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Yoso im Konzert (Köln, September 2010)

Ein Potpourri aus Yoso-, Yes- und Toto-Songs, voll gepackt mit poppigen Emotionen, rockigen Ohrschmeichlern und zeitlosen Kunstwerken
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Man mag darüber streiten, ob der gewählte Name Yoso, eine Kreuzung von Yes und Toto, nicht ein wenig einfallslos ist, aber wenn man sich die Namen der Mitstreiter auf der Zunge zergehen lässt, dann werden mitunter zahlreiche Fans des progressiven Rocks in heftige Schwärmereien verwickelt. Die Vocals dieser Band sind durch Bobby Kimball, ehemaliger Toto-Leadsänger besetzt, mit Tony Kaye steht das Yes-Gründungsmitglied hinter den Keyboard-Tasten, und der Tieftöner wird von niemand geringeren als Billy Sherwood (ex-Yes) gezupft. Komplettiert werden Yoso

durch den Axtmann Johnny Bruhns, sowie dem Drummer Scott Conner.

Yoso machten an einem Montagabend Halt im Kölner Eltzhof, um dort die im Juli 2010 veröffentlichte Debut-Scheibe „Elements“ vorzustellen. Lediglich fünf Konzerte waren bei ihrer „Elements World Tour 2010“ für Deutschland und Schweiz angesetzt, und trotzdem war die Zuschauerzahl übersichtlich, gut 250 Fans tummelten sich in der Konzerthalle in gediegenem Ambiente, wo Kellnerinnen auch das Frischgezapfte bis an die Biertische brachten, die bis knapp fünf Meter an die Bühne heranreichten. Hier wurde zuerst gesessen und der Musik gelauscht, Bewegung schien zu Beginn ein Fremdwort, wenn es mehr als das Taktwippen der Füße war.

Ungeachtet der Prominenz-Präsenz war es aber die Musik, die zählte. Und die hatte es in sich, ein Potpourri aus Yoso-, Yes- und Toto-Songs, voll gepackt mit poppigen Emotionen, rockigen Ohrschmeichlern und zeitlosen Kunstwerken. Beim Blick auf die Setlist ist zwar ein deutliches Übergewicht in Richtung Yes zu vernehmen, als aber lautstarker Jubel im Eltzhof ausbrach, hielten sich die Hits der beiden „Vorgängerbands“ die Waage. So konnte Totos „Africa“ ebenso punkten wie „Owner Of A Lonely Heart“ von Yes; das lautstärkste Rennen machte aber an diesem Abend eindeutig „Hold The Line“, im Original von Toto.

Unbestreitbar war auch die Klasse der einzelnen Bandmitglieder, und so verwunderte es nicht, dass alle Protagonisten ihre Soloparts ausgiebig ausweideten. An diesem kulturellen Hochgenuss gab es eigentlich nichts auszusetzen, aber eigentlich sagt ja auch, dass dann doch etwas war. Fronter Bobby musste sich immer wieder seinen Notenständer mit den Texten ausrichten – schade, denn die Texte sollte man eigentlich parat haben. Was aber weitaus unangenehmer war, konnte eindeutig am Publikum festgemacht werden: Während das Gros dort auf den Barhockern klebte und zumindest mit laut-höflichem Applaus ein wenig in Wallung kam, standen sich aber auch zahlreiche Gäste im hinteren Bereich des Konzertsaales die Beine in den Bauch. Wirklich Stimmung kam nur auf der Bühne auf, wenn Bobby sich voller Überschwang für den einsetzenden Applaus herzlichst bedankte. Während sich das distinguierte Publikum weitestgehend an der eigenen Apathie labte, entzündeten die Herren Musiker ein Feuerwerk farbenfroher Pop- und Rockmusik, und mit fortschreitender Spieldauer konnten sie dann doch einige wenige überzeugen, doch ein wenig mehr zu tun als nur mit dem Fuß zu zucken.

Yoso spielten über drei Stunden – Respekt, wenn man bedenkt, dass auch hier nicht mehr die Jüngsten den Abend gestalteten. Aber das haben dann auch diejenigen nicht mehr mitbekommen, die im gelangweilten Tratsch in der Lobby ihr eigenes Image schönreden wollten. Doch die Band Yoso selbst ist pure Unterhaltung auf höchstem Niveau und sie sind es immer wieder wert, nicht nur über den eigenen Tellerrand zu schauen, sondern vielleicht auch mal hinunter zu hüppen und den eigenen Geist zu befreien.

Unmittelbar nach dem Konzert ließen sich alle Musiker auch am Merchstand sehen, sich mit Fans fotografieren, signierten alles, was ihnen unter die Nase gehalten wurde und scheuten auch nicht die langen Dialoge mit ihren Besuchern.

Setlist:

Yoso
Girl Goodbye
Hold On
The New Revolution
Yes Medley
Cinema
Where You’ll Stay
Open Your Eyes
Acoustic Solos
Africa
Changes
Walk Away
Bobby’s Feature
Owner Of A Lonely Heart
Drum/Bass Solos
Path To Your Heart
Rosanna
Seek The Truth
Hold The Line
Roundabout
Louisiana Blues (Muddy Waters)

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