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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Edguy

Den „Surprise Act“ bekleiden Edguy. So eine große Überraschung war das allerdings nicht – die Booker des W:O:A werden langsam sehr berechenbar, was die Bandauswahl angeht. Hinzu kommt, dass die Überraschungsband mit Verlaub den beschissensten Slot bekommen hat, den man einer eigentlich recht bekannten Gruppe auch nur geben kann. Nur die Leningrad Cowboys sind voraussichtlich noch ärmer dran, denn die spielen gleichzeitig im Zelt.

Die Menge an Zuschauern, die sich vor der Open Air Bühne eingefunden hat, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Viele haben schon die Zelte abgebrochen und sind schon unterwegs. Andere schlafen auch einfach schon. Nach drei bis vier Tagen Hardcorefeiern geben auch die Stärksten irgendwann nach und das Wetter hat vielen Besuchern dann heute auch noch den Rest gegeben. Insgesamt führen diese Umstände zu dem kläglichen Haufen an Zuschauern, die sich nun zusammengefunden haben, um der letzten Band zu huldigen.

Edguy machen ihre Sache gut. Tobi reißt Witze über die Situation und interagiert auf gewohnte Weise sehr intensiv mit den Zuhörern. Und, siehe da, er schafft es relativ mühelos, den Haufen
zusammenzurotten und noch einmal richtig feiern zu lassen. Schon vor „Lavatory Love Machine“ hat er die Zuhörer da, wo er sie haben will.

Und da bleiben sie auch: Mit Begeisterung klatschen, singen und blödeln sie mit. Edguy, man möchte es kaum glauben, schaffen es, noch einmal richtig Leben in die Bude zu bringen. „Kommt, ihr Ficker!“ – So darf auch nicht jeder Künstler mit seinen Fans reden. Die Edguy-Jünger sind einen so rauen Ton aber anscheinend gewohnt.

Es ist bewundernswert, wie Meister Sammet mit der Menge spielt. Mit Leichtigkeit hält er die Zuhörer bei Laune und mit einem einzigen „ts, ts, ts“ erreicht er, dass die Meute auf einmal doppelt so laut singt. Die eine Stunde, die der Band Spielzeit gegeben wurde, verfliegt förmlich und das Konzert entpuppt sich als sehr kurzweilig. Als eine Überraschung angekündigt wird, schreit das Publikum im Chor „Ausziehen! Ausziehen!“ – Da muss selbst der Sänger schmunzeln und die Instrumentenfraktion kann sich ein ernsthaftes Lachen nicht verkneifen. Die Überraschung besteht in erster Linie daraus, dass „Superheroes“ Angus Young von AC/DC gewidmet wird. Etwas dürftig. Dafür geht bei „Babylon“ noch einmal richtig der Punk ab und die Band verlässt unter lauten und anhaltenden Zugabe-Rufen die Bühne. Damit ist das 23. Wacken Open Air Geschichte.

Setlist:

1. Last Christmas
2. Nobody's Hero
3. Tears Of A Mandrake
4. Lavatory Love Machine
5. Vain Glory Opera
6. Robin Hood
7. Ministry of Saints
8. Superheroes
9. Babylon

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