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Watain, Degial, Venenum im Konzert (Hamburg, April 2014)

Eine Machtdemonstration allererster Güte

Zogen eine regelrechte Zerstörungsorgie ab: Degial

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Degial

Die ebenfalls aus vier Mann bestehende Truppe hat dieselbe Heimat wie der heutige Headliner – beide Bands stammen aus der Stadt mit dem für uns so ulkigen Namen Uppsala. Man kennt sich und da liegt eine gemeinsame Tour ja durchaus nahe. Musikalisch haben sie allerdings wohl eher Gemeinsamkeiten mit der ersten Combo heute als mit Watain, da man eher in die Death-Metal-Richtung tendiert (trotz Corpsepaint) und auch hier die Verbeugungen gen Morbid Angel nicht zu überhören sind. Jedoch gehen die Schweden mit weitaus mehr Rotz als Venenum zu Werke und holzen sich amtlich durch ihr Set, das für sie nur unwesentlich länger als das der Deutschen dauert. Wie diese sind aber auch Degial nicht gerade die veröffentlichungsfreudigste Band aller Zeiten: Im bisher zehnjährigen Bestehen hat man es auf ein Demo, eine EP und ein Full-Length-Album („Death’s Striking Wings“ im Jahre 2012) gebracht.

Die Jungs machen wahrlich keine Gefangenen und trotz der Tatsache, dass es hier oberflächlich betrachtet ganz schön primitiv zur Sache geht, kann man auch dieser Truppe technisches Vermögen nicht absprechen, da bei aller Aggressivität auch immer mal wieder etwas, nun ja, gemäßigtere Passagen vorkommen. Beim Album-Titelsong „Death’s Striking Wings“ beispielsweise zeugt der clever eingewobene Mittelpart davon, dass man aller Knüppelei zum Trotz auch Wert auf Abwechslung und Überraschungsmomente legt, und „Serpent’s Tide“ kann mittels durchdacht gesetzter Tempowechsel überzeugen. Songs wie „Chaos Chant“ oder „Eye Of Burial Tempest“ wiederum gehen als reine Zerstörungsorgien durch, aufgelockert jedoch durch hörenswerte Gitarrensoli.

Wenigstens prinzipiell hörenswert, denn der Solosound ist grundsätzlich zu leise, das Schlagzeug hingegen über die gesamte Spieldistanz zu laut – vor allem die Becken zischen völlig übertrieben und scheppern so manches Mal gewaltig in den Ohren. Zwar scheint sich dies nach einiger Zeit zu bessern, aber wahrscheinlich rührt dieser Eindruck lediglich daher, dass man sich irgendwann eben dran gewöhnt hat.

In puncto Ansagen hält sich genau wie der Kollege von Venenum auch der Degial-Frontmann, der sich das illustre Pseudonym H. Death verpasst hat, sehr zurück, und ebenso kann man auf ein zahlenmäßig nicht wirklich großes Publikum blicken. Bezüglich der Stimmung ist zwar eine Steigerung auszumachen, aber da ist noch deutlich Luft nach oben. Dafür gibt es eine recht amüsante Szene zu beobachten, als ein Zuschauer ziemlich weit vorne in einer Songpause aus Jux einen Power-Metal-mäßigen Eierkneifer-Schrei loslässt und dafür vom zweiten Gitarristen einen so vernichtenden Blick erntet, dass man meint, der Typ müsste eigentlich gleich tot umfallen. So oder so ein guter, intensiver Auftritt, der nur soundtechnisch hätte besser sein können.

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