Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Kataklysm: Waiting For The End To Come

Räudig und wild
Wertung: 8,5/10
Genre: Death Metal / Melodic Death Metal
Spielzeit: 45:04
Release: 25.10.2013
Label: Nuclear Blast

Mit Spannung wird sie erwartet, die neue Kataklysm. Die letzten beiden Scheiben waren eher flach ausgefallen und so ist die Frage nach der neuen Platte umso brennender. Mit „Waiting For The End To Come“ wurde dem Silberling schon mal ein recht wuchtiger Name verpasst. Mal sehen, ob die Musik dem Titel genüge tun kann.

Den Anfang macht „Fire“. Schnell wird dabei klar, dass die Kanadier offensichtlich wieder einen Zahn zugelegt haben. Schon dieses erste Stück vermittelt den Eindruck, dass Kataklysm wieder aggressiver, bissiger geworden sind. Das liegt sicherlich nicht nur am Sound der Platte, der wieder deutlich roher und kantiger geworden ist.

Auch die Songs sind wieder weniger auf easy listening getrimmt, sondern mehr auf Krach. Beim Openerstück fällt das gar nicht so auf, aber „If I Was God – I’d Burn It All“ scheppert in richtig fieser Art und Weise aus den Schallwandlern. Mehrere Rhythmikwechsel, Off-Beats, Double-Bass-Feuer und furiose Riffs zu Maurizios Growl-Kreisch-Mix. So schön kann Death Metal sein.

„Like Angels Weeping“ kommt einem beim nächsten Titel in den Sinn. „Like Animals“ schleicht sich auch so ganz unscheinbar an, um dann dem Hörer genussvoll eins von hinten überzubraten. Immer mehr kommen jetzt auch wieder die Gitarren in den Vordergrund, die sich eine ständige Dominanzschlacht mit dem Drum-Set von Aushilfsdrummer Oli Beaudoin liefern. Oft weiß man gar nicht, welches Instrument nun den Takt angibt. Im Endeffekt ist es ja auch egal, Hauptsache es knallt.

„Under Lawless Skies“ beschreitet für die Kanadier ungewöhnliche Wege. Ein sehr weit ausladender Mittelteil wird umrahmt von einem Hardcore-Punk-Riff - eine Konstellation, die durchaus erwähnenswert ist. Allgemein trauen sich Kataklysm weiter aus ihrem gewohnten Terrain heraus. Es wird mehr experimentiert, wenn auch nur vorsichtig. Die Stücke sind genrefreier komponiert als je zuvor, ohne den Bandursprung auch nur für eine Sekunde zu verleugnen.

Der Gesamteindruck von „Waiting For The End To Come“ fällt zweigeteilt aus. Einerseits haben es Kataklysm geschafft, wieder erdiger und wütender zu klingen als während der letzten Veröffentlichungen. Die Lieder sind wieder ungehobelter, kantiger und einfach brutaler als seit langem. Trotzdem hat die Scheibe einen zwar guten, aber schon zu künstlich produzierten Sound. Es gibt nicht mal die kleinsten Hinweise auf richtige Amps, die eben mal rauschen oder knacken. Das Schlagzeug klingt ebenfalls sehr steril und völlig isoliert. Die Ausnahme ist der Gesang von Maurizio. Der klingt nämlich ähnlich dem Livesound des Shouters.

Wie auch immer – als inniger Fan der Band kommt man keinesfalls um den Silberling herum. Death-Metal-Freunde können hier eigentlich auch blind zuschlagen. Je mehr Melodie vom Hörer erwartet wird, desto genauer sollte man sich in den Rundling hineinhören, bevor man zuschlägt, wobei mit „Elevate“ da auch noch sehr weit geholfen werden kann.

comments powered by Disqus

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin