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Having Trouble Breathing: The Crystal Sleep

Nach einigen Anläufen durchaus hörenswert
Wertung: 7/10
Genre: Indie Rock, Emo
Spielzeit: 31:07
Release: 03.11.2006
Label: Midsummer Records

Wie praktisch – wenn man ein Plattenlabel hat, kann man seine eigene Band gleich mal dort mit in den Katalog packen. Selbiges dachte sich wahrscheinlich auch Tim Masson, der seine Truppe Having Trouble Breathing zu Gründungszeiten direkt bei Midsummer Records unterbrachte. Das ist jetzt immerhin acht Jahre her, richtig viel hat man von der Combo aber insgesamt noch nicht gehört. Dennoch: Aufgelöst haben sich die Nordrhein-Westfalen nicht, wie Tim auch in unserem Interview beteuerte. Grund genug, sich eine der beiden CDs des Fünfers vorzunehmen.

„The Crystal Sleep“ aus dem mittlerweile doch recht fernen Jahr 2006 hat mit Schlaf wenig zu tun, dafür wird aber zumindest der Rest des Albumtitels mit Hilfe von Synthesizern und Piano recht gut umgesetzt. Als gewöhnungsbedürftig dürften sich einzig die Eskapaden der beiden Sänger Claudius und Samuel herausstellen – gleichzeitig noch mit Bass beziehungsweise Gitarre beschäftigt, hauen die beiden Musiker zwar einerseits äußerst geniale Screams heraus, andererseits beschränkt sich ein Großteil der Vocals auf, nennen wir es mal Emo-Gesang, den man nun wirklich erst mal mögen muss. Allerdings: Man gewöhnt sich nach einigen Durchläufen durchaus zu einem gewissen Teil an die Stimme – was man im ersten Moment wie im Falle von „Coloured Haze“ als süßlich-klebrige Spinnerei mit Hang zu Nintendogepiepse abgetan hat, entwickelt sich da doch zu einem der Favoriten der Scheibe.

Überhaupt, man traut sich ja kaum, die Band einem Genre zuzuordnen – das Wort „Emo“ birgt mittlerweile derartig viele Klischees und Reibungspunkte, dass man sich die unnötig vom Zaun gebrochenen Diskussionen der Szenepolizei schon richtiggehend vorstellen kann und sich dementsprechend vielleicht doch eher auf härter ausgerichteten Indie Rock einigen möchte. Andererseits – wieso verschleiern, was da so offensichtlich durch die Boxen hallt? Und im Verlauf von einigen (vielen, oh ja, sehr vielen) Durchläufen mausert sich „The Crystal Sleep“ zu einer Platte, die man sich gut als Tanzflächenfüller vorstellen kann – allein schon „Annie And The Fear Of Loss“, was einem bei den ersten Rotationen irgendwie durch die Lappen ging, katapultiert sich mit an die Spitze der Scheibe. Zwar ist das Synthiegewaber für Migränepatienten eher kontraproduktiv, allein der Refrain, der geradezu aus dem restlichen Song heraus explodiert, ist den kurzen Kopfschmerz aber mehr als wert.

Auch das folgende „Statue“, obschon ungleich ruhiger, brennt sich tief in den musikalischen Teil des Hirns ein. Allein das Schlagzeug hypnotisiert den Hörer richtiggehend, streckenweise lassen einen die Gitarren ein bisschen an Bands wie Stone Temple Pilots denken.

Gegen Ende der Scheibe geht der Truppe ein wenig die Luft aus – ein Song wie „The Promise“ plätschert leider ein wenig an einem vorbei, da nützt auch der dauernde Rücklauf nichts, das Lied setzt sich irgendwie so gar nicht im Gedächtnis fest. Ein ähnliches Schicksal ist leider auch dem finalen „Feel Me Bleed“ beschieden – aber dennoch hat „The Crystal Sleep“ einen ungeheuren Sprung gemacht, von einer Platte, die man eigentlich am liebsten wieder ins Eck verfrachtet hätte, zu einem Album, das man sich zumindest in großen Teilen öfter und mit Spaß anhören kann. Dafür gibt es unterm Strich zumindest mal gute sieben Punkte.

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