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Darkthrone: Too Old Too Cold

Nur für true Black Metal-Fans
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 13:5
Release: 06.02.2006
Label: Peaceville

Man schrieb das Jahr 1986, als sich Gylve Nagell, Ted Skjellum, Ivar Enger und Dag Nilsen zu der Death Metal Formation "Black Death" zusammenschlossen. Unter diesem Namen veröffentlichten sie drei Demos und bis zu ihrem Debüt-Album blieben sie dem Death Metal treu. Nun befinden wir uns im Jahre 1990: Der Name wurde in Darkthrone geändert, "Soulside Journey" wird released und auch hier sind noch Death Metal-lastige Tracks zu finden, was sich allerdings radikal mit der Aufnahme des nächsten Albums änderte.

Ganz plötzlich durchläuft Darkthrone einen Image-Wechsel: Alle Mitglieder, bis auf Dag, bekommen Pseudonyme und bemalen sich ein wenig. Ted wurde zu Nocturno Culto, Gylve zu Fenriz und Ivar zu Zephyrous. Vielen Aussagen zufolge liegt diese rapide Veränderung des Auftretens an den Einflüssen von Euronymous (damals Mayhem), welcher von Varg Vikernes später ermordet wurde.

Nach den Aufnahmen zu "A Blaze In The Northern Sky" (1991) verabschiedet sich Dag von Darkthrone. Dieses Album und alle folgenden bis 1995 sollten die zweite Welle des Black Metals formen. Nach 1995 verlässt auch Zephyrous die Band. Nun besteht Darkthrone nur noch aus zwei Leuten, was Fenriz und Nocturno Culto aber nicht davon abhält, weiterhin Musik zu machen. Allerdings verlor Darkthrone ab diesem Zeitpunkt an Glaubwürdigkeit und Ansehen, obwohl die folgenden Alben auf kommerzieller Ebene erfolgreich waren.

Recht umstritten war Darkthrones politisches Weltbild bzw. Image. Unter anderem aufgrund von dem Aufdruck der ersten Fassung von "Transsylvanian Hunger". Dort war die Beschreibung "Norsk Arsk Black Metal" zu finden, doch diese verschwand und Darkthrone dementiert jegliche Nazi-Ideologie.

Nach diesem etwas komprimierten Ausflug in die Vergangenheit Darkthrones widmen wir uns nun ihrem neuen Schaffen. Ihr neues Werk wird den Namen "The Cult is Alive" tragen und am 27. Februar in den Plattenläden erscheinen. "Too Old, Too Cold" stellt die Singleausklopplung, welche ich hier auf die musikalischen Qualitäten untersuchen werde, zum neuen Album dar. Bereits bekannt ist ja, dass sich die Darkthrone-Aufnahmen von Werk zu Werk immens unterscheiden können. So sind auch hier deutliche Unterschiede zu "Sardonic Wrath" erkennbar.

Der Opener der vier Tracks langen Single-Auskopplung heißt, wie die Single selbst, "Too Old, Too Cold". Das Klanggewand ist weitaus besser als bei früheren Produktionen. Insgesamt erscheint der Song etwas Träge und man kriegt das Gefühl, Darkthrone distanziere sich vom Black Metal, was auch durch den Text unterstrichen wird.

Der für mich beste Track der Auskopplung ist "High on Cold War", zu dem der Enslaved-Sänger Grutle einige Vocals beigetragen hat. Der Song wird von teils schnelleren, teils langsameren Parts geprägt und die Bridges werden passend eingesetzt. Stimmlich hat sich Nocturno Culto auch etwas verändert, doch irgendwo haben die Vocals etwas Interessantes. Schade ist, dass dieser Track nicht auf dem Album zu finden sein wird.

Der dritte Teil des Liedgutes ist ein Cover, doch nicht von Mayhem oder irgendeiner anderen Black Metal-Größe, sondern von Siouxie and the Banshees mit "Love In A Void" aus den späten 70ern. Teilweise versucht N. Culto clean zu singen, doch das gelingt ihm meines Erachtens nicht sonderlich gut. Ich bin mir auch unsicher, ob Darkthrone mit dem Cover ein Zeichen setzen wollen, da der Track das Potential dazu hätte. Aber das führe ich nicht weiter aus, schließlich will ich keine Gerüchte in die Welt setzen. "Graveyard Slut" ist der letzte von vier Tracks und erinnert an einige Ständchen von Celtic Frost.

Nach anfänglichen Problemen mit dem neuen Soundgewand von Darkthrone konnte ich mich an die Klänge gewöhnen. Wirkliche Hits sind nicht dabei, jedoch hat "High On Cold War" Potenzial, was hoffentlich auf dem Album öfter zu finden sein wird. Strikten, sturen Vertretern des True Norwegian Black Metals würde ich diese Scheibe auf keinen Fall empfehlen, doch wer etwas offener der Musik gegenüber ist, der möge sich diese CD doch bitte holen.

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