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In Flames, Sepultura, Dagoba im Konzert (Köln 2006)

Wertung: /10
Genre:
Spielzeit:
Release:
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Schon die Verlegung des Konzerts vom E-Werk ins gegenüberliegende Palladium und spätestens die Schlange vor dem Palladium ließen darauf schließen, dass es voll sein würde in der Halle und in der Tat war das Konzert mit ca. 3700 Besuchern beinahe ausverkauft, was deutlich zeigt, wie “groß” In Flames mittlerweile geworden sind. Spielen im Palladium doch sonst Größen wie Wolfsheim, Nightwish oder Rosenstolz.

 

Um 20:05 Uhr gingen dann zum ersten Mal an diesem Abend, nach einer ziemlich langen und nervenaufreibenden Wartezeit im Innenraum des Palladiums, die Lichter aus. Zur Überraschung vieler standen noch nicht Sepultura auf der Bühne, sondern die französische Band Dagoba, welche erst sehr kurzfristig online angekündigt wurde. “Dagoba” versuchten professionell, mit ihrem sehr an Fear Factory angelehnten Sound, einige neue Fans für sich zu gewinnen, doch gelungen ist ihnen das nicht wirklich. Zum einen der nicht ansatzweise optimale Sound (der Sänger war so gut wie nicht zu hören und der Gitarrist ging im Soundbrei völlig unter), aber auch die eher langweiligen Songs, sorgten nicht nur bei mir für einen eher negativen Gesamteindruck und mehr als Höflichkeitsapplaus für die agile Performance der Franzosen war nicht zu vernehmen. Nach knappen 25 Minuten beendeten Dagoba ihr Set ohne jegliche Spuren hinterlassen zu haben.

 

Nach angenehm kurzer Umbaupause betraten Sepultura zu den Klängen von “Dark Wood Of Error” und mit einem wesentlich besseren Sound ausgestattet das Palladium. Zwar entwickelte sich sofort ein netter Moshpit und auch einige Crowdsurfer konnte man erblicken, doch wurde hier schon überdeutlich, dass die Fans nicht wirklich gekommen waren, um die neuen Songs der Brasilianer zu hören. Natürlich war das neue Album Dante XXI, von welchem man einige Songs spielte, erst am 17.03.2006 erschien, aber auch die übrigen Stücken der “Derrick Green - Ära” kamen nicht besonders herausragend bei der Masse an, warteten doch alle auf die alten Klassiker, von denen man "Arise", "Troops Of Doom" oder "Refuse/Resist" von der Leine ließ. Diese nahm die hungrige Meute auch dankbar an und das Palladium verwandelte sich in einen einzigen Moshpit. Auch dass Sepultura mittlerweile völlig Cavalera-frei sind, fiel nicht negativ auf, war Roy Mayorga ein mehr als gelungener Ersatz für den kürzlich abgesprungenen Drummer Igor Cavalera. Die Herren Kisser und Paulo Jr. standen ihm mit ihrem extrem präzisen Spiel in nichts nach, wobei vor allem Andreas Kisser mit viel Bewegung und seinen treibenden Riffs das Publikum weiter anheizte. Auch Derrick Green hat sich meiner Meinung nach enorm verbessert und wirkt mittlerweile nicht mehr wie ein Fremdkörper (wie noch bei der gemeinsamen Tour mit Cradle Of Filth). Dennoch kommt er zu keiner Sekunde an seinen Vorgänger Max Cavalera heran, weil ihm immer noch das gewisse Etwas und ein ähnlich großes Charisma fehlt. Aber eine Sache muss von mir kritisiert werden: Dies ist immer noch die mangelnde Abwechslung bei den Songs, denn diese unterscheiden sich oftmals kaum voneinander, was dazu führte, dass sich meine Begeisterung für die Performance dann doch in Grenzen hielt. Mit dem Hammer „Roots Bloody Roots“ verabschiedete man sich dann auch nach ca. 45 Minuten von den durchaus zufriedenen Fans, die sich lediglich ein paar ältere Songs mehr gewünscht hätten.

 

Kaum waren die Instrumente von Sepultura ausgeschaltet, wurde die Bühne schon von einem weißen Vorhang verdeckt, bis ca. 30 Minuten später das Intro (die ersten Minuten von „Your Bedtime Story Is Scaring Everyone„) abgespielt wurde. Der Vorhang fiel, eine erste riesige Explosion und zu den Klängen von „Pinball Map“ hieß es dann: kollektives Ausrasten! Die Fans schrieen jedes Wort mit und der bei Sepultura erwähnte Moshpit war im Vergleich zu In Flames eine laue Sommerbriese. Dann folgte mit „Leeches“ der erste Song der neuen Platte „Come Clarity“, welcher von einer bombastischen (auch sehr farbenreichen) Lichtshow unterstützt wurde. Mit „System“ und „Trigger“ folgten direkt zwei Songs von „Reroute To Remain“ und überall, wo man hinsah, loderten die Flammen, sprühten die Funken und donnerten die Explosionen. Herr Friedén war gut aufgelegt und führte wie immer sympatisch durch den Abend, während sich die Herren Gelotte, Strömblad, Iwers und Svensson eher im Hintergrund aufhielten und ihre Instrumente bedienten. Sichtlich gerührt zeigte sich Anders Friedén, indem er mindestens 20 Mal erwähnte, dass dies der bisher größte Headliner-Auftritt der Band war. In Flames konzentrierten sich hauptsächlich auf ihre neueren Songs, welche sehr gut ankamen, aber auch gaben sie, sehr zur Freude der älteren Fans, frühere Stücke (wie „Inspid 2000“, „Colony“, „Moonshield“ oder „Episode 666“) zum Besten. Allerdings fiel auf, dass die in der Mehrzahl anwesenden jungen Fans mit diesen Songs nicht mehr vertraut sind. Vor allem als Anders die Leute zum Mitsingen bei „Episode 666“ aufforderte und kaum etwas zurückkam, war klar, dass die neueren Fans den Song überhaupt nicht kannten, obwohl er wohl zu den besten gehört, die In Flames überhaupt haben. Der Sound war nicht ganz perfekt, da die Vocals teilweise etwas zu leise wirkten, doch der unglaublichen Stimmung tat dies keinen Abbruch und bei Songs wie „Cloud Connected“ und „The Quiet Place“ klatschten selbst die letzten Reihen mit, wobei „Only For The Weak“ unbestritten das Highlight des Abends war, bei dem kein Mensch gesehen wurde, der nicht alle vier Gliedmaßen in der Luft hatte. Nach 90 Minuten beendeten In Flames mit „My Sweet Shadow“ (unglaubliche Effekte am Ende!) ihren genialen Auftritt, der bewies, dass sie in ihrem Genre immer noch die absolute Über-Band sind und auch dank der fantastischen Licht- und Pyroshow keinen Fan unglücklich nach Hause ließen. Ganz im Gegenteil: Dies war eine Machtdemonstration !

 

Setlist In Flames:

 

00. Your Bedtime Story Is Scaring Everyone (Intro)

01. Pinball Map

02. Leeches

03. System

04. Trigger

05. Insipid 2000

06. Colony

07. Behind Space

08. Crawl Through Knives

09. Black & White

10. Take This Life

11. Scream

12. Come Clarity

13. Cloud Connected

14. Drifter

15. Moonshield

16. Episode 666

17. Only For The Weak

18. Vacuum

19. The Quiet Place

20. Touch of Red

21. My Sweet Shadow

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