns in Zukunft erwarten, wenn sich auch noch die anderen Musiker aktiv am Songwriting beteiligen. Aber okay, alles schön der Reihe nach. Zuerst einmal gibt es „21st Century Killing Machine“ zu bestaunen.

Den Reigen eröffnet „Killing Machine“. Super ausgewählt als Opener, denn hier ballen sich alle Stärken des Albums: Groovender Beginn, ein Doublebass-Feuerwerk in den Strophen und ein spannender Songaufbau mit vielen Tempovariationen. Das ganze gipfelt in einem Chaospart, umgeben von einem genialen Solo.

Beim zweiten Streich „Devil On The Red Carpet“ liegt das Hauptaugenmerk auf dem melodischen Refrain, der sofort im Ohr hängen bleibt. Ein Livebrecher, ohne Frage. „Public Enemy No. 1” besticht durch einen dieser OMAATUQ-typischen fetten Grooveparts. Fesselnd bei diesem Song sind die geschickt eingestreuten Gesangsvariationen. Es wird hier und da auf cleanen Gesang zurückgegriffen. Aber keine Angst: Das mittlerweile superlangweilige Schema der meisten Metalcorebands bleibt uns erspart. Hier bleiben cleane Gesänge im Hintergrund und übernehmen, wie auch auf dem Rest des Albums, nie einen dominierenden Part.

So nach und nach dreht sich dann der Silberling zum ersten Highlight der Platte: „When Hatred Comes To Life“. Ausgestattet mit einem sehr starken Refrain, stampft sich die Ein-Mann-Armee durch eine Doublebasswand bis hin zu einem sehr atmosphärischen, von Keyboards getragenem Mittelteil. Cradle Of Filth standen da wohl Pate. Auf alle Fälle zeigt die Band hier, was kompositorisch in ihr steckt. Sehr, sehr stark.

Und wo wir gerade bei starken Refrains sind, auch „So Grim So True So Real“ kann mit einem solchen aufwarten. Zu diesem Song wurde auch ein Video abgedreht. Nicht ohne Kalkül, ist anzunehmen. Fräsen sich doch diese 6 Worte ins Gehirn und lassen livetechnisch mitsingende Fans erahnen. Keine Akustikgitarren auf einem Album? Weit gefehlt. Diese kommen bei „Branded By Iron“ zum effektiven Einsatz. Hier bilden diese den Kontrast zum sonst vorherrschenden Gitarren-Stakato-Riffing. Dann wird noch ein feiner Refrain dazuaddiert, ein melodisches Solo an den passenden Platz geschoben und fertig ist ein weiteres Highlight der Platte.

Das oberste Maß an Geschwindigkeit erreicht die Band mit „Bulldozer Frenzy“. Voll in die zwölf nennt man das wohl. Schaut auf den Songtitel und eigentlich sollte alles klar sein. Hier rotiert der Thrash-Hammer. Genau genommen könnte ich hier jeden Song aufzählen und das Wort Highlight hinzufügen. Aber das wäre doch langweilig. Darum will ich es bei den genannten Songs belassen.

Songtechnisch ist bei der Platte erwartungsgemäß alles im grünen Bereich, obwohl die Gitarren stellenweise eher an sehr harte Rockgitarren als an Death Metal Breitwände erinnern. Doch das ist kein Manko, sondern eher so gewollt.

Auf der limitierten Edition der CD befinden sich noch zwei Bonustracks, die sich hinter dem restlichen Material nicht verstecken müssen. Als Bonus dazu noch das oben genannte Video. Also Augen offen halten nach der Version im schicken Pappschuber.

Fazit: Eines der Highlights des noch jungen Jahres und sicherlich heißer Anwärter auf „Newcomer des Jahres“. Wer die Band auf ihrer Supporttour von Children Of Bodom verpasst hat, sollte die einschlägigen Festivalankündigungen nach dem Bandnamen durchsuchen. Denn die Band ist auch live superfett.

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