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Amoral: Reptile Ride

Amoral haben mit diesem Album bewiesen, dass sie ihre Instrumente beherrschen
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 41:48
Release: 31.08.2007
Label: Spinefarm Records

Seit ich Amoral 2005 das erste Mal live genießen durfte, hat sich die Musik der Jungs ganz schön verändert. Damals klang sie für mich noch wie astreiner Death Metal mit einem relativ großen technischen Anteil, doch die fünf Finnen folgen mit ihrem nunmehr dritten Album ganz klar dem Weg, den sie mit ihrer vorangegangenen Platte „Decrowning“ eingeschlagen haben: Im Wesentlichen gestalten sie das komplette Spiel technisch anspruchsvoller. Dies geht häufig auch auf Kosten der Härte. Heraus kommt ein stark technisch geprägter Melodic Death Metal, der über weite Strecken an Bands wie Children Of Bodom und Norther erinnert.

Eines lässt sich beim Hören dieser Scheibe sofort feststellen: Die Jungs können, wie so viele junge Finnen, ihre Instrumente wirklich vorzüglich spielen. Ein Bisschen müssen einem Drummer und Bassist leid tun, denn ihre wirklich gute Leistung geht bei dem Feuerwerk, das die beiden Gitarren hier loslassen, etwas unter…die ganze CD lebt von der Kombination aus variantenreichen Soli und hintergründigen Riffs. Wirkt das Riffing im ersten Song „Leave Your Dead Behind“ schleppend, fast Old School, so kommt es im dritten Track „Hang Me High“ überraschend progressiv daher gewälzt und erscheint im vierten Track „Mute“ vertraut wie aus alten Hard Rock Tagen.

Dieser vielseitige Gitarreneinsatz und die häufigen Tempowechsel sorgen dafür, dass die Musik nicht eintönig wird, allerdings halte ich es für wahrscheinlich, dass dieses Gitarrengemetzel einigen Hörern, die keine Technikfetischisten sind, nach einigen Tracks zu anstrengend wird, denn von abwechslungsreichem Songwriting kann man nicht gerade sprechen. Die Songs sind zwar überwiegend gut und intelligent geschrieben, machen aber eher den Eindruck eines Rahmens, in den möglichst viel der hervorragenden Instrumentalarbeit gepresst werden soll.

Das ganze Album kommt sehr melodisch daher und lässt, für viele sicherlich enttäuschend (auch für mich), den „Bumms“, der das erste Album „Wound Creations“ und zum Teil auch noch das Zweitwerk „Decrowning“ ausgezeichnet hat, vermissen. Die Produktion der CD ist alles in allem sehr gut gelungen. Der Gitarrensound ist klar und hell, nicht überproduziert und darüber hinaus klingt auf der gesamten Platte nichts „künstlich“. Eine kleine Enttäuschung stellt der Sänger Niko da, der zwar sehr engagiert ins Mikro brüllt, doch aus meiner Sicht mit seinen unglaublich monotonen und eintönigen Gesang ein wenig die Spannung kaputt macht.

Fazit: Amoral haben mit diesem Album bewiesen, dass sie ihre Instrumente wunderbar beherrschen und sich im internationalen Vergleich nicht verstecken müssen. Mit „Reptile Ride“ ist ihnen ein gutes, wenn auch highlightarmes Album gelungen, das Hoffnung auf starkes Material in der Zukunft macht. Für Technikfreaks ist der Silberling ein absolutes Muss. Auch Freunde des sehr melodischen Death Metal sollten hier zuschlagen. Für die Fans der ersten Amoral-Scheibe wird dieses Stückchen Todeskost wohl eher weniger interessant sein.

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