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Ex Deo: Caligvla

Solider Zweitling der römischen Legion aus Kanada
Wertung: 7.5/10
Genre: Epic Death Metal
Spielzeit: 51:13
Release: 31.08.2012
Label: Napalm Records

Es ist soweit, nach einer längeren Auszeit kehrt die römische Legion von Ex Deo mit ihrem neusten Machwerk zurück. Schon mit ihrem Debütalbum „Romulus“ konnte die Band um Kataklysm-Fronter Maurizio Iacono punkten, trotzdem musste man sich für den Zweitling nach einem neuen Label umschauen. Drei Jahre dauerten insgesamt die Arbeiten am neuen Album und die Labelsuche, schlussendlich fanden die Kanadier aber in Napalm Records einen neuen Partner und lassen nun „Caligvla“ auf die Menschheit los.

Ein schneller Blick auf die Tracklist lässt erahnen, dass sich Ex Deo thematisch treu geblieben sind. Die Geschichten hinter den Songs beziehen sie weiterhin aus der Historie des römischen Imperiums. Das Spektrum reicht dabei von der Varus-Schlacht im Teutoburger Wald bis hin zur Schreckensherrschaft des römischen Kaisers Gaius Iulius Caesar, besser bekannt als „Caligula“ und somit auch Pate für den Titel des Albums. Dabei sticht insbesondere die Exaktheit und Detailtreue der Kanadier heraus, mit der sie jeder einzelnen Geschichte musikalisches Leben einhauchen.

Schon der Opener „I, Caligula“ zeigt wohin es innerhalb der knapp 50 Minuten Spielzeit gehen wird. Harte Death-Metal-Gitarren und der gutturale Gesang von Maurizio Iacono treffen hier auf großflächige Keyboard – und Orchesterarrangements. Hinzu kommen einige wohl platzierte Filmzitate und Textpassagen, die neben dem Orchester dafür sorgen, dass die Musik geradezu wie ein epochaler Film-Soundtrack wirkt und weniger wie ein normales Metal-Album. Auf dieser Basis kreieren Ex Deo auf „Caligvla“ einige geniale Songs, insbesondere das bereits angesprochene „I, Caligula“, „The Tiberius Cliff“ und das sehr melodische „Divide Et Impera“ können auf ganzer Linie überzeugen. Das eigentliche Highlight markiert allerdings „Once Were Romans“ mit seinen epischen Melodien und pompösen Orchestern.

Leider können aber nicht alle Songs auf „Caligvla“ die hohe Qualität der vier erwähnten Tracks halten und so haben sich an manchen Stellen leider auch einige Durchhänger eingeschlichen, wie zum Beipiel „Pollice Verso“ oder „Burned To Serve As Nocturnal Light“. Ein weiteres Manko, das sich erst bei weiteren Hördurchläufen vollständig bemerkbar macht, ist die relative ähnliche Rezeptur nach der alle Songs komponiert wurden. Das führt mitunter dazu, dass man als Hörer an einigen Stellen das Gefühl hat, die einzelnen Riffs und Melodien bereits an anderer Stelle gehört zu haben.

Auf der Ebene des Sounds kann das Album dann allerdings wieder voll und ganz überzeugen. Die Produktion ist insgesamt sehr druckvoll und besticht mit einem hervorragenden Gitarren-Sound. Auch die Keyboards und Orchestrationen sind hervorragend umgesetzt und können mit guter Qualität der einzelnen Samples punkten. Nicht selten klingen programmierte Orchester sehr künstlich und ruinieren auf Dauer mit ihrem uniformen Klang den Hörgenuss, aber auch diese Klippe umschiffen Ex Deo gekonnt.

Somit kann man alles in allem doch ein positives Fazit zu „Caligvla“ ziehen. Zwar kann die Musik nicht ganz mit dem originellen Konzept der Texte mithalten und klingt teilweise ein wenig zu sehr nach den Genrekollegen von Behemoth. Trotzdem bietet das Album einige sehr starke Songs und wird insbesondere unter den Anhängern des epischen Death Metals viele Freunde finden. Aber auch Hörer mit Interesse an gut durchdachten textlichen Konzepten sollten sich einen Eindruck von Ex Deo verschaffen, denn genau ein solches Konzept liefert „Caligvla“.

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