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Norther: Circle Regenerated

Ordentlicher Einstand des neuen Line-ups
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 54:17
Release: 15.04.2011
Label: Century Media

Bei den meisten Metalheads herrscht über die Band Norther aus Finnland der Konsens, dass es sich dabei doch um diese Melodic-Death-Metal-Band handelt, mit der sich Petri Lindroos einen Namen gemacht hat, bevor er bei Ensiferum 2004 als Ersatz für Jari Mäenpää, der seinerseits übrigens immer noch am zweiten Wintersun-Album werkelt, eingesprungen ist. Ebenfalls ist es wohl trauriger Fakt, dass Norther als Band nie über den Schatten der musikalisch allzu verwandten Landsmänner von Children Of Bodom und auch Kalmah springen konnte. Bis jetzt. Denn nun hat man sich endgültig von Petri Lindroos getrennt, der mit einem so populärem Projekt wie Ensiferum sicherlich nicht mehr genug Zeit für seine alte Band aufbringen konnte und so eher ein Hindernis für die Entwicklung von Norther war. Um die Lücke zu füllen, hat man sich gleich zwei neue Recken besorgt, nämlich zum einen Aleksi Sihvonen, ehemals bei der Band Imperanon tätig, der ab sofort für das Geschrei zuständig ist, zum anderen Naildown-Saitenmann Daniel Freyburg, der nun die sechssatige Axt für Norther schwingt. Nun also verstärkt und als Sextett unterwegs, wurde der erste Langspieler seit dem 2008 erschienenen „N“ aufgenommen und auf den passenden Namen „Circle Regenerated“ getauft und die Zeichen stehen auf Sturm.

Die Scheibe ballert gleich erstmal mit dem passgenauem Opener „Through It All“ einen fliegenden Start los und führt einen in die bekannte Welt des finnischen, leicht-kitschigen Melodic Death Metal, wobei die neue Stimme von Sihvonen zu überzeugen weiß und sich mit angenehm-abwechslungsreichem Charakter in den Gehörgängen festsetzt. Auch die Instrumentalfraktion kommt nach wie vor mit einem von den Finnen ja bereits gewohnt hohem technischem Level daher und schafft gekonnt den Spagat zwischen ordentlichem Wumms und eingängigen Melodien; so ist schon jetzt klar, die Besetzungsumstellung bei Norther war mehr als gewinnbringend und das frische Ensemble ist hungrig und energiegeladen.

Gerade die Gitarrenfraktion macht einen sehr guten Eindruck mit schnellem und anspruchsvollem Spiel; wer hier noch einen Petri Lindroos vermisst, den hätte wohl keine Besetzung der Welt zufrieden gestellt. Bei den Songs hat man sich Mühe gegeben, für einiges an Abwechslung zu sorgen und so die Gefahr von songschreiberischem Einheitsbrei vorzubeugen. So ist ein Titel wie „The Hate I Bear“ ein richtiges Brett, auf dem brutal die Nägel eingehämmert werden, „Some Day“ und „Hear You Call My Name“ bieten sogar einiges an Akustik-Gitarrenspiel und mit einem ruhigem Song wie „Falling“ hat man dann auch mal eine Verschnaufpause eingebaut. Mit „New Beginning“ ist außerdem ein Song komplett instrumental und gesangsfrei gehalten. Jedoch muss man trotz dem ganzen Können und der hohen Qualität des Dargebotenen ankreiden, dass ein Teil der Songs ohne viel Wiedererkennungswert vor sich hinplätschert und nicht alles auf dem Silberling beim Durchlauf hängen bleibt. Geschuldet mag das dem schon sehr breitgetretenem Sound liegen, der sich zwar schon von den bereits angesprochenen Größen wie Children Of Bodom und Kalmah abhebt, aber insgesamt leider doch allzu bekannt daherkommt und einfach durchweg vorhersehbar bleibt.

So lässt sich über „Circle Regenerated“ sagen, dass es sich um ein grundsolides Machwerk handelt, dass nicht nur die Herzen der Fangemeinde des finnischen Melodic Death Metals höher schlagen lassen wird, sondern auch einen gelungenen Einstand für das neue Line-up präsentiert. Leider hält man sich auf dieser Scheibe zu sehr an Formeln und Klischees, was dem Endprodukt leider etwas abträglich ist, nichtsdestotrotz sollten Genre-Fans unbeirrt zugreifen können. Doch auch alle anderen können sich schon mal vormerken, das man mit Norther wieder rechnen muss.

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