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Mötley Crüe: Saints Of Los Angeles

The Crüe are back und das richtig gut
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 44:8
Release: 27.06.2008
Label: SPV

Mötley Crüe are back. Ups, keine hysterischen Jubelschreie? Hmm, stimmt schon, die letzten Alben waren doch recht dürftig ausgefallen. Und der Ruhm aus den Anfangstagen ist auch schon ein wenig verblichen. Damals, als die Band noch hungrig war, traten sie richtig gut in Millionen von Popos, aber heute…

Mehr als nur erwähnenswert ist auf jeden Fall, dass man wieder im Original Line Up rockt. Zumindest das lässt die Hoffnung etwas steigen. Acht Jahre nach „New Tattoo“ stellt man also „Saints Of Los Angeles“ in die Regale. Das Into „L.A.M.F.“ soll dann erstmal die Spannung erhöhen, was leider nur bedingt funktioniert.

„Face Down In The Dirt“ darf dann als erster richtiger Song in den Ring steigen. Nikki Sixx`s Bass brummelt einwandfrei, wenn auch wenig dominant daher. Dann erklingt Vince Neil`s Stimme und es wird kräftig losgerockt. Yiehaa, auch wenn irgendwo die Spielfreude, speziell in den Vocals etwas zu kurz gekommen scheint, hämmert die Band sich durch den Song. Es kommt in der Tat ein wenig „Shout At The Devil“ oder auch „Too Fast For Love“ –Feeling auf. Eine recht zügige Nummer, welche auch gut ins Ohr geht.

„What’s It Gonna Take“ geht genau diesen eingeschlagenen Weg weiter. Etwas langsamer, aber mit gelungenem Drive zieht die Band hier etwas beschwingter vom Leder. Der Kopf nickt automatisch mit und man freut sich, die Mötleys mal wieder derart zu hören.

„Down At The Whisky“ hätte dann auch ganz gut aus den Endachtzigern der Bandhistory stammen können. Nicht schlecht, trifft aber auch trotz der sehr gelungenen Gitarrenarbeit von Mick Mars nicht so ganz den Geschmacksnerv. Trotzdem im Vergleich zu den letzten beiden Veröffentlichungen ein richtig gelungener Song.

Und dann schaffen es Mötley Crüe, mal so eben einen Song rauszuhauen, der schon jetzt zum Standard ihrer Livegigs gehören dürfte. „Saints Of Los Angeles“ ist eine Meisterleistung der Band, die ich ihr auch trotz der Rückkehr von Tommy Lee nicht zugetraut hätte. Locker flockig rockt man mit genug Antrieb im Popo los. Früher hätte man zwar Angst gehabt, Vince würde beim Singen explodieren vor Spielfreude, aber auch heute knallt der Song richtig gut rein. Ein absolutes Highlight!

„Motherfucker Of The Year“ kann da, fast schon natürlich, nicht ganz mithalten. Aber auch so rockt der Song mit einem coolen Refrain, den ich sicher so nicht erwartet hätte daher. „The Animal In Me“ ist eine groß angelegte Ballade, welche aber nicht zum zahnlosen Schmachtfetzen verkommt. Nicht schlecht, meine Herren Los Angeles Bewohner.

„Welcome To The Machine“ versucht deutlich energischer zu wirken. Was zwar auch gelingt, aber irgendwie springt hier der Funken nicht wirklich über. Was die Instrumentierung angeht, erinnert mich das teilweise ein wenig an die alten Helix aus Canada, als sie noch als Opener für Kiss durch good old Germany tourten.

Deutlich besser ist dann wieder „Just Another Psycho“ geraten. Klingt wie eine zahmere Version von Love/Hate mit Jizzy Pearl am Mikro. Coole Nummer mit ordentlich Charme. „Chicks = Trouble“ ist dann mehr ein geradliniger Rocker, der gerade live für einiges an Publikumsreaktionen sorgen dürfte. Guter Song.

„This Ain’t A Love Song” ist zwar recht nett, kann aber nur bedingt überzeugen, denn “White Trash Circus” ist da deutlich besser geraten und hätte sicher auch auf „Theatre Of Pain“ seine Daseinsberechtigung gehabt. Etwas mehr Enthusiasmus in Vince Neil`s Stimme und der Song würde zu einem Partykracher heranwachsen. Den Abschluss bildet dann mal wieder eine schnellere Nummer: „Goin’ Out Swingin’“. Das verdeutlicht recht gut, dass die Band fitter ist als in den letzen 10-15 Jahren, somit ein gelungener Schlusspunkt.

Fazit: Ein unerwartetes Comeback, und dies schreib ich nicht nur, weil es 8 Jahre keine neue Platte gab, sondern weil man die Qualität der Kompositionen vervielfacht hat. Und das, obwohl ich den Eindruck habe, dass Vince nicht so wirklich gut drauf war und mit etwas weniger Freude bei der Arbeit dabei war. Der Sound der Scheibe kommt irgendwie recht angestaubt und etwas unklar rüber, da das vorliegende Promoexemplar aber eine gebrannte CD ist, bin ich mir nicht sicher, ob eventuell ein Hinundher-Konvertieren in MP3 und zurück dafür verantwortlich ist. Deshalb fließt der Sound ausnahmsweise nicht in die Bewertung mit ein. Eine Kaufempfehlung kann ich trotzdem für Fans der Anfangstage der Band oder generell für Liebhaber des 80er Jahre Hardrock aussprechen.

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