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Metsatöll: Karjajuht

Im Norden nichts Neues
Wertung: 7/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 44:40
Release: 14.03.2014
Label: Spinefarm Records/ Soulfood

Die Esten Metsatöll sind ja bekannt dafür, dass sie, nun ja, gerne mal aus der Reihe tanzen. Genreregeln gelten aus Prinzip schon nichts und ein bisschen abgedreht muss man auf jeden Fall sein. Gerne darf es hier auch ein bisschen mehr von sein. Metsatöll treiben es ziemlich bunt und sind gegenüber anderen Folk-Metal-Bands ziemlich auffällig. Seit ihrer Gründung 1999 und vor allem seit dem ersten Album im Jahr 2004 brechen die Musiker immer wieder sämtliche Grenzen auf und verbauen Fragmente aus Jazz, Funk, Folklore und Weltmusik. Dabei bleibt die Musik immer dem Folk Metal zugewandt und hart.

So verhält es sich auch auf der neuen Langrille: Metsatöll bleiben ihrer Linie zu 100% treu und zumindest der Wiedererkennungswert der Musik ist damit ungebrochen hoch. Knapp 45 Minuten lang kann man sich das neue Werk der Esten zu Gemüte führen. Zu hören gibt es flotte Stücke wie das einleitende „Külmking“, aber auch getragene Stücke wie das abschließende „Talisman“. In der leichten Mehrheit sind aber auf jeden Fall die flotten Werke. Tanzen und Humppa stehen also deutlich im Vordergrund.

Zu den Ausnahmen gehört das dritte Stück auf der Platte. „See on see ma“ kommt im Erzählton um die Ecke und ist dabei mit einem richtig schweren Riff unterlegt. Richtig ins Hirn ballern kann sich das Stück nicht, aber zumindest reißt damit die sonst sehr homogene Strömung ein bisschen ein. „Öö“ macht noch ziemlich Spaß. An dem Song hört man sich auch nicht so schnell satt. Außerdem hat er auch Potential zu einem Partykracher. Ähnlich verhält es sich mit dem Song „Törrede köhtudes“. In einer Gangart, die man durchaus auch von Korpiklaani kennt, schunkelt man sich hier durch das Lied. Große Überraschungen sucht man allerdings völlig vergebens. Man hätte hier schon noch Luft nach oben gehabt.

Das Album hebt sich praktisch nicht von anderen Veröffentlichungen der Band ab. Feine Neuerungen kann man erkennen, wenn man genau hinhört, aber im Großen und Ganzen bekommt der Hörer Metsatöll so dargeboten, wie sie sich seit langem präsentieren. Das wird die eingeschworene Fangemeinde vielleicht freuen, aber eigentlich wird die Sache mit der Zeit einfach langweilig. Das ganze Album am Stück durchzuhören ist ein-, zweimal interessant, doch dann ertappt man sich schnell dabei, wie man auf die Skip-Taste schielt. Unter den Songs gibt es auch keine großen Unterschiede. Die Ausnahme ist das bereits angeschnittene „Talisman“. Beim nächsten Album wäre die Band gut beraten wenn sie sich einmal weiter vom musikalischen Ursprung wegbewegt. Sonst ist die Gefahr groß, dass sogar die hartgesottenen Fans es irgendwann mit der Langeweile zu tun bekommen.

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