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¡Más Shake!: Break It All

Ärzte-Bassist Rod huldigt dem südamerikanischen Sixties-Beat
Wertung: 7/10
Genre: Beat/Sixties-Pop
Spielzeit: 12:21
Release: 30.09.2011
Label: Rod Rec.

Endlich bekommt auch das letzte Drittel von Die Ärzte sein eigenes Soloprojekt: Farin Urlaub und Bela B. sind ja schon länger mit dem Racing Team bzw. Los Helmstedt äußerst erfolgreich unterwegs. Von Bassist Rodrigo Gonzalez gab es aber außerhalb des Kult-Trios nicht allzu viel zu hören. Bis jetzt: ¡Más Shake! heißt die neue Band des chilenischstämmigen Multiinstrumentalisten – und genau genommen verbirgt sich hinter dem Titel ein Coverprojekt.

Denn die Songs, die Rod (Gitarre, Gesang) zusammen mit seinen Musikerkollegen Michell Gutiérrez Gómez (Bass, Gesang), Tomás Fuentes (Schlagzeug) und Katy del Carmen (Keyboard, Gesang) interpretiert, stammen allesamt aus der Feder der Band Los Shakers aus Uruguay. In den 1960er Jahren sorgte dieses Quartett dafür, dass die Beatmusik, die in Europa und Nordamerika eine ganze Generation prägte, auch in Südamerika Begeisterungsstürme auslöste. Analog zur sogenannten „British Invasion“ (dem Erfolg von britischen Bands wie den Beatles und den Rolling Stones in den Staaten) feierte diese Band als Teil der „Urugayan Invasion“ große Erfolge im Nachbarland Argentinien. Doch während die Beatles zur wohl einflussreichsten Rockband der Geschichte avancierten und, wie die Stones, ein Millionenpublikum über Jahrzehnte begeisterten, verkamen Los Shakers global gesehen zur Randnotiz.

Grund genug für Rod und Konsorten, die alten Platten aus der Mottenkiste zu holen und den Shakers gebührend Tribut zu zollen. Fünf Songs der Uruguayer haben ¡Más Shake! für ihre erste 7-Inch „Break It All“ neu aufgenommen. Dabei passen sie die Musik zwar sound- und produktionstechnisch durchaus der Neuzeit und der Besetzung (die Shakers hatten z.B. kein Keyboard) an; bleiben ansonsten aber ziemlich nah an den Originalen. Die klingen – man kann es kaum anders sagen – allesamt so, wie alte Beat-Songs nun einmal klingen: Ein treibender 4/4-Beat, fröhlich wandernde Basslinien, dazu leicht angezerrte Gitarren und der berühmte mehrstimmige Gesang. Nicht zu vergessen die herrlich naiven Texte, die man auch im Frühphase der Beatles zur Genüge findet: „I want to hold your hand...“ - geradezu unschuldig im Vergleich mit heutiger Popmusik. Auch die Shakers sangen, trotz spanischer Muttersprache, auf Englisch, sodass die Songs für alle Nicht-Beat-Experten vor allem nach exzellenten Kopien der europäischen Vorbilder klingen.

¡Más Shake! ändern daran auch nicht viel und wollen es wohl auch gar nicht. Dass sich die Band damit gar nicht so richtig nach Rods Nebenprojekt, sondern eher nach professioneller Coverband anfühlt, dürfte die drei Herren plus Dame auch nicht stören – schließlich ist die Hommage das Hauptziel der Zusammenarbeit. Als solche geht die erste EP auch absolut in Ordnung, denn selbstverständlich sind hier keine Anfänger am Werk und die Songs sind entsprechend professionell gespielt und produziert. Für Ärzte-Fans aber auch für Beat-Fanatiker, die mit den Berlinern gar nichts am Hut haben, ist die Platte demnach durchaus interessant: Erstere sortieren sie der Vollständigkeit halber ins Plattenregal zu den Medizinerkollegen; letztere freuen sich darüber, dass ein etwas exotischerer Vertreter ihrer Lieblingsmusik zu neuen Ehren kommt. Beide Gruppen sollten allerdings schnell sein: „Break It All“ erscheint in limitierter Vinyl-Auflage von nur 500 Exemplaren.

Ansonsten darf man gespannt bleiben, was von ¡Más Shake! in Zukunft noch zu hören sein wird – denn ob sich die Band auch weiterhin aufs Covern beschränkt, steht noch in den Sternen...

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