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Degradead: Til Death Do Us Apart

Zeitgemäß und richtungsweisend
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 41:10
Release: 25.01.2008
Label: Dockyard1

Es braut sich ein Sturm zusammen, da oben im Norden, genauer gesagt im schwedischen Stockholm. Und dieser Sturm geht aus von den Melodic Death Metallern Degradead. Du wirst von deren elf Songs ihres Debüts erfasst wie von einem heftigen Sturm – es wird kein Entrinnen geben, denn dieser Sturm wird Besitz von dir ergreifen und dich nicht mehr loslassen. Diese junge Band erweckte mit ihrem Demo „Death Row“ die Aufmerksamkeit von niemand Geringerem als Jesper Strömblad. Ebendieser hat dann im Anschluss auch dieses Debütalbum mit den Jungs in den IF Studios produziert.

Dabei scheinen es die Jungs nahezu perfekt zu verstehen, Altes, bestens Bewährtes zu mixen mit absolut neuen Tönen, was dann im Endeffekt etwas absolut Unverwechselbares das Licht der Welt erblicken lässt. Das Hauptaugenmerk der Stücke liegt bei der Schwedentod-Fraktion, welche dann aber getunt wird durch einerseits moderne Keyboardklänge und andererseits aus dem letzten Jahrzehnt bekannte, Göteborg-typische Gitarrensoli. Hinzu kommt die absolut unverwechselbaren Screams und Growls von Mikael, deren Wiedererkennungswert unbestritten ist. In den Refrains kommt des öfteren Cleangesang hinzu und gibt den Songs ihr Facettenreichtum.

In die Vollen geht es bereits mit dem Opener „Genetic Waste“: Mit einer Breitseite wuchtigen Thrashs und fauchigen Vocals starten hier die Jungs und hinterlassen eine eindrucksvolle erste Duftmarke. Auch eine gute Portion Thrash mitgekriegt hat das bissige „Take Control“, wo man auch zum ersten Mal diese zukunftsweisenden, jedoch zaghaften Einsätze des Keyboards vernehmen kann.

„Pass Away“ indes fährt mit etwas mehr Keyboardklängen auf (aber Entwarnung: keine Kitschgefahr), erinnert mich persönlich im Riffing ein wenig an Sentenced und ist einer der melodischeren Songs auf dem Album, nicht zuletzt wegen des sehr klassischen und sehr guten Gitarrensolos. Einer perfekten Symbiose aus Thrash und Melodic Death Metal kann man im folgenden „Burned“ lauschen. Der heisere Eingangsgrowl ebnet den Weg für „Relations To The Humanity“, welcher trotz wirklich schöner Melodielines nicht ganz mit den anderen starken Stücken des Albums mithalten kann.

„The Bloodchain“ ist ein ungemein bissiges Stück, welches auch einen verdammt geilen Groove besitzt. Ich sag nur: Tschüss, Nacken! „The Fallen“ erinnert von den Gitarren in den Grundzügen auch wieder an meine erste große Musikliebe Sentenced. Und hier verliebe ich mich neu, in die Gitarrenläufe, in die Screams, ach, einfach in alles, was die Jungs musikalisch hier zuwege bringen. Klasse Song! Ganz erstklassig haben es die Jungs in „Day Of The Dead“ verstanden, den Songs sehr abwechslungsreich zu gestalten – durch den Einsatz der Screams und Cleanvocals, durch verschiedene Tempi.

Der moderne Aspekt wird in „Resemblance Of The Past“ am meisten deutlich, denn hier treffen moderne Keyboardsounds auf fettes Riffing und Thrash der klassischen Schiene. Sehr interessantes Stück. „Reborn“ zieht als letztes Stück, bei dem alle Musiker der Band beteiligt sind, nochmal alle Trümpfe aus dem Ärmel – unheimlich flottes Stück, das in allen Belangen zu begeistern weiß. Und als besondere Überraschung präsentieren uns die Jungs mit ihrem Titelstück “Til Death Do Us Apart“ einen ganz anderen Song: Nur Akustikgitarren zeigen uns hier die filigrane Seite der Musiker. Ein wunderschöner Ausklang der Scheibe, welche die ganze Bandbreite der Jungs erst so richtig klar macht.

Die Produktion wirkt präsent, alles ist klar herauszuhören und ist der Musik der Jungs bestens angepasst. Nicht klinisch steril, sondern schön organisch. Gute Arbeit wurde hier also geleistet, was einen weiteren Pluspunkt bei mir einfährt.

Fazit: DAS ist zeitgemäßer Metal, welcher den Weg Richtung Zukunft weist. Und diesen Weg sollten wir ohne Degradead nicht mehr gehen!

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