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Artwork der Norther CD "Till Death Unites Us"

Norther: Till Death Unites Us

Ein in sich harmonisches Produkt kreativer Geister
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 45:57
Release: 03.03.2006
Label: Spinefarm Records

Man schrieb das Jahr 1996, als das Fundament der Band Norther durch Toni Hallio (Schlagzeug) und Petri Lindroos (Gitarre, Vocals) gelegt wurde. Nachdem man sich Kristian Ranta (Gitarre), Jukka Koskinen (Bass) und Tuomas Planman (Keyboard) holte, war die Band komplett und erhielt ihren endgültigen Namen.

In dieser Formation nahm sie ein Demo auf, welches gut genug war, um einen Plattenvertrag mit Spinefarm zu ergattern. Im Jahre 2001 spielten sie ihr Debut-Album "Dreams Of Endless War" ein und wurden mit Vergleichen zu Children Of Bodom überflutet und ganz ehrlich: Die Parallelen waren unverkennbar und setzten sich auch im folgenden Album "Mirror Of Madness" (2003) fort.

Da ich aber mit Children Of Bodom sympathisiere, war das auch kein Problem. Das Album "Death Unlimited" wurde im Jahr 2004 veröffentlicht und nach der "Solution 7 EP" kommt nun ihr viertes Album "Till Death Unites Us", doch dachte ich mir vor dem exzessivem Zu-ohre-führen des Albums: "Mal schauen, ob sie nun ihren Stil gefunden haben." Völlig überrascht musste ich feststellen, dass das der Fall ist. Kleinere Elemente der Jünger Bodoms sind noch vernehmbar, allerdings wissen wir seit Heraklit: "Alles fließt", was das Übernehmen einiger Strukturen zu keinem Frevel macht.

Man erkennt an Northers neustem Werk, dass die Band sich in Anbetracht der alten Alben deutlich verändert und in meinen Augen auch verbessert hat. Was auch auffällt, ist die Wandlung des Klanggewands insgesamt: Die Gitarren stehen mit dem Schlagzeug eher im Vordergrund, wohingegen die Keyboards in den Hintergrund gerückt sind.

Auch das Nutzen der Instrumente selbst hat ein größeres Spektrum bekommen: Mal spielt die Gitarre mit einem und man denkt, dass gleich die Glücksbärchis im Fernsehen kommen, worauf dann ein mörderisches Riff folgt, was all die Gedanken an das Friedliche zerstört und selbst sentimentale Facetten werden aufgezeigt.

Nach dem Einlegen der CD wird man als Hörer mit zunächst eher langsamen Gitarrenklängen konfrontiert, welche das Intro für den Opener von "Till Death Unites Us" formen und nach einer kurzen Bridge in schnellere und härtere Riffs umschwingen, was dann mit dem Growlen des Petri Lindroos kombiniert wird.

Mit "Everything" produzierten die Jungs von Norther ein sehr sentimentales Lied voller Verzweiflung, was mit der entsprechenden Stimmlage, dem lyrischen Aspekt und auch der Begleitung vermittelt wird. Der Track "Fuck You" ist an lyrischer Redundanz wohl nur durch Nargaroth's "Black Metal ist Krieg" zu übertreffen, was aber nicht heißen soll, dass "Fuck You" klanglicher Abfall ist, denn im Gegenteil: Auf der Bühne wird "Fuck You" nach meiner Prognose ein echter Hit. Der Song ist leicht mitzusingen und das Zusammenspiel der Instrumente scheint den Prozess des Headbangens zu implizieren.

"Alone In The End" ist ein eher ruhiger Part des Liedguts, der auch einen Hauch von Dramatik aufweist, was durch das plötzliche Umschwingen auf cleane Vocals nach einem gegrowlten Crescendo erreicht wird.

Das letzte Stück des Albums, welches "The End Of Our Lives" genannt wurde, beginnt mit bereits harten, allerdings im Midtempo gehaltenen Riffs, welche durch eine immer lauter werdende Doublebase begleitet werden, bis man schließlich das Tempo wechseln musste, da sonst das ganze Lied eine einzige Dissonanz geworden wäre. Doch so, gepaart mit einigen, gut arrangierten Keyboardsounds und einem einminütigen Gitarrensolo ist das Lied gut abgerundet.

"Till Death Unites Us" ist meines Erachtens ein in sich harmonisches Produkt kreativer Geister mit einem guten Sinn für den Geschmack vieler Fans der Melodic Death Metal-Sparte und dementsprechend für Sympathisanten des Genres einen Kauf wert.

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