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Blutengel: Live Lines

Für Fans sicherlich ein absolutes Muss
Wertung: 7.5/10
Genre: EBM
Spielzeit: 110:0
Release: 02.05.2005
Label: Out Of Line

Seit Mai 2005 ist es nun auch bei Blutengel soweit: Die Veröffentlichung der ersten Live-DVD stand ins Haus. Wie wacker sich Chris, Constance, Eva und Co. live-on-Stage schlagen und welche Extras die DVD zusätzlich noch zu bieten hat, werdet ihr sogleich an dieser Stelle erfahren. Aber erstmals zu den reinen Daten und Fakten der DVD: Aufgezeichnet wurde das Live-Konzert in Dortmund, seinerzeit auf der "Demon Kiss" – Tour im Jahre 2004. Ursprünglich war geplant eines der Konzerte im Osten der Republik aufzuzeichnen, aber da sich im Ruhrpott die Möglichkeit bot, das gesamte Konzert von der dort ansässigen und bekannten “Nightchild“ Crew filmen zu lassen, entschied man sich eben dann letztendlich auch für Dortmund. Das “Nightchild“ Team ist Chris Pohl insofern bekannt und lieb, da jenes u.a. bereits die Independent Horrorfilme “Kinder der Nacht 1 & 2“ drehte und in jenem zweiten Teil Chris und Constanze jeweils selbst einen kleinen Gastauftritt für sich verbuchen konnten.

Insgesamt haben sich 20 Songs ihre Live Performance für dieses Konzert sichern können und man kommt so immerhin auch auf eine stolze Konzertspielzeit von ca. 110 Minuten. Die Tonspuren des Live Konzertes liegen hierbei wahlweise in Dolby Digital 5.1. Surround Sound oder in reinem und klarem Stereoton vor. Soundtechnisch zu meckern gibt es nicht viel, da die Musik klar und deutlich (sowie rauschfrei und authentisch) aus den Boxen der heimischen Anlage dringt.

Allerdings hatte man sich bezüglich der Bildqualität einige „Schnitzer“ erlaubt, so dass man m.u. doch öfters mal digitale Bildfehler erblicken kann und der ab und an vorkommende Wechsel des verwendeten Filmmaterials wahrlich nicht sonderlich gut aussieht: Gut 85% des Konzertes werden im künstlichen 32mm Filmformat (aufgeblasenes und überarbeitetes 16mm Material) präsentiert, welches die Atmosphäre sehr gut zu transportieren weiß. Der Rest wird in reiner 16mm Optik eingefangen und wirkt eher distanziert, als direkt live am Geschehen.

Als Bonusmaterial hat man sich einige Nettigkeiten einfallen lassen: So gibt es u.a. zwei exklusive von der “Nightchild“ Crew für diese DVD angefertigte Videoclips zu “No eternity“ und “Angels of the dark“. Erst genannter ist relativ unspektakulär, da hier lediglich eine Mischung aus Live- und Backstage Material als Vorlage diente. Bei “Angels of the dark“ hingegen stand neben dem regulären Live-Material auch Filmmaterial aus “Am Ende der Ewigkeit – Kinder der Nacht 2“ zur Verfügung, was die ganze Sache doch deutlich professioneller und exklusiver erscheinen lässt. Zusätzlich nahm sich die hauseigene Bandfotografin Tina Cassati der aus dem Album “Seelenschmerz” (2001) bekannten vier Schmerz-Thematiken an und setzte diese wahrlich gelungen visuell in Szene.

Zudem gibt es noch eine wundervolle und ästhetisch-wertvolle selbstlaufende Bildergalerie von Tina Cassati zu betrachten (welche mit den bekannten “Angel Dust” Themen aus dem gleichnamigen Album aus dem Jahre 2002 unterlegt sind) und einen gut 15 minütigen Backstage Einblick, wie es bei Blutengel so hinter den Kulissen zugeht.

Aber nun zum eigentlichen Konzert selber, wo sich nicht ungerechtfertigt die Geister scheiden werden: Die Bühnenshow und Live-Präsenz von Chris und den übrigen Blutengel Mitgliedern ist durchweg als sehr gelungen zu bezeichnen und kann wahrlich in Sachen Bühnenoutfit, erotischen und vampiralen Showeinlagen, Optik und Charisma begeistern. Dass die Musik selbst hierbei vom Band kommt, ist kein großes Geheimnis und auch nicht sonderlich schlimm bei einem reinen Elektro-Act. Zumal ja die Gesangs-Parts dafür komplett live und unbearbeitet sind. Und eben hier haben wir das größte Manko an der ganzen Geschichte: Dass Chris selber eine wirklich sehr gute Stimme hat, ist bekannt und für jene braucht er sich auch wahrlich nicht zu verstecken. Bei den beiden Mädels Constance und Eva (die zu diesem Zeitpunkt ja noch bei Blutengel dabei war), sieht das allerdings leider ein wenig anders aus: Während Eva gesanglich noch sehr gut bei Solostücken wie “Angel of the night“ und “Seelenschmerz“ bestehen kann, offenbart sich aber schon in Duetts mit Chris Pohl (u.a. bei “Navigator“), dass Melodie, Text und Gesangslage nicht immer miteinander harmonieren.

Krasser sieht es da diesbezüglich sogar noch bei Constance aus, die auf den Blutengel Alben eigentlich immer eine recht hohe Stimme hat. Live ist aber so ziemlich das Gegenteil der Fall, da sie in Wirklichkeit eine ziemlich tiefe Gesangsstimme vorzuweisen hat. Das hat zur Folge, dass sie bei recht schnellen Liedern alá “Forever“ und “Kingdom“ mit ihrer Stimme ziemlich fehl am Platze wirkt und ihre sich sogar ziemlich mit der Stimme von Chris beißt. Bei Balladen wie “No eternity“ und „Black wedding passt diese tiefere Stimme dafür wiederum hervorragend.

Von der Gewichtung der einzelnen Live-Songs, werden logischerweise mehr Lieder der letzten zwei Alben ("Angel Dust" und "Demon Kiss") vorgetragen, was ich persönlich doch etwas schade fand (jene Ausnahmen sind hier "Bloody pleasures", "Weg zu mir", "Die with you", "Seelenschmerz", "Beauty of suffering" und "Children of the night"). Denn gerade bei der Live-Version von "Beauty of suffering" entfalten Blutengel meiner Meinung nach DAS Charisma und jene Atmosphäre, die Blutengel für mich persönlich etwas ganz Besonderen werden lässt. Auch fehlen hier leider ebenso Klassiker wie “Leave the world“, “Der Spiegel“, “Soul of ice“ und “Any chance?“. Aber nun gut, man kann ja bekanntlich nicht alles haben. ;) Zur regulären DVD Version gab es auch noch eine streng limitierte Erstauflage mit Bonus CD, auf welcher das Live-Konzert nochmals für die heimische Anlage auf CD gepresst wurde.

Fazit: Für Fans sicherlich ein absolutes Muss. Wer allerdings bezüglich Blutengel noch völlig unbewandert ist, sollte vor Kauf der DVD lieber erstmals das Geld in ein reguläres Blutengel Album investieren um sich erst mal einen besseren Gesamtüberblick über die musikalischen Leistungen der Band zu machen.

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