Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Hypocrisy: End Of Disclosure

Zurück zu alter Stärke
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 43:53
Release: 22.03.2013
Label: Nuclear Blast

Seit mittlerweile über 20 Jahren sind die Schweden von Hypocrisy als Vorreiter eines ganzen Genres unterwegs. Allerdings war es für Mastermind Peter Tägtgren und seine Mitstreiter nicht immer einfach. Um die Jahrtausendwende herum machte die Band mit den dunklen Seiten des Musikgeschäfts Bekanntschaft und stand nach dem Album „The Final Chapter“ kurz vor der Auflösung. Doch die Schweden gingen ihren Weg weiter, veröffentlichten jedoch zu Beginn des neuen Jahrtausends sehr wechselhafte Alben, die in der Qualität von herausragend („The Arrival“) bis hin zu planlos („Catch 22“) schwankten. Spätestens seit dem 2009er Release „A Taste Of Extreme Divinity“ ist das Trio aber wieder zu voller Stärke zurückgekehrt. Ein Eindruck, der sich mit dem brandneuen Album „End Of Disclosure“ nochmals verfestigt.

Musikalisch liefert das Album dabei einen Querschnitt durch die gesamte Karriere der Band und wartet sowohl mit schnellen Songs als auch mit eher langsamen, epischen Momenten auf. Dabei bleibt das Trio seinem mit „A Taste Of Extreme Divinity“ eingeschlagenen Weg und auch seinem typischen Sound treu. Neu ist auf „End Of Disclosure“ allerdings, dass sogar wieder die epischen Keyboard-Flächen in bester „Abducted“-Manier zurückkehren, was dem Album noch mal eine neue Dimension verleiht.

Einen dieser Momente liefert schon der Opener und Titelsong des Albums, der sehr an „Fractured Millenium“ erinnert und sich auch in puncto Qualität nicht vor dieser Bandhymne verstecken muss. Nach einem eher unscheinbaren, vom Keyboard dominierten Intro reißen dann jedoch schnell die bekannten, melodischen Gitarren-Riffs von Peter Tägtgren das Kommando an sich und gipfeln schließlich in einem epochalen Refrain. Ein mehr als gelungener Einstand in das neue Album und ein Song, der sich mit Sicherheit einen Stammplatz im Live-Set der Schweden verdienen wird.

„End Of Disclosure“ bleibt jedoch nicht das einzige Highlight, vielmehr hat das Trio hier neun hervorragende Songs abgeliefert, wobei jeder auf seine eigene Weise überzeugen kann. Mal geht es dabei etwas atmosphärischer zu, wie etwa in „The Return“, oder eben wild und ungestüm („Tales Of Thy Spineless”). Besonders stechen allerdings die Songs hervor, in denen Tägtgren und seine Mitstreiter auf dem schmalen Grat zwischen beiden Extremen balancieren. Hier wären zum Beispiel „The Eye“, „United We Fall“ oder „44 Double Zero“ zu nennen. Eine Sache haben jedoch alle Songs des Albums gemeinsam: Jeder kann mit einem hervorragenden Refrain aufwarten, der sich schon nach wenigen Hördurchläufen beim Hörer festbrennt.

Eine weitere Neuerung im Gegensatz zum Vorgänger sind die immer wieder auftauchenden, gesprochenen Passagen im Stile einer Nachrichtensendung. In Kombination mit den sphärischen Keyboards schaffen die Schweden es so, den Songs noch mehr Tiefe zu verleihen und die Botschaft der Lyrics zu untermauern. Textlich geht es dabei auf „End Of Disclosure“ um Verschwörungstheorien im Allgemeinen, wobei natürlich auch Tägtgrens Lieblingsthema, außerirdisches Leben, nicht zu kurz kommt („44 Double Zero“).

Alles in allem unterstreichen Hypocrisy den Eindruck, der durch „A Taste Of Exreme Divinity“ aufgekommen war. Die Schweden sind wieder auf der Höhe ihres Schaffens und Herr Tägtgren vermag es noch immer, hymnische Death-Metal-Songs zu verfassen wie kaum ein Zweiter. Die hervorragende Qualität des Songmaterials, die glasklare Produktion und das sehr passende Thema der Verschwörungstheorien, welches das gesamte Album durchzieht, machen „End Of Disclosure“ zu einem rundum gelungenen Album, an dem alle Fans der Schweden ihre helle Freude haben werden.

comments powered by Disqus

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten