Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

In Flames: Sounds From The Heart Of Gothenburg

Gute, aber aber nicht ganz glückliche Liveplatte der Schweden
keine Wertung
Genre: Melodic Death Metal, Alternative Metal
Spielzeit: 89:11
Release: 23.09.2016
Label: Nuclear Blast

In Flames veröffentlichen kurz vor ihrem neuen Album noch eine Live-DVD/Blu-Ray/Doppel-CD. Das ist jetzt weniger spektakulär, weil eine weitere Live-Veröffentlichung eigentlich längst überfällig war. In direkter Konkurrenz steht die Scheibe mit der nach wie vor großartigen Box „Used And Abused - In Live We Trust“. Die Veröffentlichung aus dem Jahr 2005 markiert für die Schweden einen Meilenstein in der Veröffentlichungsliste. Damit muss es das neue Teil erst einmal aufnehmen können.

Vorab sei erwähnt, dass über den visuellen Teil der Scheibe keine Angaben gemacht werden können, da der Redaktion nur die CD vorliegt und wir uns hier somit rein auf den musikalischen Aspekt beschränken werden. Produziert wurde die Zusammenstellung in vorzüglicher Qualität, was auch nicht anders zu erwarten war. Das Publikum ist immer zu hören, wird aber nur an den Liedanfängen und -enden etwas lauter eingeblendet. Des Weiteren fällt der sehr glattgebügelte Sound auf. Auch wenn In Flames natürlich die Möglichkeiten haben, eine so hochwertige Liveaufnahme zu produzieren, so nimmt die beinahe studioähnliche Soundqualität den Livecharakter fast vollkommen aus der Scheibe. Das macht nun aber eben gar keinen Sinn, denn eine Liveplatte soll doch auch klingen wie live. Alles andere ist doch sinnfrei.

Abgesehen vom Sound hat der Silberling schon etwas zu bieten. Auf fast 90 Minuten Spielzeit haben die Schweden einen Großteil ihrer aktuellen Hits sowie einige ihrer Allzeitklassiker gepackt. Was leider (wie auch schon beim 2005 veröffentlichten „Used And Abused - In Live We Trust“) schmerzlich vermisst wird, ist zumindest ein Hinweis auf die Zeit for „Only For The Weak“. Klar ist die Hüpfnummer zwar mit Sicherheit einer (wenn nicht der) größten Hits der Formation, aber gleichzeitig ist das Ding so ausgelullt wie ein Kaugummi nach zwei Wochen dauerkauen. Hier hätte man mit „Episode 666“ oder „Behind Space“ doch für eine kleine Überraschung sorgen können. Hat man aber nicht gemacht. Stattdessen hat man sich stark auf neuere Werke konzentriert und diese auch sehr nah am Original auf CD präsentiert.

Daraus alleine darf man den Mannen keinen Strick drehen und vor allem Fans, die noch nicht so lange auf den Pfaden von In Flames wandeln, werden voll auf ihre Kosten kommen. Anhänger, die die Gruppe schon sehr lange verfolgen, werden aber wieder enttäuscht sein, dass die eigenen Wurzeln abermals so konsequent gekappt wurden. Dabei waren es doch Alben wie „Clayman“ und „Whoracle“, mit denenn die Truppe erste ernsthafte Erfolge feiern konnte.

Da eine Rückbesinnung eher extrem unwahrscheinlich ist und sich sowieso nichts rückgängig machen lässt, macht es hier auch keinen Sinn, vergangenen Tagen hinterher zu heulen. Viel sinnvoller ist es, sich die Platte mit Vollgas ins Hirn zu jagen und sich daran zu erfreuen, dass In Flames zwar andere, aber immer noch saugute Musik machen.

Empfehlenswert ist die Scheibe vor allem für Anhänger der jüngeren Generation, die im besten Fall vielleicht sogar vor nicht so langer Zeit auf einem Konzert waren und sich somit ein Stück Liveatmosphäre ins Wohnzimmer holen können.

comments powered by Disqus

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten