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Krokus: Big Rocks

Schweizer Beeinflussungsessenz eben
Wertung: -/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 46:40
Release: 27.01.2017
Label: Century Media

Unsere Helvetia-Vorzeige-Hard-Rocker Krokus haben ja schon seit Jahrzehnten immer wieder mal mit einem Coversong ihren Einflüssen gehuldigt, und nun nach einer Vorbereitung von mehr als einem Jahr und der schon noch länger gärenden Idee machen sie auf ihrem neuen Album auch da einmal ernst: Gleich zwölf Nummern, die laut ihrer Aussagen sehr großen Einfluss auf ihr musikalisches Wirken hatten und sicherlich auch noch haben, werden auf „Big Rocks“, eben einem Album mit Coversongs, bedacht.

Sicherlich mag es auf der einen Seite viele Gründe geben, von vorn herein diesen Songs keine Chance zu geben und mit einem verächtlichen „man, die spielen ja nur nach, noch eines dieser idiotischen Coveralben“ jede Auseinandersetzung wegzuwischen, auf der anderen Seite wird sicherlich den gerade neu gewonnenen Krokus-Fans so manches ihnen nicht wirklich bekannte Stück aus der Frühzeit des Rock'n'Roll näher gebracht werden – wofür man sich auch entscheidet, entscheidend ist, dass man den Schweizern durchaus abnehmen darf, sich hier mit viel Herzblut einen eigenen kleinen Wunsch erfüllt zu haben.

Vielleicht ist „Big Rocks“ aber nicht nur eine Verneigung vor der eigenen Vergangenheit, sondern eben auch ein Resümee, wie das Realisieren der eigenen Lenze, denn schon vor zwei Jahren hatte Bassist Chris von Rohr im Interview gemeint:

„Okay, meine Lebensplanung läuft jetzt Platin, nicht silbern oder gold, sondern Platin. Und jetzt musst du überlegen, wenn du da die Schnur nimmst, dann bist du schon hier (zeigt das bildlich auf dem Tisch und ist schon kurz vor dem Ende des Fadens angelangt). Da muss ich dann schon sagen: Okay, jetzt nur noch die wichtigsten Dinge machen, keinen Bullshit, keine Scheiße machen, jetzt musst du wirklich dich aufs Wesentliche konzentrieren.“

Im übertragenen Sinne darf man dann sicherlich auch die unfassbare Ruhe, oder wie er selbst sagte „Eine gewisse Demut stellt sich ein und eben die Dankbarkeit, dass jetzt hier nochmals so machen zu können...“ erwähnen...demütig dankbar dürfen wir Fans uns zumindest auf jeden Fall für unzählige Stunden hochkarätigen Rock'n'Rolls bedanken.

Müßig ist auch eine Diskussion über die Songauswahl, jeder hätte da wohl vielleicht andere Faves auserkoren, Krokus selber aber haben 50 Songs immer und immer wieder gezockt, bis eben die vorliegende Auswahl übrig blieb – die Krokus-Beeinflussungsessenz eben. Natürlich kann man auch darüber trefflich darüber diskutieren, ob Marc Storace einem Freddy Mercury emotional und auch gesanglich das Wasser reichen kann, ob vielleicht „ The House Of The Rising Sun“ nicht noch ein bisschen mehr Tiefgang vertragen hätte (Adolescents, Sentenced, Walls Of Jericho und auch Five Finger Death Punch haben es zumindest nicht annähernd so authentisch wie hier hingekommen) und ob nicht auch „Jumpin’ Jack Flash“ ein „auf Nummer sicher“-Song ist – hätte, hätte Fahrradkette, Krokus machen sich ein paar Klassiker zu eigen, krokusschen sie quasi ein, wie sie das in der Vergangenheit auch schon immer gemacht haben und bleiben sich so sich selbst und auch ihren Wurzeln treu. Muss man nicht mögen oder gutheißen, Spaß macht „Big Rocks“ aber uneingeschränkt trotzdem.

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